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Szeged [ˈsɛgɛd] anhören?/i (deutsch Szegedin oder Segedin, kroatisch Segedin, serbisch Сегедин Segedin, rumänisch Seghedin) ist mit 160.766 Einwohnern (2019)[2] die drittgrößte Stadt Ungarns. Sie liegt an der Südgrenze des Landes beim Dreiländereck mit Serbien und Rumänien an der Mündung des Flusses Marosch (ungarisch Maros) in die Theiß (ungarisch Tisza). Mit der rund 170 km nördlich gelegenen Hauptstadt Budapest ist die Stadt über die Intercity-Bahnverbindung und die Autobahn M5 verbunden. Szeged ist Sitz des Komitats Csongrád-Csanád und besitzt selbst Komitatsrecht. Über 2000 Sonnenstunden pro Jahr – mehr als in jeder anderen Stadt des Landes – haben Szeged den Beinamen „Stadt des Sonnenscheins“ beschert.

Szeged
Szeged (Ungarn)
Szeged (Ungarn)
Szeged
Basisdaten
Staat: Ungarn Ungarn
Region: Südliche Große Tiefebene
Komitat: Csongrád-Csanád
Kleingebiet bis 31.12.2012: Szeged
Kreis seit 1.1.2013: Szeged
Koordinaten: 46° 15′ N, 20° 9′ O
Höhe: 75 m
Fläche: 280,84 km²
Einwohner: 159.074 (2021)
Bevölkerungsdichte: 566 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 62
Postleitzahl: 6700–6791
Struktur und Verwaltung (Stand: 2022)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: László Botka[1] (Összefogás Szegedért Egyesület)
Postanschrift: Széchenyi tér 10–11
6720 Szeged
Website:
Rathaus von Szeged (1883 errichtet)
Rathaus von Szeged (1883 errichtet)

Geographie



Geographische Lage


Szeged liegt in Südungarn und im südlichen Teil der Großen Ungarischen Tiefebene am Unterlauf der Theiß, die etwa 120 km südlich von Szeged auf dem Gebiet Serbiens in der Vojvodina in die Donau mündet. An der östlichen Stadtgrenze mündet der Marosch in die Theiß.

Auf dem Stadtgebiet liegen zwei größere und ca. 15 kleine Seen. Die zwei großen Seen (Fehér-tó und Sándorfalvi halastó) befinden sich im Norden des Stadtgebietes. Einige der kleineren Seen sind künstlich angelegt, z. B. für den Kanusport.


Stadtteile und Bezirke


  • Szentmihály
  • Gyálarét
  • Kiskundorozsma
  • Iparváros
  • Kecskéstelep
  • Klebelsbergtelep
  • Alsóváros
  • Móraváros
  • Béketelep
  • Rókus
  • Makkosház
  • Baktó
  • Tarján
  • Belváros
  • Újszeged
  • Tápé
  • Petőfitelep
  • Szőreg

Nachbargemeinden



Klima


Es herrscht ein gemäßigtes kontinentales Klima mit geringen Niederschlägen, heißen Sommern und kalten Wintern. Der kälteste Monat ist der Januar (durchschnittlich −1,4 °C), der wärmste ist der Juli (+23,0 °C). Mit durchschnittlich 2100 Sonnenstunden im Jahr ist die Region um Szeged die sonnenreichste Region in Ungarn.

Szeged
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
29
 
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-5
 
 
25
 
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4
-2
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Szeged
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,7 5,1 11,2 17,1 22,3 25,3 27,4 27,0 23,4 17,6 9,5 3,8 Ø 16
Min. Temperatur (°C) −4,8 −2,5 0,9 5,5 10,3 13,4 14,4 13,9 10,4 5,6 1,7 −2,1 Ø 5,6
Niederschlag (mm) 29 25 29 41 51 72 50 57 34 26 41 40 Σ 495
Sonnenstunden (h/d) 2,0 3,1 4,6 6,0 7,6 8,5 9,3 8,6 7,0 5,5 2,7 1,6 Ø 5,6
Regentage (d) 6 5 6 7 8 9 6 6 5 5 7 7 Σ 77
Luftfeuchtigkeit (%) 86 83 74 69 68 69 67 69 72 75 84 87 Ø 75,2
T
e
m
p
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a
t
u
r
1,7
−4,8
5,1
−2,5
11,2
0,9
17,1
5,5
22,3
10,3
25,3
13,4
27,4
14,4
27,0
13,9
23,4
10,4
17,6
5,6
9,5
1,7
3,8
−2,1
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Geschichte


Die ältesten Anzeichen in der Gegend des heutigen Szeged und an der Theiß stammen von Mammutjägern aus der letzten Eiszeit um 24.000 vor Christus. Die ersten archäologischenen Funde gehen auf die Jungsteinzeit ca. 5.000 vor Christus zurück.

