Tangermünde liegt südöstlich von Stendal in der Altmark auf einer Hochfläche, die durch eine eiszeitliche Endmoräne gebildet wurde. Es liegt am linken Ufer der Elbe direkt an der Mündung des Tangers in die Elbe, woher auch der Name Tangermünde stammt. Der historische Stadtkern, die Stephanskirche und die Burg sind durch ihre Hochlagen vor Hochwasser sicher.
Klima
Der Niederschlag im Jahresmittel 1999–2019 betrug 668mm pro Jahr. Die Jahresdurchschnittstemperatur lag bei 10,4°C. Der statistisch wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlichen 19,8°C. Der Monat Januar, als kältester Monat im Jahr, wies eine Durchschnittstemperatur von 1,3°C auf.[2]
Tangermünde ist durch die gut erhaltene Altstadt mit vielen Fachwerk- und Backsteinbauten sowie durch die recht vollständig erhaltene Burg Tangermünde und die Stadtbefestigung in Backsteinbauweise bekannt.
Stadtgliederung
Die Stadt Tangermünde ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus dem Stadtgebiet Tangermünde (Kernstadt) und 7 Ortschaften, 9 Ortsteilen[3][4] und Wohnplätzen:[5]
Die Burg Tangermünde wurde erstmals vom Chronisten Bischof Thietmar von Merseburg im Jahre 1009 als „civitate Tongeremuthi“ erwähnt, da dort der Tanger (Tongera) in die Elbe mündet. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt datiert aus dem Jahr 1275. Die Lage auf einer felsigen Endmoräne hoch über der Elbe machte die Stadt zum Erhebungsplatz der Elbzölle und später zur markgräflichen Residenz.
Im 14. Jahrhundert war Tangermünde von 1373 bis 1378 der Zweitsitz von Kaiser KarlIV., der 1373 seinen 12-jährigen Sohn Wenzel zum brandenburgischen Kurfürsten ernannt hatte. Unter ihm sollte die Stadt zur Hauptstadt der mittleren Provinzen aufsteigen, wozu der Kaiser die Burg Tangermünde als Residenz ausbauen ließ. Nach dem Tod Kaiser Karls IV. kam es zu einer unruhigen Entwicklung in der Mark, bis die Hohenzollern 1415 von König Sigismund als Kurfürsten mit der Mark belehnt wurden und zunächst in Tangermünde residierten.
Stadtbrunnen, Detail Karl IV.
Die Blütezeit der Hansestadt war das 15. Jahrhundert, in der die Stadttore und das Rathaus im Stil der norddeutschen Backsteingotik entstanden. Die St.-Stephans-Kirche wurde in dieser Zeit zur gotischen Hallenkirche ausgebaut. Die Gunst des Kurfürsten Johann Cicero von Brandenburg verlor die Stadt nach der Rebellion von 1488, als sich die Bürger gegen die Biersteuer auflehnten. Die Residenz wurde in der Folge endgültig nach Cölln verlegt, wo seit 1442 das Berliner Schloss erbaut worden war.
Am 13. September 1617 brannte die Stadt fast vollständig ab. Die Schuld daran gab man – zu Unrecht – der Waise Grete Minde, die aus Rache für das ihr vorenthaltene Erbe gehandelt haben sollte. Sie wurde zum Tode verurteilt und 1619 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Theodor Fontane inspirierte dieses Ereignis zu seiner 1880 erschienenen Novelle Grete Minde.
Elbtor und St.-Stephans-KircheDer Stadtbrunnen
Nach dem Brand entstanden viele prächtige Fachwerkhäuser, deren geschnitzte Portale und Schmuckformen sich bis heute erhalten haben. Die Stadt konnte jedoch, auch bedingt durch den Dreißigjährigen Krieg, ihre Bedeutung als Handelszentrum nicht behaupten und wurde zu einer recht unbedeutenden Landstadt.
Nach dem Frieden von Tilsit war die Stadt 1807–1813 Teil des Königreichs Westphalen. Anschließend wurde sie nicht wieder Brandenburg zugeordnet, sondern gehörte fortan zur neugeschaffenen preußischen Provinz Sachsen. Während der Gründerjahre des 19. Jahrhunderts entstanden im Norden der Stadt neue Wohn- und Industriegebiete. Der Altstadtkern mit Befestigung wurde in dieser Zeit, im Gegensatz zu den meisten Städten in Europa, nicht angetastet, nicht zuletzt weil die Stadtmauer gleichzeitig Böschungsmauer an der steil abfallenden Elbseite ist.
