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Geilenkirchen ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im westlichen Nordrhein-Westfalen im Kreis Heinsberg.

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland:Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Heinsberg
Höhe: 95 m ü. NHN
Fläche: 83,16 km2
Einwohner: 27.836 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 335 Einwohner je km2
Postleitzahl: 52511
Vorwahlen: 02451, 02453, 02462
Kfz-Kennzeichen: HS, ERK, GK
Gemeindeschlüssel: 05 3 70 012
Stadtgliederung: 30 Stadtteile, 13 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 9
52511 Geilenkirchen
Website: www.geilenkirchen.de
Bürgermeister: Daniela Ritzerfeld (parteilos)
Lage der Stadt Geilenkirchen im Kreis Heinsberg
Karte
Karte

Geographie



Geographische Lage


Geilenkirchen liegt etwa 20 km (Luftlinie) nördlich von Aachen, mit der zum Stadtgebiet gehörenden Teverener Heide unmittelbar an der niederländischen Grenze, am Südostrand des Selfkant, im Tal der Wurm.

Die Stadt erstreckt sich beiderseits der Wurm auf den sanft ansteigenden Hängen des Wurmtales, die sich von 70 m über NHN auf Flussniveau bis auf rund 100 m Höhe erheben.
Geilenkirchen erstreckt sich über 9,5 km in Nord-Süd-Richtung und über 15,4 km Ost-West-Richtung.

Die drei Ortsteile Geilenkirchen, Bauchem (beide links der Wurm) und Hünshoven (rechts der Wurm) sind mittlerweile vollständig zusammengewachsen und bilden die Kernstadt der Gemeinde. Die Wurm im Stadtzentrum ist über einige hundert Meter überbaut. Der höchste Punkt im Gemeindegebiet liegt bei Gut Muthagen mit 122,5 Meter.[2]


Stadtgliederung und Gemeindegebiet


Geilenkirchen Zentrum östl. Teil, Luftaufnahme
Geilenkirchen Zentrum östl. Teil, Luftaufnahme

Geilenkirchen ist gemäß der Hauptsatzung aufgegliedert in 30 Ortschaften, die in 13 Stadtbezirke zusammengefasst und durch je einen Ortsvorsteher vertreten werden.[3]


Nachbargemeinden


Gangelt Heinsberg Hückelhoven
Brunssum (NL) Linnich
Landgraaf (NL) Übach-Palenberg Baesweiler

Geologie


Die Stadt liegt auf einer Hauptterrasse der Geilenkirchener Lehmplatte, im Naturraum des Niederrheinischen Tieflandes.


Klima


Am 24. Juli 2019 wurde an einer Bundeswehr-Messstation auf dem NATO-Flugplatz Geilenkirchen mit 40,5 °C die bis dahin höchste in Deutschland gemessene Lufttemperatur, in 2 m Höhe und als 1-Stunden-Mittelwert, verzeichnet.[4][5] Der Rekord hatte nur kurz Bestand, bereits am darauffolgenden Tag wurden an mehreren Orten in Deutschland höhere Temperaturen gemessen, siehe Liste der Temperaturrekorde in Deutschland.[6]


Geschichte


Geilenkirchen entstand am linken Ufer der seinerzeit mäandernden Wurm bei einer schon in der Römerzeit benutzten Furt. Grabfunde aus dem 6. und 7. Jahrhundert – gefunden in den 1930er Jahren in der Flur „Kniepbusch“ – sowie einzelne frühmittelalterliche Scherben aus einer Grabung am heutigen Marktplatz bezeugen die Anfänge des Ortes noch im frühen Mittelalter.[7] Die schriftliche Überlieferung setzt zum Jahr 1170 ein,[8] als der Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg Schenkungen an die Stiftskirche St. Gangolf tätigte.

Die mittelalterliche Stadt lag an der Römerstraße Aachen-Roermond, die hier die Wurm querte; die Furt war später bzw. ab dem 12. Jahrhundert durch eine Wasserburg der Grafen von Heinsberg gesichert. Reste dieser Burg sind nach ihrer Zerstörung 1945 heute integriert in das Bischöfliche Gymnasium „St. Ursula“.