Szeged wurde von den Römern gegründet und trug den Namen Partiscum. Ausgrabungen lassen vermuteten, dass der Hunnenkönig Attila hier einen Stützpunkt unterhielt.

In der Römerzeit wurde auf den noch heute durch Szeged laufenden Wasser- und Landwegen Salz, Gold und Holz befördert. Die Ungarn siedelten sich nach der Landnahme im 10. Jahrhundert an. Die erste urkundliche Angabe über die Stadt stammt aus dem Jahre 1183, in dem Szeged (Ciggedin) als Zentrum des ungarischen Salztransportes erwähnt wird. Nachdem Szeged während des Mongolensturms 1241 niedergebrannt worden war, wurde die Stadt wieder aufgebaut und mit einer Burg befestigt. Im 13. Jahrhundert etablierte sich Szeged besonders wegen seiner Salzproduktion zu einem Handelszentrum.

Im Jahre 1247 nahm König Béla IV. Szeged für sich in Anspruch. 1498 wurde sie zur Königlichen Freistadt erhoben. 1526 wurde sie von den Türken geplündert und niedergebrannt. Die Türkenherrschaft dauerte 143 Jahre und endete 1686, als die Stadt und die Burg von den österreichischen kaiserlichen Heeren zurückerobert wurde. Während des Freiheitskampfes gegen die Habsburger (1848/49) fungierte Szeged für kurze Zeit als Hauptstadt des Landes.

Prämien-Anleihe zu Zwecken der Regulierung der Theiss und deren Nebenflüsse und des Wiederaufbaues der Stadt Szegedin vom 1. Mai 1880
Prämien-Anleihe zu Zwecken der Regulierung der Theiss und deren Nebenflüsse und des Wiederaufbaues der Stadt Szegedin vom 1. Mai 1880
Hochwasserstände in Szeged
Hochwasserstände in Szeged

Ein katastrophales Hochwasser im Jahr 1879 zerstörte die Stadt zu 95 %. Von den rund 6000 Häusern blieben nur 300 von der Überschwemmung verschont. Die Stadt wurde mit internationaler Hilfe wieder aufgebaut, wobei praktisch alles neu geplant und angelegt wurde. Dadurch erklärt sich die Struktur der Straßen der Stadt mit Ringen und strahlenförmigen Wegen. Die Ringstraßen tragen heute die Namen der Städte, die beim Wiederaufbau geholfen haben. Mit seinem einheitlichen, eklektizistischen Stadtbild, den Palästen der Innenstadt sowie den großzügigen Parks und Plätzen erhielt Szeged den Charakter einer modernen europäischen Stadt.

Nach dem Hochwasser legten die Bürger von Szeged ein Gelübde ab: Sollte ihre Stadt wieder aufgebaut werden, so wollten sie ein großes Gotteshaus errichten. 1880, ein Jahr nach dem zerstörerischen Hochwasser, wurde der Bau beschlossen. Der Grundstein wurde 1914 gelegt, vollendet wurde der Dom Unsere Liebe Frau von Ungarn im Jahre 1930. Er ist die viertgrößte Kirche in Ungarn und die einzige Kathedrale, die in Ungarn im 20. Jahrhundert errichtet wurde. Auf dem Domplatz finden seit 1931 alljährlich die Szegediner Freilichtspiele statt.

Um die Jahrhundertwende begann ein schneller Aufschwung auf allen Gebieten. Handel und Gewerbe blühten auf, Schulen wurden gebaut, neue Ämter und Institutionen etablierten sich. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurden Szeged und sein Umland – entsprechend dem Belgrader Abkommen vom 8. November 1918 – ab Frühjahr 1919 von französischen Truppen in der Stärke von rund 28.000 Mann besetzt.[3] Die Besatzung wurde bis 1929 aufrechterhalten.

