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Frickingen ist eine Gemeinde im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland:Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Höhe: 473 m ü. NHN
Fläche: 26,43 km2
Einwohner: 3093 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 117 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88699
Vorwahl: 07554
Kfz-Kennzeichen: FN, TT, ÜB
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 015
Gemeindegliederung: Kerngemeinde und 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 7
88699 Frickingen
Website: www.frickingen.de
Bürgermeister: Jürgen Stukle (parteilos)
Lage der Gemeinde Frickingen im Bodenseekreis
Karte
Karte

Geographie


Die Gemeinde liegt im Oberen Salemer Tal im Linzgau inmitten des Landschaftsparks Bodensee-Linzgau, etwa vier Kilometer westlich von Heiligenberg, fünf Kilometer nördlich von Salem und rund zehn Kilometer nördlich von Überlingen.


Geschichte


Archäologische Funde deuten auf eine Besiedelung des heutigen Gemeindegebiets bereits in der Steinzeit und später durch die Kelten hin. Die Ursprünge der heutigen Siedlungen liegen offenbar in alemannischer Zeit.

Der Ort Frickingen wurde 1094 in einer Schrift des Klosters Allerheiligen in Schaffhausen erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert stand hier eine Burg, die 1235 zusammen mit weiteren Besitztümern vom Hochstift Konstanz erworben wurde. Ab etwa 1300 lagen die Vogteirechte bei den Grafen von Werdenberg-Heiligenberg, von 1534 an bis zur Mediatisierung 1806 gehörte das Gebiet zum Besitz des Hauses Fürstenberg. Danach gehörte Frickingen zu Baden, das Frickingen dem badischen Bezirksamt Heiligenberg, später Überlingen zuordnete. Ab 1939 gehörte Frickingen zum Landkreis Überlingen im Landeskommissärbezirk Konstanz. Ab 1952 wurde der Landkreis Überlingen dem Regierungsbezirk Südbaden in Baden-Württemberg eingegliedert. Nach der Kreisreform am 1. Januar 1973 ging Frickingen zusammen mit den Gemeinden Altheim und Leustetten als neue Gemeinde Frickingen im neu gegründeten Bodenseekreis in Baden-Württemberg auf. Die Alt-Gemeinde Frickingen bestand aus den Dörfern Frickingen und Bruckfelden, den Zinken Golpenweiler, Birkenweiler und Rickenwiesen, den Höfen Ahäusle und Elisabethenhof (Felderhof) und den Häusern Am Sandbühl/Burgstall (Birkenweiler), Gaiswinkel und Pfaffenweiher.

Die heutige Gemeinde wurde bei der Gebietsreform in Baden-Württemberg am 1. Januar 1973 durch Vereinigung der Gemeinden Altheim, Frickingen und Leustetten neu gebildet.[2]


Ortsteile


Neben Frickingen gehören die Teilorte Altheim und Leustetten zum Gemeindegebiet.


Altheim

Wappen
Wappen

Zu Altheim gehören die Weiler Gailhöfe und Rickertsweiler und die Höfe Bärweiler, Berghof, Heimatsweiler, Pförendorf, Riedhof und Steigen. Altheim wurde erstmals 1142 in der Chronik des Klosters Petershausen erwähnt. Größter Grundbesitzer war das Damenstift Lindau. Die niedere Gerichtsbarkeit lag seit dem 13. Jahrhundert beim Bischof von Konstanz. 1507 ging die Herrschaft über den Ort auf die Reichsstadt Überlingen über, die Altheim knapp 300 Jahre verwaltete. Im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses kam der Ort 1806 zu Baden und bei Gründung des Landes Baden-Württemberg 1952 dorthin.


Leustetten

Wappen
Wappen

Zu Leustetten gehört der Weiler Steinenberg, der Zinken Lampach und das Gehöft Finkenhausen. Leustetten wurde erstmals 1134 in der Gründungsurkunde des Klosters Salem genannt. Wie Frickingen gehörte es zur Grafschaft Werdenberg-Heiligenberg und später zur Grafschaft Fürstenberg. 1806 wurde Leustetten in das Land Baden eingegliedert und nach Frickingen eingemeindet, war aber ab 1832 wieder eine eigenständige Gemeinde.


Schutzgebiete


In Frickingen liegt ein kleiner Teil des Naturschutzgebiets Aachtobel und ein Teil des Landschaftsschutzgebiets Heiligenberg. Die Seefelder Aach gehört zum FFH-Gebiet Bodensee Hinterland bei Überlingen.[3]


Religion


Frickingen ist überwiegend römisch-katholisch geprägt. In Frickingen gab es bereits vor 1235 eine Pfarrgemeinde. Im Ortsteil Altheim ist eine Pfarrei seit 1275 nachgewiesen. Leustetten gehörte ursprünglich zur Pfarrei in Frickingen, seit 1291 gehört es jedoch zur Pfarrgemeinde Weildorf. Zur Pfarrgemeinde Frickingen gehört auch der Salemer Ortsteil Rickenbach.


Politik



Verwaltungsverband


Frickingen hat sich mit den Gemeinden Salem und Heiligenberg zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen.


Gemeinderat


Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in Frickingen führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.[4] Die Wahlbeteiligung lag bei 70,5 % (2014: 58,9 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Freie Wähler9 Sitze77,6 %(2014: 7 Sitze, 61,3 %)
CDU3 Sitze22,4 %(2014: 3 Sitze, 24,1 %)
Unabhängige Bürgergemeinschaft Frickingen0 Sitze0 %(2014: 2 Sitze, 14,6 %)

Bürgermeister



Wappen


Blasonierung: In Gold ein blau bewehrter und blau bezungter roter Adler, belegt mit einem zweimal von Gold und rot schräg geteilten Brustschild.