1794 besetzten französische Truppen das linke Rheinufer; die Franzosenzeit begann. Später annektierte Frankreich das Gebiet; Geilenkirchen war ein Kanton im Département de la Roer, im Arrondissement d’Aix-la-Chapelle. Napoleon I. ließ in dieser Zeit die erste nachweisliche Steinbrücke über die Wurm bauen.

1815, unter preußischer Herrschaft, entstand der Kreis Geilenkirchen.

1918, nach dem Ersten Weltkrieg, wurde das Rheinland entmilitarisiert und von alliierten Truppen besetzt; in Geilenkirchen standen französische, marokkanische sowie belgische Truppen. Von 1918 bis 1929 waren belgische Besatzungssoldaten in einer Kaserne (Kamp van Dinant) stationiert, die im Bereich des Hünshoverner Hofes gebaut wurde.

1932 wurde der Kreis Geilenkirchen mit dem Landkreis Heinsberg zusammengelegt und es entstand der Selfkantkreis Geilenkirchen-Heinsberg mit der Stadt Geilenkirchen als Kreisstadt.

Britische Panzer am 19. November 1944 in Geilenkirchen
Britische Panzer am 19. November 1944 in Geilenkirchen

Vor dem Zweiten Weltkrieg wurden nahe Geilenkirchen Westwall-Bunker und -Hindernisse gebaut (siehe auch Liste von erhaltenen Bauten des Westwalles#Limes-Programm 1938).[9]

Das nördliche Ende des Westwalls lag in Heinsberg (etwa 11 km nördlich); 1944 wurde diese Linie Richtung Venlo feldmäßig verlängert (Maas-Rur-Stellung). Im November 1944 gab es im Frontverlauf einen Vorsprung (Geilenkirchen Salient), der in die alliierte Front hineinragte. Während der Operation Clipper (10. bis 22. November 1944) gelang es britischen und amerikanischen Truppen, diesen Frontvorsprung einzudrücken.[10]

Am 8. November warfen Jagdbomber Napalm auf Geilenkirchen.[11] Am 19. November besetzten die Truppen Geilenkirchen. Die Operation Clipper war Teil der für beide Kriegsparteien verlustreichen Operation Queen (16. November bis 16. Dezember 1944).

Nach dem Krieg war das Rheinland Teil der britischen Besatzungszone. 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Die Besatzung, und damit das Ausüben alliierter Hoheitsrechte, endete in Westdeutschland 1955 mit dem Deutschlandvertrag.

1953 errichtete die Royal Air Force im Stadtteil Teveren auf einem schon in den 1930er Jahren genutzten Feldflugplatz einen Fliegerhorst (Air Base Geilenkirchen), den sie bis 1968 nutzte und dann an die Luftwaffe übergab.

1971, bei der kommunalen Gebietsreform durch das Aachen-Gesetz, verlor Geilenkirchen den Status der Kreisstadt, da der Kreis Geilenkirchen-Heinsberg und der Kreis Erkelenz zum neuen Kreis Heinsberg zusammengefügt wurden. Neue Kreisstadt wurde die Stadt Heinsberg. Im ehemaligen Kreishaus des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg ist seitdem das Finanzamt untergebracht.


Ortsname


Nach der Volksetymologie bezieht sich der Name Geilenkirchen ursprünglich auf eine Holzkirche, die ein Franke namens Gelo errichtet habe, etwa im Sinne von „Geilos Kirche“.[12] Ursprünglich hieß Geilenkirchen „Gelekircke“ (lokales Idiom auch „Jellekercke“; auf Niederländisch früher „Geelkerken“).

Der Name erscheint seit dem letzten Drittel des 12. Jahrhunderts in den verschiedensten niederfränkischen und hochdeutschen Formen und Mischformen, je nachdem ob die Schreiber der Urkunden Niederfränkische oder Hochdeutsche waren: 1170 Gelenkirchen, 1244 Gelinkerike, 1252 Gelenkirche, 1270 Geilenkirge, 1276 Gelinkirke, 1277 Geilinkirchin, 1290 Gelinkirken, 1328 Gelynkirchen, 1363 Geillenkyrken usw.[13]

1747 wird die Stadt als „Gedekirch“ auf einer Karte der „Katholischen Niederlande und angrenzende Deutsche Provinzen“ (Karte – Pais Bas Catholiques – Belgium Catholicum) angegeben.