1921 wurde die Universität Kolozsvár (Klausenburg), 1923 bzw. 1931 der Bischofssitz des Bistums Csanád aus Temesvár, 1928 die Pädagogische Hochschule Pest nach Szeged verlegt. Der 1913 begonnene, durch den Ersten Weltkrieg unterbrochene Bau des Doms wurde 1930 beendet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem hauptsächlich die Brücken zerstört worden waren, begann die erneute Entwicklung der Stadt. In den 1960er Jahren werden zahlreiche neue Wohnungen gebaut, die Lebensmittelindustrie (Salamiherstellung, Paprikaverarbeitung, Konservenindustrie) wurde zum bedeutendsten Industriezweig Szegeds.

Heute ist Szeged ein Zentrum der Wirtschaft, Kultur und Wissenschaften. Mit den kürzlich unter einem Dach zusammengeführten Universitäten und Hochschulen sowie vielen Gymnasien unterschiedlicher Spezialisierung gehört sie zu den fünf großen Studienzentren Ungarns. Die Anzahl der Schüler und Studenten kommt der Bevölkerung einer mittelgroßen ungarischen Stadt gleich. Neben seinen im Sommer organisierten Freilichtspielen, internationalen Messen, Ausstellungen und Sportereignissen ist Szeged auch im Kreise der Gastronomie-Liebhaber bekannt.


Bevölkerung


Bei der Volkszählung von 2011 lebten in Szeged 83,9 % Magyaren, 0,9 % Deutsche, 0,9 % Sinti, Roma und verwandte Gruppen, 0,8 % Serben, 0,3 % Rumänen, 0,2 % Slowaken, 0,1 % Kroaten, 1,8 % andere Nationalitäten.[4]


Einwohnerentwicklung


Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand.[4]

Jahr Einwohner
1991 176.135
2001 165.588
2011 161.131
2021 159.074

Wirtschaft und Infrastruktur



Lebensmittelindustrie


Szegeds Wirtschaft zeichnet sich vor allem durch die Lebensmittelproduktion aus. Die wichtigsten Produkte, die auch exportiert werden, sind Salami, der weltberühmte Szegediner Paprika (scharf oder edelsüß) und Konserven. Das Unternehmen Pick ist eines der erfolgreichsten und wohl auch im Ausland bekanntesten ungarischen Unternehmen, das vor allem durch die Salamiproduktion berühmt geworden ist. Es ist für Szeged eines der wichtigsten Unternehmen, da Pick auch ein Förderer der Kultur und des Sports in Szeged ist. Eine neue Produktgruppe bilden Salami- und Wurstwaren aus dem Fleisch des ungarischen Mangaliza-Schweines.


Verkehr


Belvárosi híd beim jährlichen Frühjahrshochwasser
Belvárosi híd beim jährlichen Frühjahrshochwasser

Im Stadtgebiet überspannen zwei Brücken die Theiß. Im östlichen Teil Szegeds verbindet die Bertalan híd die Római krt. (körút, also eine der Ringstraßen) mit der in Neu-Szeged liegenden Temesvári krt. Etwa 500 m westlich davon verbindet die Belvárosi híd den Roosevelt tér mit dem in Neu-Szeged liegenden Torontál tér. Beide Brücken tragen seit einer Entscheidung des Stadtrates im Mai 2001 ihre jetzigen Namen. Eine Eisenbahnbrücke auf der Strecke nach Temesvár verband seit 1858 ebenfalls die beiden Theiß-Ufer. Sie war die erste große Eisenbahnbrücke in Ungarn und bestand bis 1944.

Der bisherige Rasenflugplatz ist zu einem internationalen Flughafen ausgebaut worden und sollte eigentlich schon im September 2007 eröffnet werden. Eigentumsrechtliche Gründe stehen diesem Vorhaben allerdings noch im Weg. Bestandteile des Ausbaus sind u. a. ein neuer, betonierter Rollweg, Landebahnbefeuerung sowie ein den EU-Richtlinien entsprechendes Terminal.[5] In der Stadt beginnt auch die Hauptstraße 47. Szeged ist seit 2005 über die Autobahn M5 und M43 erreichbar.


Fernverkehr


Mit dem Intercity gibt es eine direkte Verbindung nach Budapest. Außerdem fahren in verschiedenen Richtungen Regionalzüge. Mit dem grenznahen Rumänien gibt es seit 1920 keine Schienenverbindung mehr. Neben dem Fernverkehrsbahnhof befinden sich mit Újszeged vá. und Rókus vá. noch zwei weitere Bahnhöfe auf dem Stadtgebiet.


