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Forst (Lausitz) ( anhören?/i), niedersorbisch Baršć , ist die Kreisstadt des brandenburgischen Landkreises Spree-Neiße in der Niederlausitz. Forst ist neben Neukirch/Lausitz der einzige Ort mit dem Namenszusatz Lausitz, andere Orte benennen in ihren Namenszusätzen den jeweiligen Teil der Lausitz explizit, beispielsweise Weißwasser/Oberlausitz.

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Höhe: 72 m ü. NHN
Fläche: 110,7 km2
Einwohner: 17.545 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 158 Einwohner je km2
Postleitzahl: 03149
Vorwahlen: 03562, 035696 (Briesnig)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 076
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lindenstraße 10–12
03149 Forst (Lausitz)
Website: www.forst-lausitz.de
Bürgermeisterin: Simone Taubenek (parteilos)
Lage der Kreisstadt Forst (Lausitz)
im Landkreis Spree-Neiße
KarteBurgBriesenFelixseeForstNeuhausenWerben
Karte

Geografie


Die Stadt liegt 20 Kilometer östlich von Cottbus an der Lausitzer Neiße. Am gegenüberliegenden polnischen Ufer liegt die Ortschaft Zasieki (deutsch: Skaren, ehemals Berge) der Gemeinde Brody (Pförten), die bis 1945 ein Forster Stadtteil war. Durch die Innenstadt fließt der 1380 angelegte Mühlgraben. Die Malxe fließt durch die westlichen Stadtteile. Das Naturschutzgebiet Euloer Bruch befindet sich nordwestlich der Innenstadt.


Stadtgliederung


Die Stadt gliedert sich in die Ortsteile:[2]

Ehemalige Stadtteile:


Geschichte


Südlich des sorbischen Dorfes Altforst mit der Marienkirche bildete sich wohl um 1150 am Übergang der wichtigen West-Ost-Straße von Halle nach Glogau (Salzstraße) über die Neiße eine Kaufmannssiedlung mit Nikolaikirche, woraus sich seit etwa 1265 die regelmäßig angelegte, im 14. Jahrhundert erstmals als solche bezeichnete Stadt entwickelte, für deren Gedeihen später auch die Nord-Süd-Straße von Guben in die Niederlausitz an Bedeutung erlangte. Der Rat konnte die Niedergerichte erwerben.

1352 bekam Katharina von Ileburg vom böhmischen (und römisch-deutschen) König Karl IV. als Markgraf der Niederlausitz die Herrschaft Forst verliehen. Seit 1380 saßen auf der Burg westlich des Mühlgrabens die Biebersteiner als Vasallen des Markgraftums Niederlausitz, zumeist in Verbindung mit der Herrschaft Pförten, die in der Landesverfassung eine bevorzugte Stellung als Freie Standesherrschaft innehatte. Sie blieben dort bis zum Aussterben der Adelsfamilie mit Ferdinand II. 1667. Im Jahre 1428 bestätigten Ulrich, Wenzel und Friedrich von Bieberstein die Stadtrechte. Nach der Reformation im 16. Jahrhundert wurde auch in Forst in der sorbischen Volkssprache gepredigt. Vier der sieben Bürgermeister dieses Jahrhunderts trugen sorbische Namen.[4] 1626 besetzte im Dreißigjährigen Krieg der Feldherr Wallenstein mit seinen Truppen Forst. Mit der Niederlausitz fiel die Stadt 1635 an das Kurfürstentum Sachsen.

Das seit 1418 privilegierte Tuchmacherhandwerk prägte die Wirtschaft der Stadt, es erhielt seit 1628 Zuzug durch Tuchmacher aus den Niederlanden sowie den Orten Lissa, Meseritz und Fraustadt aus der Provinz Posen, so dass 1695 die Innung 50 Meister zählte. 1704 nahm Herzogin Luise Elisabeth von Sachsen-Merseburg ihren Witwensitz in Forst. 1746 erwarb Graf Heinrich von Brühl die Standesherrschaft Forst und vereinigte sie wieder mit Pförten. 1748 verheerte ein großer Brand die Stadt. Der Wiederaufbau erfolgte nach Plänen von Brühl und Baumeister Johann Christoph Knöffel. Nach 1750 richtete der Graf als Besitzer von Forst eine Tuch- und Leinenmanufaktur im Jahnschen Schloss ein. 1763 wurde Graf Heinrich von Brühl unter dem Taufstein der Stadtkirche beigesetzt.