Die Mundart hat bis heute in ihrem „Gelekerke“ die ursprüngliche niederfränkische Form behalten.


Eingemeindungen


Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Beeck, Immendorf, Lindern, Süggerath, Teveren und Würm eingemeindet.[14]


Bevölkerungsentwicklung


(jeweils zum 31. Dezember)

200528.693
201028.253
201526.963
2019 27.470

Politik


Rathaus Geilenkirchen
Rathaus Geilenkirchen

Gemäß dem Gesetz zur Stärkung der kommunalen Demokratie vom 9. April 2013 beträgt die Wahlperiode eines Bürgermeisters fünf Jahre.


Bürgermeister



Stadtrat


Der Stadtrat umfasst 2020 38 Mitglieder[15]

Partei/Fraktion Sitze im Rat 2020
CDU 17
SPD 5
Die Grünen 7
Bürgerliste[16] 6
Linke 1
FDP 2

(Stand: September 2020)


Wappen


Das Wappen der Stadt wurde abgeleitet vom ältesten Siegel der Stadt aus dem Jahr 1556, welches dem Herzog von Jülich (Wilhelm V.) gehörte. Die Herkunft des Vogels (Papagei) ist vermutlich ein Bestandteil, das dem Wappen des 'Wilhelm von Jülich’ (1556) entnommen wurde. Seinen Ursprung hatte der Vogel wohl als Kennzeichen der Teilnahme an den Kreuzzügen. Der Zweig hat keinen historischen Ursprung und wurde im 19. Jahrhundert hinzugefügt.

Die Farben wurden 1972 abgeändert. Das heutige Wappen in dieser Form gibt es seit dem 29. November 1972.


Städtepartnerschaften


Geilenkirchen unterhält seit 1966 eine enge Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Quimperlé in der Bretagne. Zudem pflegt Geilenkirchen gute Kontakte zu den grenznahen niederländischen Städten, insbesondere zur Stadt Sittard-Geleen.[17]


Kultur und Sehenswürdigkeiten



Museen


Zug der Selfkantbahn
Zug der Selfkantbahn

Institutionen



Bauwerke


Marienkapelle Stumpf
Marienkapelle Stumpf
Schloss Trips
Schloss Trips

Park und Naturschutzgebiet


Stadtpark in Geilenkirchen
Stadtpark in Geilenkirchen
Kiefernsee in der Teverener Heide
Kiefernsee in der Teverener Heide

Wirtschaft und Infrastruktur



Verkehr



Schienenverkehr

Bahnhof Geilenkirchen
Bahnhof Geilenkirchen

Geilenkirchen ist mit den Bahnhöfen in Lindern (Bahnhof der Kategorie 4) und Geilenkirchen (ebenfalls Bahnhof der Kategorie 4) seit 1852 an die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach angeschlossen.

Für einige Jahre war der Bahnhof Geilenkirchen Interregio-Halt. Seit dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember 2013 hält das zum gleichen Zeitpunkt neu eingerichtete werktägliche Intercity-Zugpaar zwischen Aachen und Berlin auch in Geilenkirchen.

LinieLinienbezeichnungLinienverlauf
RE 4 Wupper-Express Aachen Hbf Herzogenrath Geilenkirchen Erkelenz Rheydt Hbf Mönchengladbach Hbf Düsseldorf Hbf Wuppertal Hbf Hagen Hbf Witten Hbf Dortmund Hbf
RB 33 Rhein-Niers-Bahn Aachen Hbf – Herzogenrath Geilenkirchen – Lindern (Flügelung) – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf Viersen Krefeld Hbf Duisburg Hbf
Heinsberg (Rheinl)

Busverkehr

Die Stadt ist ferner an das öffentliche Personennahverkehrsnetz des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) angeschlossen. Die im Verkehrsverbund zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen bieten im Verbundraum nach einheitlichen Tarif- und Beförderungsbedingungen einen planmäßig betriebenen Omnibus-Linienverkehr zwischen den wichtigsten Städten und Gemeinden der Kreise Aachen, Heinsberg und Düren an. Ein besonderes Merkmal des „öffentlichen Verkehrsangebotes“ ist die direkte Einflussnahme der Kommunen auf das Angebot und eine sozialverträgliche Tarifgestaltung. Für Geilenkirchen und sein ländliches Umfeld hat dies eine besondere Bedeutung für die umfangreich notwendige Beförderung der Schüler zwischen Wohnstätten und den zentral gelegenen sogenannten Mittelpunktschulen.