Kurz nach Beginn der NS-Zeit wurden im August 1933 etwa 100 Mitglieder von Arbeiterorganisationen im Rathaus von SA-Männern zusammengetrieben und misshandelt. Ein kommunistischer Bürger erlag den Misshandlungen.
Der Zweite Weltkrieg hinterließ im Stadtzentrum relativ wenige Spuren; durch US-amerikanischen Artilleriebeschuss wurden aber einige wertvolle Fachwerkhäuser zerstört. Am 14. April 1945 zogen US-Soldaten kämpfend in Tangermünde ein.
Im Norden der Stadt wurde die 1933 fertiggestellte Elbbrücke gesprengt.[6] Die Brücke war für Fußgänger aber noch passierbar; für sie wurden Holzplanken ausgelegt. Kurz vor Kriegsende kamen zehntausende deutsche Soldaten und Zivilisten über diese Planken an das Westufer.[6] Auch Einheiten der 12. Armee (Armee Wenck) und Reste der 9.Armee überquerten die Brücke.[7]
In der Zeit der DDR blieb die Altstadt unverändert. Die Bausubstanz verschlechterte sich; einige Denkmale wurden gesichert. Nach der Wende wurde die Stadt saniert und viele Gebäude wurden restauriert.
Eingemeindungen
Tangermünde gehörte bis 1807 zum Tangermündeschen Kreis, dann bis 1813 zum Kanton Tangermünde. Danach kam die Stadt zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.[8] Am 1. Oktober 1906 wurde die Landgemeinde Carlbau in die Stadtgemeinde Tangermünde durch Allerhöchsten Erlaß einverleibt.[9] Nach 1990 gehörte die Stadt der jetzt aufgelösten Verwaltungsgemeinschaft Tangermünde an.
In Gebietsänderungsverträgen zwischen mit der Stadt mit den Gemeinden Bölsdorf, Buch, Grobleben, Hämerten, Langensalzwedel, Miltern, und Storkau beschlossen die jeweiligen Gemeinderäte die Eingemeindungen nach Tangermünde. Die Verträge wurden vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und die Eingemeindungen traten am 1. Januar 2010 in Kraft.[10] Aus den Gemeinden entstanden Ortschaften, für die die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt und jeweils ein Ortschaftsrat gebildet wurde.
Einwohnerentwicklung
Einwohnerentwicklung von Tangermünde von 1964 bis 2017
Die Einwohnerzahlen umfassen die Stadt mit ihren Ortsteilen (Gebietsstand) im jeweiligen Jahr. Quelle bis 2006:[14] ab 1993 Stand 31. Dezember des jeweiligen Jahres.
Lange Straße mit EulenturmLange Straße mit St. StephanskircheNikolaikirche (li.) u. Neustädter Tor (re.)
Bürgermeister
Am 19. April 2015 wurde der parteilose Jürgen Pyrdok in ersten Wahlgang zum Nachfolger des seit 1990 amtierenden Rudolf Opitz gewählt.[17] Am 7.Juli 2015 trat er sein Amt an.
Wappen und Flagge
Das Wappen wurde am 8. September 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt. Blasonierung: „In Silber ein golden bewehrter, rot gezungter roter Adler, die Sachsen besteckt mit je einer silbernen Rose mit goldenem Butzen.“ Die Kleinstadt Tangermünde führt dieses Wappen seit ihrer Gründung. In seiner heutigen Darstellung ähnelt es der Form, wie sie im ausgehenden Mittelalter dargestellt wurde. Den brandenburgischen Adler zeigt auch das älteste Siegel um 1300. Die beiden heraldischen Rosen sind als Unterscheidungsmerkmal Zufügungen späterer Zeit. Die Flagge ist rot-weiß (1:1) gestreift mit dem aufgelegten Stadtwappen.