Um 1800 wurden die sorbischen Gottesdienste in Forst als Folge der von den Landesherren betriebenen Germanisierungspolitik abgeschafft. 1815 kam Forst durch den Wiener Frieden an Preußen und wurde dem brandenburgischen Kreis Sorau im Regierungsbezirk Frankfurt zugeteilt. 1821 errichtete der Kaufmann Jeschke auf dem Schlossgrundstück die erste Spinnfabrik. 1832 erschien die erste Forster Zeitung. 1837 erfolgte die Vereinigung der Stadt- und Amtsgemeinde. Die Herstellung von Buckskin seit 1840 und die Einführung der Dampfmaschine 1844 ließ Forst zu einer der bedeutendsten Textilstädte werden („deutsches Manchester“).

1863 nahm die Gasfabrik ihren Betrieb auf, 1888 eröffnete der städtische Schlachthof und 1903 das Wasserwerk. 1875 wurde das Dorf Altforst eingemeindet. 1880 entstand das Gymnasium und 1891 die Webschule. Im gleichen Jahr suchte ein verheerendes Hochwasser die Stadt heim. Die Einwohnerzahl stieg mit der Industrialisierung von 2.600 im Jahre 1830 auf 32.000 im Jahre 1900. 1872 entstand die Bahnverbindung nach Cottbus und Sorau, 1891 nach Weißwasser und 1904 nach Guben. Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich die ersten Parteien (1871 der örtliche Sozialdemokratische Arbeiterverein und die Ortsgruppe der SDAP). 1897 schied die Stadt Forst aus dem Kreis Sorau aus und bildete einen eigenen Stadtkreis.

Die zerstörte Stadt Forst (Lausitz) 1945
Die zerstörte Stadt Forst (Lausitz) 1945
Die Freiflächen am Markt erinnern an die weitgehende Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg
Die Freiflächen am Markt erinnern an die weitgehende Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg

Im Jahr 1922 wurde die Große Neißebrücke errichtet, und 1932 begann man mit der Regulierung des Flusses. 1937 feierte die Stadt das 450-jährige Bestehen der Königskompanie der Forster Schützengilde. Die Synagoge, die die jüdische Gemeinde um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert in der Wasserstraße 6 erbaut hatte, wurde in der Pogromnacht 1938 von SA-Männern geschändet. Durch die Tat eines Feuerwehrmannes wurde sie vor dem Abbrennen gerettet, aber 1945 im Krieg zerstört, später wurden die Trümmer beseitigt. 1939 wurde mit dem Bau der Sprengchemie Forst-Scheuno im Stadtteil Forst-Scheuno (heute Brożek) begonnen.

Ab Mitte Februar 1945 hatte die sowjetische Armee einen Brückenkopf am jenseitigen Neißeufer gebildet. Am 25. Februar begann die Beschießung der Stadt. Die Verteidigung der Stadt dauerte bis zum April. Vom 16. bis 18. April eroberten sowjetische Truppen die Stadt Forst. Nach Beendigung der Kämpfe lagen 85 Prozent der Stadt in Trümmern. Die Gebiete östlich der Neiße (Stadtteil Berge) wurden unter polnische Verwaltung gestellt und so gut wie vollständig devastiert, die Einwohner vertrieben. Auf polnischer Seite lebten 2010 etwas mehr als 350 Menschen.

Im April 1945 wurden im Dorf Weißagk 80 Deserteure der Wehrmacht von SS-Leuten erschossen. Als der Ort dem Tagebau weichen musste, wurden die Opfer auf den Friedhof in Forst umgebettet.