Neben den nach Fahrplan auf festgelegten Linien verkehrenden Busse, kann auch der Multi-Bus angefordert werden.[21]

Linie Betreiber Verlauf
GK1 west (Geilenkirchen Loherhof Hünshoven –) Geilenkirchen Bf – (Burg Trips →) Bauchem Niederheid
GK2 west (Geilenkirchen Bf Bauchem) / (Gillrath Hatterath) Niederheid (– Rischden Tripsrath Hochheid)
SB1 west Schnellbus:
Erkelenz Bf – Erkelenz Burg / Erkelenz ZOB Gerderath Myhl Wassenberg Orsbeck Unterbruch Heinsberg Busbf – (Schleiden –) Rischden Geilenkirchen Bf
SB3 west Schnellbus:
Geilenkirchen Bf Bauchem Gillrath Stahe Gangelt Süsterseel Höngen Tüddern Sittard Stadhuis Sittard Bf 
71 ASEAG Geilenkirchen Bf Waurichen Beggendorf Baesweiler Setterich Siersdorf Schleiden Aldenhoven
407 west (Myhl –) Gerderath Altmyhl Ratheim Millich Hückelhoven (– Hilfarth – Himmerich Randerath Bf – (Hoven Kraudorf –) Nirm – Kogenbroich Müllendorf Süggerath Mühlenkamp Geilenkirchen Bf)
410 west (Oberbruch Schulzentrum Unterbruch –) Heinsberg Busbf Heinsberg AOK – (Schleiden Uetterath Rischden) / (Aphoven – Scheifendahl Straeten – Waldenrath Tripsrath Hochheid) – (Bauchem Geilenkirchen Schulzentrum – Bauchem –) Geilenkirchen Bf
431 west Geilenkirchen Bf Frelenberg Zweibrüggen Marienberg Palenberg Bf Palenberg Übach Boscheln Baesweiler
432 west Geilenkirchen Bf Prummern Immendorf – (Apweiler –) Floverich Loverich Puffendorf Setterich Baesweiler
434 west Geilenkirchen Bf Bauchem Niederheid Hatterath Gillrath Birgden Schierwaldenrath Bf – Langbroich Schümm Brüxgen – Breberen Saeffelen Heilder Höngen
435 west Geilenkirchen Bf Bauchem Gillrath Stahe Birgden Kreuzrath Gangelt Süsterseel – Hillensberg Wehr Tüddern Höngen
437 west Geilenkirchen Bf Bauchem Niederheid Hatterath Gillrath Stahe Niederbusch Gangelt – Hastenrath Kleinwehrhagen Großwehrhagen Höngen
491 west Geilenkirchen Bf – (Bauchem Nierstraß –) Teveren Grotenrath Scherpenseel – (Siepenbusch Windhausen –) Marienberg Palenberg Bf (– Palenberg Übach)
494 west Geilenkirchen Bf Süggerath Müllendorf – Würm – (Beeck –) Leiffarth – (Flahstraß Honsdorf –) Lindern Bf

Straßenverkehr

Die Bundesautobahn 46 beginnt/endet nur wenige Kilometer nordwestlich zwischen Geilenkirchen und Heinsberg.

Geilenkirchen liegt am Kreuzungspunkt der Bundesstraße 221 (Aachen–Kleve) mit der Bundesstraße 56 (Bonn–Sittard/NL).


Öffentliche Einrichtungen


Finanzamt Geilenkirchen
Finanzamt Geilenkirchen

Schulen

Berufskolleg Wirtschaft
Berufskolleg Wirtschaft

In Geilenkirchen sind diverse Schulen ansässig:

Der 2009 gegründete Campus Geilenkirchen der FH Aachen beherbergt bis zu 180 Studenten des Freshman Institute.