Das historische Rathaus von TangermündeStadtmauer an der LindenstraßeWehrturm an der SchulstraßeStadtmauer mit den zwei „Putinnen“
Burganlage mit dem ehemaligen Tanzhaus (aus dem 14. Jahrhundert zur Zeit Kaiser KarlsIV.), Kapitel- und Gefängnisturm
Das ab 1430 erbaute historische Rathaus Tangermünde auf dem Marktplatz mit seiner spätgotischen Schauwand gilt als Paradestück deutscher Baukunst der Backsteingotik. Darin befindet sich auch das Heimatmuseum. Es veranschaulicht unter anderem die Geschichte der Grete Minde, die die Stadt 1617 angezündet haben soll und dafür zwei Jahre später auf dem Scheiterhaufen starb.
St.-Stephans-Kirche mit der Orgel des Hamburger Orgelbaumeisters Hans Scherer d. J., dem gotischen Dachgewölbe und dem höchsten der zwölf Türme der Stadt (und der Altmark insgesamt)
Die Sankt-Elisabeth-Kapelle, auch Salzkirche genannt, soll bereits unter Markgraf Johann I. gegründet worden sein. 1456 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wurde sie als königliches Salzmagazin und als Kornspeicher genutzt. Heute ist sie Veranstaltungsraum.
Die fast vollständig erhaltene Stadtmauer mit Hünerdorfer Tor, Neustädter Tor und Elbtor umschließt noch heute die Altstadt. Mit ihrem Bau aus Findlingen wurde möglicherweise um 1300 begonnen, doch sind von diesem ältesten Teil heute nur noch wenige Reste erhalten, z.B. entlang der Lindenstraße im Norden der Altstadt. In ihrem östlichen Teil, zur Elbe hin, ist die Stadtmauer 10–12 m hoch. Im 18. Jahrhundert wurde die Stadtmauer renoviert, weil ihre nachts verschlossenen Tore Schmugglern den Zutritt zur Stadt erschwerten. Da sie auch bei Elbhochwasser die Stadt schützte, wurde sie – im Gegensatz zu den meisten Städten Norddeutschlands – nicht im 19. Jahrhundert abgetragen.[18]
Eulenturm
Schrotturm, ein ehemaliger Wehrturm der Stadtbefestigung, in dem bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Schrotkugeln aus Blei hergestellt wurden
Auf der Elbseite der Stadtmauer sind zwei 30 Meter voneinander entfernte Türme mit Walmdächern beachtenswert, die unter dem Namen „Putinnen“ bekannt sind. Sie wurden um 1470 errichtet, und die Herkunft ihres Namens ist ungeklärt.[19] Möglicherweise geht er auf die niederdeutschen Wörter „buten“ (draußen) und „Tinnen“ (Zinnen) zurück.
Rossfurt, ein von hohen Futtermauern eingefasster Hohlweg vom im 15. Jahrhundert errichteten Elbtor zur Stadt
Steigberg, eine durch einen Wehrturm überbaute Treppe über die Stadtmauer, für die Bewohner der mittelalterlichen Stadt ein wichtiger Zugang zur Elbe
die Ruine des 1434 entstandenen Dominikanerklosters
An der Schulstraße ist der südwestliche Eckturm der Stadtbefestigung erhalten.
In der Altstadt befinden sich zahlreiche weitere denkmalgeschützte Gebäude, darunter das ehemalige, heute als Gaststätte genutzte Schulhaus Kirchstraße40.
Museen und weitere Sehenswürdigkeiten
Burgmuseum im ehemaligen Wohnhaus des Schlosshauptmannes, dem ältesten erhaltenen Wohnhaus in der Stadt, erbaut 1453
Die Salzkirche ist heute ein Veranstaltungsraum für Musik und Kunst.
Das Stadtgeschichtliche Museum im historischen Rathaus
Das Museum Zeitzeug am Eulenturm widmet sich dem Alltag der Menschen in der Altmark in den letzten 200 Jahren.