Im Jahr 1952 erhielt Forst den Status einer Kreisstadt (Kreis Forst) des Bezirks Cottbus. 1964 wurden sämtliche Forster Textilbetriebe zum VEB Tuchfabriken Forst zusammengelegt. Mit ungefähr 3.000 Arbeitern in der Textilbranche war Forst auch in der DDR ein wichtiger Textilstandort. In den 1970er und 1980er Jahren wurden zahlreiche neue Gebäude in der Innenstadt errichtet. Mit der Wende in der DDR im Jahre 1989 begann eine Neustrukturierung der kommunalen Infrastruktur. 1993 wurde Forst Kreisstadt des Landkreises Spree-Neiße. 2002 erfolgte die Eröffnung der deutsch-polnischen Grenzbrücke Forst–Zasieki („Brücke der Europäischen Union“). 2004 erhielt Forst den Titel Rosenstadt.

Unter dem Motto „Blumen statt Waffen“ stellte Thomas Rother aus Essen neun „Grenzrosen“ auf, die letzte 2013 im Rosengarten zum 750. Stadtjubiläum.[5]


Bevölkerungsentwicklung


Bei der Angabe von 1820 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Die angegebenen Zahlen wurden vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg bzw. seinen Vorläufern aufbereitet und berücksichtigen daher grundsätzlich nur dessen Bearbeitungsgebiet, also das Territorium der Stadt, soweit es heute zu Brandenburg gehört. Daher wird rückwirkend das ehemalige Forster Stadtgebiet östlich der Neiße, das 1945 an Polen gelangte, aus der Betrachtung ausgeklammert. Bei dessen Einbeziehung wären die Einwohnerzahlen der Stadt vor 1945 deutlich höher. So wurden in der Amtlichen Statistik des Deutschen Reichs zum Zeitpunkt der Volkszählung am 16. Juni 1933 für die Stadt Forst 37.768 Einwohner ermittelt[6]; zum Zeitpunkt der Volkszählung am 17. Mai 1939 dann für die Stadt Forst 44.802 Einwohner.[7]

Die Einwohnerzahl schrumpft stetig.

Jahr Einwohner
182002.600
187511.925
189016.870
191024.275
192525.880
193327.030
193927.342
Jahr Einwohner
194629.829
195030.475
196429.860
197129.134
198127.013
198526.395
Jahr Einwohner
199025.844
199525.701
200024.309
200522.391
201020.618
201518.773
Jahr Einwohner
201618.651
201718.353
201818.164
201917.902
202017.691
202117.545

Gebietsstand des jeweiligen Jahres (aber bis 1945 unter Ausklammerung des heute polnischen Gebiets), Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[8][9][10], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011


Politik


Kommunalwahl 2019
Wahlbeteiligung: 53,7 % (2014: 38,8 %)
 %
40
30
20
10
0
30,0 %
16,8 %
14,4 %
13,3 %
12,5 %
7,0 %
2,8 %
3,1 %
AfD
CDU
Linke
WG GFd
SPD
FDP
Grüne
Sonst.h
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 30
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
+30,0 %p
−17,5 %p
−10,1 %p
+13,3 %p
−6,6 %p
−2,5 %p
+2,8 %p
−1,3 %p
AfD
CDU
Linke
WG GFd
SPD
FDP
Grüne
Sonst.h
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Wählergruppe Gemeinsam für Forst
h 2019:
Fleischhauer: 1,1 %
Klinger Runde: 1,0 %
Piraten: 1,0 %
2014:
Klinger Runde: 2,2 %
DSU: 2,1 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Altes Ergebnis nicht 100%

Stadtverordnetenversammlung


Die Stadtverordnetenversammlung von Forst (Lausitz) besteht aus 28 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[11]

Partei / WählergruppeSitze
2014[12]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2019
AfD 830,0 %
CDU 9516,8 %
Die Linke 7414,4 %
Gemeinsam für Forst 413,3 %
SPD 5412,5 %
FDP 3207,0 %
Bündnis 90/Die Grünen 102,8 %
Einzelbewerber Helmut Fleischauer 01,1 %
Piraten 101,0 %
Bürger für die Lausitz 101,0 %
Einzelbewerber Wolfgang Starick 1
Landwirtschaft und Umwelt 1
Insgesamt2828100 %

Nachdem es im Mai 2020 zu einer Kooperation von Vertretern der Linken mit der AfD gekommen war, hat eine Linken-Abgeordnete ihre Fraktion verlassen und vertritt die Partei als Einzelabgeordnete.[13] Die restliche ehemalige Linken-Fraktion benannte sich Ende 2020 in "unabhängig Links" um.