Nahverkehr


Straßenbahn- und Trolleybusnetz
Straßenbahn- und Trolleybusnetz
PESA-Straßenbahn in Szeged
PESA-Straßenbahn in Szeged

Das öffentliche Verkehrsnetz in Szeged ist recht gut ausgebaut. In der Stadt verkehren Busse, Straßenbahnen und auch Trolleybusse (Oberleitungsbusse). Die meisten öffentlichen Verkehrsmittel verkehren zwischen 4:00 Uhr und 23:00 Uhr.

Unterhalten wird der öffentliche Nahverkehr in Szeged von zwei Unternehmen, den Szegediner Verkehrsbetrieben (ungarisch SzKT, Szegedi Közlekedési Társasag) und Tisza Volán. Die SzKT unterhält das Straßenbahnnetz sowie die Trolleybuslinien. Tisza Volán betreibt die Busverbindungen innerhalb und außerhalb Szegeds.

Nach der großen Flut 1879, als das Verkehrsaufkommen wieder anstieg, wurde klar, dass die eingesetzten Pferdeomnibusse zu ineffizient wurden. So setzte am 1. Juli 1884 ein Unternehmen, woraus sich später die SzKT entwickeln sollte, erste Pferdebahnen ein. Bereits ein Jahr später, 1885, wurden so über 300.000 Fahrgäste in Szeged befördert.

Die erste elektrische Straßenbahn wurde am 1. Oktober 1908 in Szeged eingesetzt, um Menschen und Güter zu befördern. Einen schweren Rückschlag musste die neu eingeführte Technik im Ersten Weltkrieg hinnehmen. Einige Linien wurden eingestellt, zwei Fahrzeuge mussten aus Geldmangel verkauft werden. Außerdem wurde auch der Fahrplan ausgedünnt.

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Netz praktisch unbeschadet, auch wenn in den letzten Kriegstagen der Verkehr eingestellt werden musste. 1955 verkehrte die erste Buslinie. Es war geplant, dass die vorhandenen Busse das zweite Standbein hinter der Straßenbahn in Szeged sein sollten. Doch die Buslinien wurden wesentlich populärer als die Straßenbahnen. 1963 wurde der Busverkehr von der neu gegründeten Tisza Volán übernommen.

Die ersten Oberleitungsbusse wurden am 29. April 1979 in Szeged eingesetzt, wodurch die Bedeutung der Straßenbahn weiter abnahm. Dies resultierte auch daraus, dass die eingesetzten Wagen der Straßenbahn kaum erneuert wurden. 1996 kaufte man schließlich 13 Straßenbahnwagen des Unternehmens Tatra, um das marode gewordene Straßenbahnnetz aufzuwerten. Zwischen 2000 und 2001 wurde auch der Fuhrpark der Oberleitungsbusse von SzKT durch Neueinkäufe erweitert und erneuert. 2005 entschloss man sich, durch die Anschaffung gebrauchter Tatra-Wagen aus Deutschland die alten FVV-Wagen der Straßenbahn größtenteils zu ersetzen.

Heute umfasst das öffentliche Verkehrsnetz von Szeged 42 Buslinien, 4 Straßenbahnlinien, 1 Tram-Train-Linie und 6 Oberleitungsbus-Linien. Außer Szeged haben nur noch drei weitere Städte in Ungarn, Budapest, Miskolc und Debrecen, eine Straßenbahn. Oberleitungsbusse findet man außer in Szeged nur noch in Budapest und Debrecen.

Seit November 2021 besteht mit eine Tram-train-Strecke zwischen Szeged und der Nachbarstadt Hódmezővásárhely.


Kultur und Sehenswürdigkeiten


Theater
Theater
Votivkirche (Kathedrale)
Votivkirche (Kathedrale)
Ferenc-Móra-Museum
Ferenc-Móra-Museum
Synagoge Szeged
Synagoge Szeged
Reök Palota in Szeged
Reök Palota in Szeged

Sehenswürdigkeiten


Szeged bildet mit seinen historischen Gebäuden und Plätzen einen Anziehungspunkt für Touristen, die vornehmlich aus Europa und Amerika kommen.

Einer der schönsten Plätze Szegeds ist der Széchenyi tér (tér = „Platz“) mit dem im Jugendstil errichteten Rathaus (városháza) im Stadtzentrum. Mit seinen Grünflächen, Statuen und Brunnen lädt er zum Flanieren ein und wird von der Stadt regelmäßig als Veranstaltungsgelände genutzt.