Stadtbrunnen an der St.-Stephans-Kirche
Denkmäler und Gedenkstätten
Grete-Minde-Denkmal vor dem historischen Rathaus
Denkmal des Kaisers KarlIV. auf der Burganlage, überlebensgroße Bronzeplastik von Ludwig Cauer, Einweihung 1900
Denkmal des Kurfürsten von Brandenburg FriedrichI. auf der Burganlage, überlebensgroße Bronzeplastik von Ludwig Manzel, Einweihung 1912
Denkmal der Grete Minde am historischen Rathaus, lebensgroße Bronzeplastik von Lutz Gaede, Einweihung 2009
Denkmal zur Erinnerung an die Soldaten und zivilen Flüchtlinge, die mit dem Übergang über die Trümmer der am 12. April 1945 zerstörten alten Elbbrücke der Roten Armee entkamen
Gedenkstein auf dem Stadtfriedhof für die Mordopfer Ernst Drong und Fritz Schulenburg, die bereits 1933 dem Naziterror zum Opfer fielen
Gedenktafel am Rathaus zur Erinnerung an die 100 misshandelten politischen Gegner des NS-Regimes unter Hervorhebung der beiden oben genannten Toten, deren Namen auch zwei Straßen tragen
Gedenkstein im Ortsteil Billberge zur Erinnerung an zwei namentlich bekannte Polen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt wurden und Zwangsarbeit verrichten mussten. Wegen verbotener Kontakte zu deutschen Frauen wurden sie 1942 erhängt.
→ Hauptartikel: Liste der Kulturdenkmale in Tangermünde
Sport
Einer der größten Vereine der Stadt ist der TSV Tangermünde 1990 e.V. Seine Judosektion ist bekannt für das Nährstangenturnier und bundesoffene Fortbildungen. Mit rund 200 Mitgliedern verfügt die Stadt mit dem 1907 gegründeten FSV Saxonia Tangermünde auch über einen traditionsreichen Fußballverein. Seit 2008 findet jährlich im April der Tangermünder Elbdeichmarathon statt, bei dem neben dem Marathonlauf auch ein Halbmarathon und ein 10-km-Lauf veranstaltet werden. Mit über 2000 Läufern gehört er zu den großen Laufveranstaltungen in Sachsen-Anhalt.
Drehort für Filme
Tangermünde wurde mehrfach als Kulisse für Filme verwendet, darunter in den 1970er Jahren für einige TV-Krimis von Werner Toelcke und 1973 für den DEFA-Film Rotfuchs mit Angelika Waller und Jürgen Zartmann.[20] 2008 war die Stadt Drehort des Films Das Traumpaar mit Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler.[21] Zuletzt entstand dort 2016 der Fernsehfilm Die Kinder meines Bruders von Ingo Rasper.
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Bahnhof TangermündeHaltepunkt Tangermünde West
1826 gründete Friedrich Theodor Meyer (1796–1884) die Zuckerraffinerie Tangermünde. Sie stellte ab 1910 die Schokolade „Feodora“ her, die heute von Hachez in Bremen weiterproduziert wird. Das Zuckergeschäft wird von der Firma Zertus in Hamburg betrieben. Die ehemalige Schokoladenfabrik wurde im Jahr 2007 abgerissen. Heutige wirtschaftliche Standbeine der Stadt sind der Tourismus, die Lebensmittelindustrie sowie der Maschinen- und Schiffbau.
Verkehr
Straßenverkehr
Elbbrücke (2010)
Nördlich der Stadt verläuft die Bundesstraße 188 (B188), die Tangermünde mit Stendal und Rathenow und über die B189 auch mit Wittenberge sowie Magdeburg und der Autobahn A2 in Richtung Berlin und Hannover verbindet. Bis 2001 führte diese Bundesstraße mitten durch die Stadt, was zu erheblichen Verkehrsproblemen führte, da es bis dahin bei Tangermünde nur eine einzige Straßenbrücke über die Elbe zwischen Magdeburg und Wittenberge gab. Durch den Bau der neuen Elbebrücke und der nördlichen Ortsumfahrung in den Jahren 1997 bis 2001 konnten diese Probleme gelöst werden.
Östlich der Stadt verläuft die B107 zwischen Genthin und Havelberg bzw. Pritzwalk, über die auch die A2 in Richtung Berlin und die A24 in Richtung Hamburg erreicht werden können.
Es verkehren Linienbusse der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus.