Bürgermeister


2006 wurde Reinfeld fraktionsübergreifend Vetternwirtschaft vorgeworfen und daher ein Bürgerentscheid zu seiner Abwahl eingeleitet, der am 8. Oktober 2006 mit einer Zustimmung von 85 % erfolgreich war. Am 18. Februar 2007 wurde Jürgen Goldschmidt in einer Stichwahl mit 57,4 % der gültigen Stimmen als neuer Bürgermeister gewählt, nachdem er am 28. Januar 2007 mit 45,8 % die nötige Mehrheit verfehlt hatte.

Bei der Bürgermeisterstichwahl am 15. März 2015 setzte sich der 25-jährige SPD-Kandidat Philipp Wesemann mit 60,6 % der gültigen Stimmen gegen seinen Mitbewerber durch.[14] Wesemann war bei seinem Amtsantritt Brandenburgs jüngster Bürgermeister[15] sowie der jüngste Bürgermeister einer Kreisstadt in Deutschland.[16] Am 24. November 2017 schied Wesemann freiwillig aus dem Amt aus und kam damit einer geplanten Abwahl zuvor.[17] Bis zur Neuwahl 2018 übernahm der bisherige Stellvertreter Jens Handreck die Aufgaben des Bürgermeisters.

In der Bürgermeisterstichwahl am 6. Mai 2018 wurde die parteilose Simone Taubenek mit 53,7 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren[18] zur neuen Bürgermeisterin gewählt.[19]


Wappen


Das Wappen wurde am 13. April 2011 genehmigt.

Blasonierung: „In Rot ein goldener Schild, belegt mit einer linksgekehrten, fünfendigen roten Hirschstange. Auf dem Helm mit Decken aus einer Krone wachsend die Wappenfigur, alles golden.“[20][21]

Historische Wappen

Das Wappen wurde am 4. September 1992 genehmigt. Dieses Vollwappen wird heute nur für repräsentative Zwecke verwendet. Mit Wirkung vom 3. Dezember 2005 wird für hoheitliche (amtliche) Zwecke das Wappen ohne Oberwappen (d. h. ohne Helm und Helmzier) verwendet.

Blasonierung: „In Gold eine aufgerichtete, nach rechts gebogene vierendige rote Hirschstange mit einem kleeblättrigen Rosenstock.“

Es handelt sich ursprünglich um das Wappen der Herren von Bieberstein, die lange Zeit auch Stadtherren von Forst waren.

Im Auftrage des Magistrats fertigte Gustav Adolf Closs aus Berlin einen Entwurf an, der durch Beschluss des Magistrats vom 29. Oktober 1924 zum geltenden Stadtwappen wurde.[22]


Städtepartnerschaften


Forst pflegt seit 1990 städtepartnerschaftliche Beziehungen zu Wermelskirchen in Nordrhein-Westfalen und seit 2000 zu den beiden polnischen Gemeinden Lubsko und Brody.


Sehenswürdigkeiten und Kultur



Bauwerke


In der Liste der Baudenkmale stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler, darunter mehrere Tuchfabriken, mehrere Kirchen und der Wasserturm, das Wahrzeichen der Stadt. Die Bodendenkmale sind dort aufgeführt.

Stadtkirche St. Nikolai: Die Grundlegung für das Bauwerk fand im 12. Jahrhundert statt. In einer Gruft der Kirche fand Heinrich von Brühl seine letzte Ruhestätte. Die farbigen Fenster in der Apsis mit Tuchmotiven stammen von dem Berliner Künstler Helge Warme, der auch den Altarhintergrund mit 144 unterschiedlichen Glasplatten gestaltete.