Zudem bietet die Rheinische Fachhochschule Köln seit 2015 am CSB-Campus Studiengänge im Bereich Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik.[23][24]


Energieversorger

Das Energie-Versorgungsunternehmen Kreiswerke Heinsberg (KWH), das nach Fusion mit der Kreisbahn Geilenkirchen und später mit der Kraftverkehr Erkelenz auch als Verkehrsunternehmen den ÖPNV im Kreis durchführte, hatte seinen Sitz und einen seiner beiden Busbetriebshöfe in der Stadt. Rationalisierungsbestrebungen der „öffentlichen Hand“ führten 2003 zu einem weiteren Zusammenschluss der KWH mit der „Westdeutschen Licht & Kraft“ (WLK) aus Erkelenz zur WestEnergie und Verkehr GmbH. Im Jahre 2015 erfolgte mit einer Abspaltung der Energie Sparte 2015 eine Umbenennung des Unternehmens in WestVerkehr GmbH. Im Zuge der Ausgliederung wird das Erbringen von Ver- und Entsorgungsleistungen in den Bereichen Energie, Wärme, Wasser, Abwasser, Abfall von der WestEnergie GmbH durchgeführt.[25][26] Nach dem Zusammenschluss der NEW Niederrhein Energie und Wasser GmbH und der WestEnergie GmbH übernimmt die NEW die Durchführung der Grundversorgung für die Belieferung von Erdgas und elektrischer Energie.[27]


Nahverkehrsunternehmen

Das Unternehmen WestVerkehr GmbH führt im Kreis Heinsberg den Linien- und Schülerverkehr im ÖPNV durch. Die Hauptverwaltung ist in Geilenkirchen. Die Betriebshöfe des Unternehmens sind in Geilenkirchen und Erkelenz.


Militärische Einrichtungen


Geilenkirchen ist Standort zweier größerer militärischer Einrichtungen: der NATO-Airbase im Ortsteil Teveren und der Selfkant-Kaserne im Ortsteil Niederheid. In beiden Einrichtungen waren mobile, atomar und nichtatomar bestückbare Raketensysteme (Honest John, Pershing 1A, Sergeant, Lance, sowie LARS (Leichtes Artillerieraketensystem, ein Mehrfach-Raketenwerfer)) stationiert. Der am Standort Geilenkirchen vorgehaltene Übungsplatz in der Teverener Heide ist aufgegeben. Unterhalten werden die Einrichtungen vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Aachen.

Der Fliegerhorst und die Kaserne sind für die eher strukturschwache Region wirtschaftlich von nicht unerheblicher Bedeutung, da sie neben den Militärangehörigen auch zahlreichen Zivilbeschäftigten Arbeit und in die Region zurückfließende Kaufkraft geben.


NATO-Flugplatz Geilenkirchen

NATO-Airbase Geilenkirchen
NATO-Airbase Geilenkirchen

Die britische Royal Air Force baute und bezog 1953 in Teveren einen Flugplatz, den sie bis 1968 nutzte. Die Einrichtung wurde von der Deutschen Luftwaffe übernommen und Standort der Pershing-1A-Kurzstreckenrakete. 1980 zog das Flugkörpergeschwader in die Selfkantkaserne nach Geilenkirchen um und in Teveren zog die NATO mit dem AWACS-Verband ein, an dem 2014 16 NATO-Staaten aktiv beteiligt sind. Dieser Verband ist demnach der einzige multinationale Verband der NATO.

In Geilenkirchen-Teveren sind seit 1982 auf der Air Base Geilenkirchen die NATO-AWACS-Aufklärungsflugzeuge vom Typ Boeing E-3A Sentry stationiert. Vor der Stationierung führte dies zu erheblichen Demonstrationen der Friedensbewegung, die bewusst machen wollte, dass die AWACS-Flugzeuge ebenso defensiven wie offensiven Aufgaben nachkommen könnten. Heute noch sind die veralteten und längst überholten Triebwerke vom Typ Pratt & Whitney JT3D (militärische Bezeichnung Pratt & Whitney TF33) der Flugzeuge Quelle massiver Lärm- und Schadstoffemissionen.

