Borodjanka (ukrainisch und russisch Бородянка, polnisch Borodzianka) ist eine Siedlung städtischen Typs in der ukrainischen Oblast Kiew mit 13.000 Einwohnern (2020) und Verwaltungssitz des gleichnamigen Rajons.[1]
Borodjanka | ||
Бородянка | ||
![]() |
||
Basisdaten | ||
---|---|---|
Oblast: | Oblast Kiew | |
Rajon: | Rajon Borodjanka | |
Höhe: | keine Angabe | |
Fläche: | 9,463 km² | |
Einwohner: | 13.157 (2020) | |
Bevölkerungsdichte: | 1.390 Einwohner je km² | |
Postleitzahlen: | 07800 | |
Vorwahl: | +380 4577 | |
Geographische Lage: | 50° 39′ N, 29° 55′ O50.64444444444429.922222222222 | |
KOATUU: | 3221055100 | |
Verwaltungsgliederung: | 1 Siedlung städtischen Typs | |
Bürgermeister: | Wolodymyr Mykytowytsch Sahorodnij | |
Adresse: | вул. Леніна 230 07800 смт. Бородянка | |
Website: | http://bsr.gov.ua/ | |
Statistische Informationen | ||
|
Die Siedlung liegt am Ufer des Sdwysch (Здвиж), 55 km nordwestlich von Kiew. Durch Borodjanka verläuft die Bahnstrecke Kowel–Kiew der Piwdenno-Sachidna Salisnyzja, die Fernstraße M 07, die von Kiew zur polnischen Grenze führt sowie die Territorialstraße T-10-19.
Die 1190 gegründete Ortschaft lag bis 1667 unter seinem polnischen Namen Borodzianka als Teil der Adelsrepublik Polen-Litauen in der Woiwodschaft Kiew. Danach kam sie zum Russischen Reich und nach dem Russischen Bürgerkrieg zur Ukrainischen SSR innerhalb der Sowjetunion. Seit 1957 besitzt Borodjanka den Status einer Siedlung städtischen Typs. Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ist die Ortschaft ein Teil der unabhängigen Ukraine.[2]
Nördlich der Ortschaft befindet sich ein ehemaliger Militärflugplatz. Am 10. Juni 2012 stürzte eine Let L-410 nahe dem Flugplatz in ein Feld; fünf der Insassen starben.[3][4]
Kurz nach dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine am 24. Februar 2022 begann die Schlacht um Kiew. Ukrainische Streitkräfte verteidigten die Hauptstadt der Ukraine erfolgreich; die angreifenden russischen Streitkräfte zogen sich nach etwa fünf Wochen zurück. Nach dem Abzug der russischen Truppen fanden die nachrückenden ukrainischen Streitkräfte eine in großen Teilen verwüstete Stadt vor.[5]
Das Massaker von Butscha war in vielen Ländern entsetzt aufgenommen worden. Einige Tage später wurden auch in Borodjanka nach dem Abzug der russischen Truppen zahlreiche getötete Zivilisten gefunden[6][7][8][9] und es war von einem „Muster von mutmaßlichen Kriegsverbrechen“ die Rede.[10] Präsident Selenskyj sagte, die dort begangenen Gräueltaten seien noch viel schrecklicher als in Butscha.[11] Nach seinem Besuch in Borodjanka am 13. April 2022 sprach sich der litauische Staatspräsident Gitanas Nauseda für stärkere Sanktionen gegen Russland und weitere Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Er zeigte sich tief erschüttert über die verübten „Gräueltaten“ und über die Lage in der Stadt: „Die Bilder sind apokalyptisch.“[12]
Der Rajon Borodjanka, dessen administratives Zentrum der Ort ist, hat eine Fläche von 934 km² und eine Bevölkerungszahl von etwa 57.400 Einwohnern. Die Bevölkerungsdichte beträgt 61 Einwohner je km².
Beresan | Bila Zerkwa | Bohuslaw | Bojarka | Boryspil | Browary | Butscha | Fastiw | Irpin | Jahotyn | Kaharlyk | Myroniwka | Obuchiw | Perejaslaw | Prypjat | Rschyschtschiw | Skwyra | Slawutytsch | Taraschtscha | Tetijiw | Tschornobyl | Ukrajinka | Usyn | Wassylkiw | Wyschhorod | Wyschnewe
Siedlungen städtischen Typs
Babynzi |
Baryschiwka |
Borowa |
Borodjanka |
Doslidnyzke |
Dymer |
Hlewacha |
Hostomel |
Hrebinky |
Iwankiw |
Kalyniwka |
Kalyniwka |
Kalyta |
Klawdijewo-Tarassowe |
Kodra |
Koschanka |
Kosyn |
Kozjubynske |
Krasjatytschi |
Makariw |
Motyschyn |
Nemischajewe |
Piskiwka |
Rokytne |
Shuriwka |
Stawyschtsche |
Teresyne |
Tschabany |
Welyka Dymerka |
Wolodarka |
Worsel