Gedenkstätten



Museum


Textilmuseum
Textilmuseum

Das Brandenburgische Textilmuseum Forst ist ein Technik- und Heimatmuseum, das 1995 in einer stillgelegten denkmalgeschützten Tuchfabrik eröffnet wurde. Ausstellungsschwerpunkte sind die Geschichte des Tuchmacherhandwerks und damit eng verknüpft die Geschichte der Stadt Forst. Im Stadtteil Horno befindet sich das Archiv verschwundener Orte, ein Dokumentations- und Informationszentrum der durch den Braunkohlenabbau abgebaggerten Dörfer in der Lausitz.


Regelmäßige Veranstaltungen


Die Stadt ist wegen des Ostdeutschen Rosengartens weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Traditionell finden die Rosengartenfesttage am letzten Juni-Wochenende statt. Jedes Jahr im Frühjahr wird die Forster Rosenkönigin gewählt, welche die Stadt und den Ostdeutschen Rosengarten repräsentieren soll.

„Die Grüne Saison“ wird mit dem Reit- und Springturnier auf der Radrennbahn eröffnet. Auf der Radrennbahn wird auch jährlich zu Pfingsten ein Steherrennen veranstaltet.


Wirtschaft und Infrastruktur



Unternehmen


In der Stadt gibt es eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen, darunter Unternehmen für Metallbau und -verarbeitung, Logistikunternehmen, Hersteller von Baustoffen und andere Dienstleister. Von den einstigen Tuchfabriken ist heute keine mehr aktiv.


Verkehr


Straßenverkehr

Forst liegt an der Bundesstraße B 112 zwischen Guben und der Anschlussstelle Forst an der A 15 (Dreieck Spreewald–Grenzübergang Forst–Olszyna). An dieser Anschlussstelle an der südlichen Stadtgrenze setzt sich die Straße als B 115 nach Bad Muskau und Görlitz fort. Die Landesstraße L 49 (bis 2005 B 122) zwischen Cottbus und der Anschlussstelle Bademeusel der A 15 durchquert in West-Südost-Richtung das Stadtgebiet.

In der Innenstadt gibt es keinen Grenzübergang nach Polen. Der Straßenübergang Forst–Zasieki befindet sich etwa 3 km nördlich des Stadtzentrums.

Schienenverkehr

Bahnhof Forst (Lausitz)
Bahnhof Forst (Lausitz)

Der Bahnhof Forst (Lausitz) liegt an der Bahnstrecke Cottbus–Żary (Sorau). Es verkehren Regionalbahnen nach Cottbus und Żagań (Sagan). Auf der Bahnstrecke Forst–Guben gab es von 1904 bis 1981 und auf der Bahnstrecke Weißwasser–Forst von 1896 bis 1996 Güter- und Personenverkehr. Beide Strecken sind inzwischen größtenteils stillgelegt und teilweise abgebaut. Auf der einstigen Bahnstrecke nach Weißwasser besteht zwischen Forst, dem südlich gelegenen Gewerbegebiet in Nähe der Autobahn A15 sowie der Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf regelmäßiger Güterverkehr.

Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 bediente der Eurocity der Linie EC 99 den Bahnhof Forst. Es verkehrte ein Zugpaar täglich von Krakau über Berlin nach Hamburg.[24][25] Die komplette Linie wurde gestrichen. Seit Mai 2016 verkehrt am Wochenende der Kulturzug von Berlin in die europäische Kulturhauptstadt von 2016 Breslau über Forst.[26][27]

LinieVerlaufTakt
RB 46CottbusKlingeForst (Lausitz)60 min
RB 93Forst (Lausitz)TupliceLipinki ŁużyckieŻaryŻagańzwei Zugpaare täglich
D25 (KD)Wrocław GłównyLegnicaŻagańŻaryForst (Lausitz)zwei Zugpaare am Wochenende + Feiertage
Kulturzug Berlin LichtenbergBerlin OstkreuzCottbusForst (Lausitz)ŻaryŻagańLegnicaWrocław Główny ein Zugpaar am Wochenende

Von 1893 bis 1965 bestand die Forster Stadteisenbahn, eine straßenbahnähnliche Kleinbahn mit Güterverkehr.