Eisenbahn
Tangermünde war mit seinem Elbhafen beim Vertragsabschluss zwischen Preußen und dem Königreich Hannover im März 1866 auch als möglicher Haltepunkt der 1871 eröffneten Berlin-Lehrter Eisenbahn in der Diskussion, ehe die Trasse dann über das weiter nördlich gelegene Stendal geführt wurde.[22] Die Verbindung zum Knotenpunkt Stendal stellt seit 1886 die Bahnstrecke Stendal–Tangermünde her, die ehemals von der Stendal-Tangermünder Eisenbahn-Gesellschaft betrieben wurde, an der die Stadt bis 1945 maßgeblich beteiligt war. Die Trasse wurde von der Zuckerraffinerie Tangermünde errichtet, um den Warenan- und -abtransport zu ermöglichen. Die Zuckerraffinerie in Tangermünde war bis zum Zweiten Weltkrieg eine der größten in Europa. Heute betreibt die Deutsche Bahn den Verkehr. Sie bedient in Tangermünde die Haltepunkte Tangermünde und Tangermünde West mit Regionalbahnen im Stundentakt.
Bis 2003 kam ein Doppelstock-Schienenbus der DB Regio Südost zum Einsatz, der von der Waggonbau Dessau GmbH und der Deutschen Waggonbau AG (DWA) Halle-Ammendorf gebaut worden war und auf den Namen „Alma“ getauft wurde. Seit Dezember 2018 betreibt die Hanseatische Eisenbahn die Regionalbahnlinie RB33 und bedient die Strecke nach Stendal mit Alstom Coradia LINT-Zügen.
Bis kurz nach der politischen Wende gab es einen Güterbahnhof im Tangermünder Hafen.
Außerdem war die Stadt von 1903 bis 1917 durch die Kleinbahn Tangermünde–Lüderitz mit ihrem westlichen Hinterland verbunden.
Konfessionen
Dreifaltigkeitskirche in Tangermünde
Die evangelische Kirchengemeinde Tangermünde mit der Kirche St.Stephan gehört zum Pfarrbereich Tangermünde[23] im Kirchenkreis Stendal im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Eine landeskirchliche Gemeinschaft der evangelischen Kirche hat ihren Sitz an der Albrechtstraße. Das Vaterhaus Tangermünde einer freien christlichen Gemeinde befindet sich an der Arneburger Straße, eine neuapostolische Kirche befindet sich an der Heerener Straße.
Die katholische Pfarrei St. Elisabeth der Stadt gehört zum Dekanat Stendal. Zu ihr gehört in Tangermünde die 1924–26 im Baustil der Neoromanik errichtete Kirche Zur Heiligsten Dreifaltigkeit an der Arneburger Straße. Zuvor wurde von 1891 bis 1926 die mittlerweile profanierte Kirche St.Elisabeth am Zollensteig genutzt.
Die historische Nikolaikirche neben dem Neustädter Tor wurde profaniert, in dem Gebäude befindet sich heute eine Gaststätte mit mittelalterlichem Ambiente.
Laut der Volkszählung in der Europäischen Union 2011 waren von den 10.648 Einwohnern der Stadt Tangermünde rund 15,3% evangelisch und rund 2,6% katholisch; die Mehrzahl der Einwohner gehörte keiner der beiden Konfessionen an.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Johann von Buch (um 1290–1356), Richter und bedeutendster Glossator des Sachsenspiegels (Buchsche Glosse)
Friedrich II. (1413–1471), Kurfürst von Brandenburg
Albrecht Achilles (1414–1486), Kurfürst von Brandenburg
Magdalena (1460–1496), Prinzessin von Brandenburg und durch Heirat Gräfin von Hohenzollern
Grete Minde († 1619 hingerichtet), historische Figur, Vorbild einer Novelle von Fontane
Johann Dietrich Sprecher (1674–1727), Orientalist
Carl Lebrecht Noething (1717–1797), Kammerbeamter
Samuel Gottfried Borsche (1767–1821), Beamter und Staatsrat
Ludwig von Borstell (1773–1844), General
Friedrich Ludwig III. Truchsess zu Waldburg (1776–1844), Gönner von Ludwig van Beethoven
Wilhelm Floto (1812–1869), Apotheker und Komödienautor
Max Rötger (1830–1886), Beamter
Wilhelm von Becker (1835–1924), Politiker, Bürgermeister von Düsseldorf und Köln