Südlich des Széchenyi tér schließt sich die Kárász utca (utca = „Straße“) an, die größte Einkaufsstraße Szegeds, die über den Klauzál tér in den Dugonics tér mündet.

Auf dem Klauzál tér befindet sich eines der bekanntesten und größten Kaffeehäuser Szegeds, das Virág-kávéház. Vom Balkon des Kárász-Hauses hielt Lajos Kossuth 1849 seine letzte Rede in Ungarn, bevor er ins Exil ging. Auf dem Dugonics tér fällt der erste Blick auf dem im Mittelpunkt des Platzes angeordneten Brunnen mit seinem Wasserspiel und dem ebenfalls im Jugendstil errichteten Verwaltungsgebäude der Universität.

Südöstlich vom Dugonics tér liegt der bekannteste Platz Szegeds, der Dóm tér. Schon von weitem sichtbar ist die anliegende Votivkirche, deren Bau ein Jahr nach dem Jahrhunderthochwasser von 1879 von den Ratsherren Szegeds beschlossen wurde. Beim Bau wurden die Grundmauern des Demetrius-Turms entdeckt, der nach seiner Restauration noch heute zu besichtigen ist und als ältestes Gebäude Szegeds gilt. Eingerahmt wird der Platz von der Nationalen Gedenkhalle (dem Pantheon), wo durch Statuen, Büsten und Tafeln berühmte Personen des öffentlichen, politischen und wissenschaftlichen Lebens Ungarns geehrt werden. Eine weitere Besonderheit ist die Musikuhr (Zenélő óra), die sich über dem nördlichen Zugang des Platzes befindet und jeweils um 12:15 Uhr und um 16:15 Uhr für neun Minuten ihr Glocken- und Figurenspiel erklingen lässt. Im Sommer werden im Rahmen der „Szegediner Freilichtspiele“ hier Stücke der Oper- und Dramenliteratur aufgeführt, aber auch Folkloreabende veranstaltet. Gegenüber der Votivkirche liegen das Bischöfliche Palais und das Gebäude der Universität. Am Nordende des Dóm tér liegt die serbisch-orthodoxe Kirche, die 1773–1778 erbaut wurde. In ihr befindet sich eine aus Birnbaumholz geschnitzte Rokoko-Ikonostase mit 80 Ikonen von Jován Popovics.

In Richtung Theiß und dann nördlich zur Belvárosi híd schließt sich der Roosevelt tér an. Dort steht das Ferenc-Móra-Museum, dessen Gründer der ungarische Schriftsteller Ferenc Móra ist. In den Hallen des Museums sind Ausstellungen zur Frühgeschichte der Region sowie Exponate zu archäologischen Funden der Awarenzeit zu besichtigen, aber auch Ausstellungen zur Bildenden Kunst, Naturwissenschaften, Apotheken, Volkskunst des Komitats Csongrád sowie eine Gedenkausstellung zu Ferenc Móra (1879–1934) sind dort zu finden. Nicht weit davon entfernt liegt das Nationaltheater in der Deák Ferenc utca 12, das 1883 vom Wiener Architektenbüro Fellner & Helmer im neobarocken Stil errichtet wurde.

An der spätgotischen Franziskanerkirche (Ferences templon) befindet sich seit 1931 eine Kopie des 1486 datierten Matthias-Corvinus-Denkmals in Bautzen. Der einstige ungarische Religions- und Kultusminister Kuno Graf Klebelsberg (1875–1932) hatte einen 1896 vorgenommenen Abguss vom Original nach dem Beispiel von Budapest der Stadt Szeged überlassen. König Matthias hatte den Observantenkonvent des Franziskanerordens begünstigt.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind unter anderem:


Regelmäßige Veranstaltungen


In Szeged finden das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen statt, die nicht nur für die Bürger Szegeds und der Region interessant sind, sondern auch Touristen anziehen:


Sport


Pick Aréna
Pick Aréna

Der auch außerhalb Ungarns bekannteste Sportclub der Stadt ist der Handballverein SC Pick Szeged, der zu den besten drei Vereinen in der obersten ungarischen Handball-Liga der Männer zählt. Der SC Pick Szeged ist regelmäßig im Europapokal vertreten und spielte in der Saison 2005/06 in der Champions League. Im Mai 2007 wurden die Handballer von Pick Szeged Ungarischer Meister.

Im Westen von Szeged existiert eine 2400 Meter lange und 122 Meter breite Ruder- und Kanuregattastrecke. Auf ihr wurden die Weltmeisterschaften im Kanurennsport 1998, 2006, 2011 und 2019 ausgetragen.