Angesichts von ca. 2400 Arbeitsplätzen (davon etwa 850 Zivilbeschäftigte) und einem wirtschaftlichen Beitrag von ca. 400 Mio. Euro ist der NATO-Flugplatz Geilenkirchen ein wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor.[28]


Selfkant-Kaserne der Bundeswehr

Eingang der Selfkant-Kaserne in Niederheid
Eingang der Selfkant-Kaserne in Niederheid

Die Bundeswehr errichtete in Niederheid die Selfkant-Kaserne. In diese zog 1970 zunächst als Lehrbataillon das Raketenartillerielehrbataillon 72 ein; 1973 wurde die Raketenschule des Heeres von der Donnerberg-Kaserne nach Geilenkirchen verlegt. Im Zuge der Verlegung und Zusammenführung mit dem Lehrbataillon wurde sie in Raketen-Schule der Artillerie umbenannt. Nach Umstrukturierung und Auszug der Raketenartillerie ab 1981 befand sich das Flugkörpergeschwader 2 (FKG2) bis zu seiner Auflösung 1991 in der Selfkant-Kaserne. Seit 1991 ist in ihr das ZVBw (Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr) stationiert. Der Standortübungsplatz in der Teverener Heide wurde 1993 aufgegeben. Er ist heute ein Naturschutzgebiet. Unterhalten wurde der Übungsplatz von der Standortverwaltung Eschweiler/Stolberg, Außenstelle Geilenkirchen.

Mit Aufstellung des Bebauungsplanes 88 im Jahre 2002 wurde ca. 30 Hektar der Kasernenflächen als Gewerbegebiet umgewidmet und einer zivilen Nutzung zugeführt.


Standortschießanlage Geilenkirchen-Niederheid

Beispiel einer Standortschießanlage mit drei Schießständen, hier Cuxhaven-Altenwalde
Beispiel einer Standortschießanlage mit drei Schießständen, hier Cuxhaven-Altenwalde

Im Zusammenhang mit dem Bau der Selfkantkaserne wurde in den 1970 zigern auch der Bau einer der Kaserne angeschlossenen Standortschießanlage realisiert. Sie hat aktuell eine Fläche von ca. 10 Hektar, 5 Schießbahnen für Langwaffen und 6 Schießbahnen für Kurzfeuerwaffen, ein Gebäude für Werkstatt, Lager, WC und ein Wohnhaus, ursprünglich als Wohnhaus für den Schießstandwart gebaut .

Unterhalten wird die Anlage vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Aachen, das auch zum Betrieb einen Schießstandwart stellt.

Mit Abzug des Flugkörpergeschwaders II ergab sich ab 1990 für große Kasernenflächen der militärisch belegten Teile der Selfkantkaserne keine weitere Nutzung. Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes 88 im Jahre 2002 wurde ca. 30 Hektar diese Kasernenflächen als Gewerbegebiet umgewidmet und einer zivilen Nutzung zugeführt. Dadurch ergab sich u. a. eine räumliche Trennung zwischen Kaserne und der Standortschießanlage.

Im Zuge der Reduzierung der Bundeswehr der vergangenen Jahre wurden zahlreiche Standortschießanlagen geschlossen. Die StoSchAnl Geilenkirchen ist eine der noch 79 der Bundeswehr bundesweit verbliebenen und aktuell die einzige im weiten Umfeld, genutzt von der Bundeswehr diverser Standorte und NATO Verbänden aus NL und D. Intern auch Sammelstandortschießanlage (SaStoSchAnl 314/2) bezeichnet.

Die Nutzung beschränkt sich auf Handfeuerwaffen für bestimmte Kaliber auf Entfernungen bis zu 250 m. Die Schießzeiten sind reglementiert und ein Nachtschießen verboten.


Medien



Lokalpresse



Unternehmen


In Geilenkirchen sind einige zum Teil national und international tätige Wirtschaftsunternehmen ansässig. Die sechs größten Unternehmen, gemessen an der Anzahl der Mitarbeiter (alle beschäftigen über 200 Mitarbeiter), sind:

Unternehmen / EinrichtungBeschäftigte
CSB-System SE600[30]
KSK Industrielackierung GmbH & Co. KG350
St. Elisabeth-Krankenhaus Geilenkirchen gGmbH680[31]
Wilhelm Jansen Eisenjansen GmbH & Co. KG235
SpanSet-secutex GmbH

Persönlichkeiten



Ehrenbürger



In Geilenkirchen geboren



Mit der Stadt verbunden


Gedenktafel für den Dichter Nikolaus Becker in Geilenkirchen
Gedenktafel für den Dichter Nikolaus Becker in Geilenkirchen
Willi Arlt, Skulptur, Vorplatz Gelobad
Willi Arlt, Skulptur, Vorplatz Gelobad