Gemeindepartnerschaften


Frickingen unterhält eine Partnerschaft mit der Schweizer Gemeinde Frick im Kanton Aargau. Außerdem werden freundschaftliche Beziehungen zu Dürrröhrsdorf-Dittersbach in Sachsen gepflegt.


Wirtschaft und Infrastruktur


Die Gemeinde Frickingen hat sich bis heute eine landwirtschaftliche Prägung erhalten. Vor allem der Obstbau spielt eine wichtige Rolle. Es gibt 63 Kleinbrenner (Stand: Dezember 2011).[10] Darüber hinaus gewinnt der Tourismus als Wirtschaftsfaktor zunehmend an Bedeutung. Schließlich pendeln auch viele Bewohner in die umliegenden größeren Städte oder arbeiten im hauptsächlich mittelständischen Gewerbe. Ein wichtiger Arbeitgeber mit Sitz in Frickingen ist die Firma Hermann Schwelling Maschinenbau (HSM GmbH + Co. KG). Sie stellt Ballenpressen (Großpressen), Aktenvernichter und Schriftgutvernichtungsanlagen her und ist teilweise Marktführer dieser Produkte in Deutschland. Weitere Betriebe befinden sich im Gewerbegebiet „Böttlin“. Frickingen verfügt zudem über einen Wertstoffhof.


Verkehr


Die Gemeinde ist durch Buslinien u. a. mit Überlingen und Salem verbunden und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an.

Von 1905 bis 1953 war der Ort Endpunkt der Bahnstrecke Mimmenhausen-Neufrach–Frickingen, auch Salemertal-Bahn genannt. An diese Zeit erinnern die alten Bahnhofsgebäude (Frickingen und Leustetten) und die Bahnhofstraße.

Durch das Gemeindegebiet verläuft die fünfte Etappe des Jubiläumswegs, ein 111 Kilometer langer Wanderweg, der 1998 zum 25-jährigen Bestehen des Bodenseekreises ausgeschildert wurde. Er führt über sechs Etappen durch das Hinterland des Bodensees von Kressbronn über Neukirch, Meckenbeuren, Markdorf, Heiligenberg und Owingen nach Überlingen.


Bildung


Frickingen verfügt über eine Grundschule, einen katholischen Kindergarten und einen Waldorfkindergarten, im Ortsteil Altheim gibt es ein gemeindliches Kinderhaus mit Kindergarten und Krippe und in Bruckfelden eine Heimsonderschule für Behinderte.

Seit einigen Jahren bildet die Camphill-Bewegung in einer Einrichtung in Frickingen Personen in der Heilerziehungspflege aus.[11]


Kultur und Sehenswürdigkeiten


Der Frickinger Obstlehrpfad bietet viel Wissenswertes über den Apfelbau. Er führt über vier Kilometer vom Sportzentrum durch die Obstplantagen zurück ins Dorf.[12]


Museen


Tüftler-Werkstatt-Museum in Frickingen-Altheim
Tüftler-Werkstatt-Museum in Frickingen-Altheim
Gerber-Museum Leustetten
Gerber-Museum Leustetten

Bauwerke



Freizeit & Sport


In der Gemeinde befindet sich die SpVgg F.A.L. (Spielvereinigung Frickingen, Altheim, Lippertsreute) mit den Abteilungen Fußball, Tischtennis, Leichtathletik, Tennis und Turnen/Gymnastik. Trainiert wird im HSM-Sportzentrum am Aubach und in der Graf-Burchard-Halle. Im Ortsteil Leustetten befindet sich ein Naturerlebnisbad, welches ohne den Einsatz von Chemikalien betrieben wird.


Regelmäßige Veranstaltungen



Söhne und Töchter der Gemeinde



Literatur




Commons: Frickingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Frickingen – Reiseführer

Einzelnachweise


  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2021 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 503.
  3. Daten- und Kartendienst der LUBW
  4. Wahlinformation des Kommunalen Rechenzentrums
  5. as: Neue Leitung will wieder durchstarten. In: Südkurier vom 17. Januar 2007
  6. Sebastian Pantel: Vom Lausbub zum Stadtvater. In: Südkurier vom 29. Juli 2010
  7. Eva-Maria Bast: Der Philosoph unter den Kreisräten sammelt Glückwünsche. In: Südkurier vom 4. Dezember 2010
  8. leb: Böttinger tritt wieder an. In: Südkurier vom 19. November 2005
  9. http://www.suedkurier.de/region/bodenseekreis-oberschwaben/frickingen/Juergen-Stukle-mit-98-3-Prozent-zum-Frickinger-Buergermeister-gewaehlt;art372473,6780412
  10. Südkurier-Grafik: Orlowski/ Quelle: Hauptzollamt Ulm: Zahl der Kleinbrenner. In: Hanspeter Walter (hpw): Das alte Monopol läuft aus. In: Südkurier vom 17. Dezember 2011
  11. Website Camphill, 2. September 2021
  12. Urlaubsideen rund um den Apfel. Lehrpfad, Museen und Feste. In: Bodensee Ferienzeitung. Ausgabe 2/2009. Südkurier GmbH Medienhaus, Konstanz 2009, S. 6.
  13. Damit die Menschen heute noch erfahren, wie es früher einmal war: Siegfried Werres. In: Der Linzgauer. Ausgabe 2013/2014.
  14. Gerber-Museum Lohmühle (Memento vom 27. April 2014 im Internet Archive)

На других языках


- [de] Frickingen

[en] Frickingen

Frickingen is a commune and a village in the district of Bodensee in Baden-Württemberg in Germany.

[ru] Фрикинген

Фрикинген (нем. Frickingen) — коммуна в Германии, в земле Баден-Вюртемберг.



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