Luftverkehr

Mit dem Flugplatz Neuhausen sowie dem Flugplatz Welzow befinden sich gegenwärtig zwei aktive Verkehrslandeplätze in der Region. Rund 30 km nördlich von Forst befand sich zudem der Flugplatz Cottbus-Drewitz. Am 31. Januar 2020 wurde der dortige Flugbetrieb vollständig eingestellt. Der etwa 9 km südlich gelegene ehemalige Flugplatz Preschen wurde hingegen bis 1994 rein militärisch genutzt.


Bildung


Forst hat mehrere Grundschulen, eine Oberschule und das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium. Dieses wurde zu einer Europaschule entwickelt, die diverse Schüleraustausch-Programme sowie bilingualen Unterricht anbietet. Das Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium trägt den Titel „Schule ohne Rassismus“[28] und verfügt über ein kulturell-ästhetisches Profil.


Sport


Die Radrennbahn Forst, die am 17. Juni 1906 eingeweiht wurde, ist eine der ältesten Deutschlands. Alljährlich werden hier zahlreiche Steherrennen veranstaltet. 1932 war die Rennbahn Drehort des Films Strich durch die Rechnung mit Heinz Rühmann. Auch der Europameister bei den Stehern wurde schon in Forst ausgefahren. Am 29./30. August 2009 fand erneut die Steher-EM in Forst statt. Die Radrennbahn wurde mittlerweile auch zur Nutzung für den Reitsport erweitert, sodass jährlich ein Reit- und Springturnier mit internationaler Beteiligung stattfindet.

Das Stadion am Wasserturm wurde 1921 eröffnet und war von 1954 bis 1975 Bestandteil der in unmittelbarer Nähe beheimateten Kinder- und Jugendsportschule, Vorgänger der Lausitzer Sportschule Cottbus.

Gründungsstätte des VNBV.
Gründungsstätte des VNBV.

Forster Vereine gehörten zu den Anfängen des Fußballs zu den führenden Vereinen in der Region und erreichten überregionale Erfolge. Am 14. Januar 1904 wurde der Verband Niederlausitzer Ballspiel-Vereine im Restaurant Hohenzollern in Forst (Lausitz) neu gegründet. Der FC Askania Forst und der FC Viktoria Forst standen in den 1910er und 1920er Jahren in der Meisterschaftsendrunde des DFB. Der TV 1861 Forst wurde 1927 Fußballmeister der Deutschen Turnerschaft. Der TuS Süden Forst stand 1919 und 1926 in der Endrunde der ATSB-Fußballmeisterschaft. Der SV Süden Forst und der Verein SV Rot-Weiß Forst schlossen sich 2011 zum Verein SV Lausitz Forst. Aktuell spielen die Fußballmannschaften aus Forst in unteren Ligen.

Das Lausitzer Seesportteam gehört im Seesportmehrkampf zu den leistungsstärksten Clubs dieser Sportart und stellte in den vergangenen Jahren immer wieder Deutsche Meister, vor allem in den weiblichen Altersklassen. Dieser Sport wird in Forst seit den 1960er Jahren betrieben.

Die SG Bademeusel gehört zu den besten Faustball-Mannschaften in Deutschland. Die Frauen spielten von 2006 bis 2008 in der 1. Faustball-Bundesliga Nord.

Ein ausgebautes Radwegenetz im Umkreis der Stadt ermöglicht große und kleine Touren mit dem Fahrrad. Interessant und reizvoll sind die Neißeauen, aber auch das Niederlausitzer Hinterland. Die Wege eignen sich auch für den sportlich ambitionierten Radler (asphaltiert). Jährlich zu Himmelfahrt findet eine Völkerwanderung mit dem Fahrrad in der Gegend statt.