Literatur




Wiktionary: Geilenkirchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Geilenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Gelekirchen in der Topographia Westphaliae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte
Wikivoyage: Geilenkirchen – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2021 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 20. Juni 2022. (Hilfe dazu)
  2. http://www.tim-online.nrw.de/
  3. Hauptsatzung der Stadt Geilenkirchen. (PDF; 31 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Stadt Geilenkirchen, 10. Dezember 2015, archiviert vom Original am 9. Juni 2016; abgerufen am 10. Dezember 2015  3 Einteilung des Stadtgebietes in Bezirke).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.geilenkirchen.de
  4. 40,5 Grad sind neuer deutscher Rekord. tagesschau.de, abgerufen am 24. Juli 2019.
  5. https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/40-5-grad-in-geilenkirchen-bundeswehr-misst-neuen-deutschen-hitzerekord/24697526.html
  6. Jetzt sogar 42 Grad – deutscher Hitzerekord im Emsland. Spiegel Online, 25. Juli 2019, abgerufen am selben Tage.
  7. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 296–299
  8. Theodor Josef Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Düsseldorf 1840–1858, Band I, S. 305 Nr. 436
  9. siehe auch Biotopverbund Westwall - Renaturierungen der Wurm zwischen Geilenkirchen und Übach-Palenberg
  10. siehe auch The Geilenkirchen Salient
  11. Charles B. MacDonald: The Siegfried Line Campaign (= CMH Pub 7-7; U.S. Army in World War II – European Theater of Operations), Seite 548.
  12. Dafür gibt es keine sicheren Belege.
  13. Maurits Gysseling: Toponymisch Woordenboek vam Belgie, Nederland, Luxemburg, Noord-Frankrijk en West-Duitsland. ohne Ort 1960, S. 391.
  14. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 310.
  15. Wahlergebnis 2020
  16. http://buergerliste-geilenkirchen.de/index.htm
  17. Geilenkirchen: Partnerstadt
  18. Historisches Klassenzimmer auf web-toolbox.de. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 6. August 2013; abgerufen am 7. Juli 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.web-toolbox.net
  19. Historisches Klassenzimmer auf info-immendorf.de. Abgerufen am 7. Juli 2013.
  20. Webseite zur Marienkapelle Stumpf – abgerufen am 22. Juli 2014
  21. http://www.west-verkehr.de/images/pdf/west_multibus_karte.pdf Multibusbetrieb im Kreis Heinsberg
  22. Wirtschaftsgymnasium. Abgerufen am 17. Dezember 2016.
  23. Studieren am CSB-Campus – Anmeldung und Studienplatzbewerbung ab sofort möglich. Abgerufen am 8. Juni 2015.
  24. Studieren in Geilenkirchen. Abgerufen am 8. Juni 2015.
  25. Archivlink (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/compaly.com WestEnergie GmbH 2015
  26. Die Zukunft von WestEnergie
  27. https://www.new-energie.de/veroeffentlichungen/westenergie-gmbh @1@2Vorlage:Toter Link/www.new-energie.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Kundeninfo, Veröffentlichung der NEW Energie vom 14. Juni 2017
  28. http://www.az-web.de/news/topnews-detail-az/1431579/Geilenkirchen-behaelt-seine-Nato-Airbase
  29. Stadtanzeiger Geilenkirchen
  30. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 6. Dezember 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.csb.com
  31. Neues Parkhaus: Ab Dienstag rollen die Lastwagen an. Aachener Zeitung online, 14. April 2017, abgerufen am 14. April 2017.
  32. Archivlink (Memento des Originals vom 5. Juni 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bundestag.de

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- [de] Geilenkirchen

[en] Geilenkirchen

Geilenkirchen (German pronunciation: [ˈɡaɪlənkɪʁçn̩] (listen), Ripuarian: Jellekerke [ˈjæləˌkæʀ˦(ə)kə]) is a town in the district Heinsberg, in North Rhine-Westphalia, Germany. It is situated near the border with the Netherlands, on the river Wurm, approx. 15 km (9.3 mi) north-east of Heerlen and 20 km (12.4 mi) north of Aachen.

[ru] Гайленкирхен

Гайленкирхен (нем. Geilenkirchen) — город в Германии, в земле Северный Рейн-Вестфалия, входит в состав района Хайнсберг.



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