Szeged besitzt auch eine internationale Speedway-Rennbahn, auf der auch schon Prädikatsläufe zu WM-Qualifikationen ausgetragen wurden. Neben Miskolc und Debrecen ist Szeged eine der drei ungarischen Zentren des Speedwaysports.


Bildung, Wissenschaft und Forschung


Hauptgebäude der Universität
Hauptgebäude der Universität

Die zwei bekanntesten Gymnasien (das Ságvári Endre Gyakorló Gimnázium und das Radnóti Miklós Gimnázium) zählen zu den 15 besten des Landes. Szeged ist ein Anziehungspunkt für viele tausend Studenten und Studentinnen aus ganz Ungarn und aus anderen Ländern, darunter auch viele internationale Mediziner.


Städtepartnerschaften


Szeged listet folgende siebzehn Partnerstädte auf:[6][7]

StadtLandseit
CambridgeVereinigtes Konigreich England, Vereinigtes Königreich1987
Darmstadt Deutschland Hessen, Deutschland1990
Kotor Montenegro Montenegro2002
Larnaka Zypern Republik Zypern1994
Łódź Polen Polen2004
Lüttich Belgien Wallonie, Belgien2001
Nizza Frankreich Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich1969
Odessa Ukraine Ukraine1956
Parma Italien Emilia-Romagna, Italien1988
Pula Kroatien Istrien, Kroatien2003
Rachiw Ukraine Transkarpatien, Ukraine1939, erneuert 1997
SăcueniRumänien Kreischgebiet, Rumänien
Subotica Serbien Vojvodina, Serbien1966, erneuert 2004
Târgu Mureș Rumänien Siebenbürgen, Rumänien1997
Timișoara Rumänien Banat, Rumänien1998
Toledo Vereinigte Staaten Ohio, Vereinigte Staaten1990
Turku Finnland Varsinais-Suomi, Finnland1971
WeinanChina Volksrepublik Xibei, Volksrepublik China1999

Persönlichkeiten


Albert Szent-Györgyis Büste am Dóm tér in Szeged
Albert Szent-Györgyis Büste am Dóm tér in Szeged

Weitere Persönlichkeiten sowie Ehrenbürger der Stadt befinden sich in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Szeged.


Kulinarische Spezialitäten


Szegediner Paprika
Szegediner Paprika

Produkte der Stadt sind die unter anderem die Wintersalami Szegedi téliszálami, die Pick-Salami und der Szegediner Paprika, der den ungarischen Gerichten den besonderen Geschmack verleiht. Dieses Gewürz wird reichlich in der nur hier zubereiteten Szegediner Fischsuppe verwendet.

Der deutsche Name für das Szegediner Gulasch ist irreführend, da die ursprüngliche ungarische Bezeichnung Székely gulyás nicht auf die Stadt Szeged, sondern auf den Namen des ungarischen Schriftstellers und Dichters József Székely (1825–1895) zurückgeht.



Commons: Szeged – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Helyi önkormányzati választások 2019 - Szeged (Csongrád megye). Nemzeti Választási Iroda, 13. Oktober 2019, abgerufen am 6. April 2022 (ungarisch).
  2. http://www.ksh.hu/apps/hntr.telepules?p_lang=EN&p_id=33367
  3. Christian Koller: ‚Von Wilden aller Rassen niedergemetzelt‘: die Diskussion um die Verwendung von Kolonialtruppen in Europa zwischen Rassismus, Kolonial- und Militärpolitik (1914–1930), Stuttgart 2001, S. 336.
  4. Szeged bei Magyarország Helységnévtára (ungarisch)
  5. Ausbau des Flughafens bis 2006 (Memento des Originals vom 25. Mai 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ceebn.com.
  6. Arany oldal kategóriák Testvérvárosok » Szeged Megyei Jogú Város Önkormányzata. Abgerufen am 22. November 2019.
  7. Testvérvárosok Archives - Szeged Tourinform. Abgerufen am 22. November 2019.

На других языках


- [de] Szeged

[ru] Сегед

Се́гед (венг. Szeged [ˈsɛɡɛd] прослушать (инф.); уст. рус. Сегедин от нем. Szegedin, Segedin) — город на юге Венгрии[3]. Административный центр медье Чонград. Население — 161 921[4] человек (на 1 января 2014 г.), Сегед — третий по величине город Венгрии.



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