Persönlichkeiten



Söhne und Töchter der Stadt


Sportler


Mit Forst verbundene Persönlichkeiten



Siehe auch



Literatur


nach Autoren / Herausgebern alphabetisch geordnet



Commons: Forst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Forst (Lausitz) – Reiseführer
Wikisource: Forst in der Topographia Superioris Saxoniae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise


  1. Bevölkerungsentwicklung und Flächen der kreisfreien Städte, Landkreise und Gemeinden im Land Brandenburg 2021 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen, bezogen auf den aktuellen Gebietsstand) (Hilfe dazu).
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Stadt Forst (Lausitz)
  3. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939; Seite 249
  4. Peter Kunze: Sorbische Reminiszenzen aus Forst und Umgebung. In: Lětopis 53 (2006) 1, S. 35 ff, Ludowe nakładnistwo Domowina, Budyšin/Bautzen 2006
  5. (red.): Neunte Forster Grenzrose am 9.11.18 eingeweiht. In: Der Märkische Bote, Rubrik Forst und Döbern, 16. November 2018, abgerufen am 22. September 2019
  6. Statistisches Reichsamt, "Wirtschaft und Statistik", Ausgabe "1. Dezember-Heft 1933, Seite 717
  7. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Spree-Neiße. S. 18–21
  8. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  9. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
  10. Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
  11. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  12. Kevin Hagen: Wegen Kooperation mit der AfD: Linke wollen renitenten Ortsverband auflösen. In: www.spiegel.de. 25. Juni 2020, abgerufen am 25. Juni 2020.
  13. Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. März 2015 (Memento vom 9. Februar 2016 im Internet Archive)
  14. Sensation in Forst (Lausitz) – Philipp Wesemann wird als jüngster Brandenburger Bürgermeister die Geschicke der Stadt in Zukunft lenken. In: niederlausitz-aktuell.de. 15. März 2015, abgerufen am 8. November 2022.
  15. Hartmut Landes: Erstaunen über klares Wählervotum. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Lausitzer Rundschau. 17. März 2015, archiviert vom Original am 19. März 2015; abgerufen am 20. März 2015.
  16. Wesemann räumt seinen Stuhl. In: Lausitzer Rundschau. 24. November 2017, abgerufen am 24. November 2017.
  17. Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
  18. Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Forst (Lausitz). Landeswahlleiter des Landes Brandenburg, abgerufen am 8. November 2022.
  19. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  20. Angaben zum Wappen auf forst-lausitz.de
  21. Das Wappen der Stadt Forst (Lausitz). Stadt Forst (Lausitz), abgerufen am 8. November 2022.
  22. Reges jüdisches Vereinsleben. In: www.uni-potsdam.de. Abgerufen am 18. März 2021.
  23. IC/EC-Liniennetz 2014 auf bahnstatistik.de, abgerufen am 6. März 2015
  24. IC/EC-Liniennetz 2015 (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) auf bahn.de
  25. Kulturzug Berlin-Breslau: Für 38 Euro hin und zurück. In: Focus. 11. Januar 2016, abgerufen am 8. Februar 2016.
  26. Mit dem Kulturzug nach Breslau (Wrocław). In: www.vbb.de. Abgerufen am 8. November 2022.
  27. Schule ohne Rassismus (Memento vom 8. Juli 2011 im Internet Archive)
  28. Die Axt am Klavier (Memento vom 17. Januar 2015 im Internet Archive). Website des Museumsvereins der Stadt Forst (Lausitz)
  29. Publikationen. Museumsverein Forst, abgerufen am 8. November 2022.

На других языках


- [de] Forst (Lausitz)

[en] Forst (Lausitz)

Forst (Lausitz) (Lower Sorbian: Baršć) is a town in Lower Lusatia, Brandenburg, Germany. It lies east of Cottbus, on the river Lausitzer Neiße which is also the German-Polish border, the Oder-Neisse line. It is the capital of the Spree-Neiße district. It is known for its rose garden and textile museum. The town's population is 18,651. In Forst, there is a railway bridge across the Neiße belonging to the line Cottbus–Żary which is serviced by regional trains and a EuroCity train between Hamburg and Kraków (2011). There is also a road bridge across the river north of Forst.

[ru] Форст (Лужица)

Форст или Баршч (нем. Forst, н.-луж. Baršć) — город в Германии, районный центр, расположен в земле Бранденбург.



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