Conrad Steinbrecht (1849–1923), Architekt, Baubeamter und Denkmalpfleger
Carl Hartwich (1851–1917), Pharmazeut und Prähistoriker
Friedrich Theodor Meyer (1870–1928), Manager, Kommerzienrat und Ehrenbürger der Stadt Tangermünde
Wilhelm Bartz (1881–1929), Politiker, Reichstagsabgeordneter
Fritz Schröder (1891–1937), Politiker (SPD)
Konrad Meyer (1902–1972), Politiker (CDU)
Walter Meyer (1904–1949), Ruderer, Olympiasieger
Hansgünter Meyer (1929–2015), Soziologe und Hochschullehrer
Burghard Stück (1929–2008), Kinderarzt und Immunologe
Reinhold Haberlandt (1936–2019), Physiker
Almuth Berger (* 1943), Theologin und Ausländerbeauftragte der DDR
Falco Werkentin (* 1944), Soziologe und Historiker
Andreas Mehl (* 1945), Althistoriker
Ingo Schulze (* 1948), Marathonläufer und Sportorganisator
Reinhard Weis (* 1949), Politiker (SPD)
Michael Liwowski (1951–2011), Landtagsabgeordneter (CDU)
Frank Lizureck (* 1960), Landtagsabgeordneter (AfD)
Tatjana Meissner (* 1961), Kabarettistin, Fernsehmoderatorin und Autorin
Laura Müller (* 2000), It-Girl und Reality-Show-Teilnehmerin
Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen
Karl IV. (1316–1378), römisch-deutscher Kaiser, richtete in der alten Burg eine Kaiserpfalz ein
Johann III. von Blankenfelde (1507–1579), Bürgermeister von Berlin, arbeitete mehrere Jahre als Steuerbeamter in Tangermünde
Otto von Grote (1620–1687) Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft, war kurbrandenburgischer Amtshauptmann in Tangermünde
Wilhelm Zahn (1848–1911), Pfarrer und Altertumsforscher, lebte und arbeitete lange in der Stadt
Wilhelm Mehl (1893–1940), Lehrer und Heimatforscher, lebte und arbeitete in der Stadt
Literatur (alphabetisch sortiert)
Sigrid Brückner (Hrsg.): Tangermünde – 1000 Jahre Geschichte. Janos Stekovics, Dößel 2008, Neuauflage 2018/2019, ISBN 978-3-89923-396-4.
August Wilhelm Pohlmann: Geschichte der Stadt Tangermünde. Enthält August Stöpel: Topographisch-statistische Beschreibung. Stendal 1829, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10013853-2.
Heinrich Trost: Tangermünde (Kunstgeschichtliche Städtebücher). Leipzig 1965.
Daten des ECMWF, aufbereitet aus Wetterdaten des Copernicus Climate Change Service im Zeitraum 1999–2019 durch Alexander Merkel:Klima Tangermünde.In:Climate-Data.org.13.Februar 2021,abgerufen am 22.Mai 2022.
Stadt Tangermünde:Hauptsatzung der Stadt Tangermünde. 4.Dezember 2019, §15 Ortschaftsverfassung (tangermuende.de[PDF; 1,4MB; abgerufen am 18.Dezember 2020]).
Peter P. Rohrlach:Historisches Ortslexikon für die Altmark (=Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S.2200, doi:10.35998/9783830522355.
Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.):Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1906, ZDB-ID3766-7, S.384, 1237.
Landkreis Stendal:Öffentliche Bekanntmachung der Genehmigung der Gebietsänderungsverträge zwischen den Gemeinde Bölsdorf, Buch, Grobleben, Hämerten,
Langensalzwedel, Miltern, und Storkau und der Gemeinde Stadt Tangermünde. In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr.19, 9.September 2009, ZDB-ID2665593-7, S.241–253 (landkreis-stendal.de[PDF; 1,4MB; abgerufen am 16.Januar 2021]).
Stadt Tangermünde:Entwicklung der Einwohnerzahlen in der Verwaltungsgemeinschaft Tangermünde (zum Jahresende). In: Stendaler Volksstimme. 9.Januar 2021, S.20.
Peter P. Rohrlach:Historisches Ortslexikon für die Altmark (=Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S.2216, doi:10.35998/9783830522355.
Vgl. Wolfgang Philipps: „Die beste Verbindungslinie zwischen dem Osten und dem Westen“. Politische Hintergründe der Berlin-Lehrter Eisenbahn. In: Lehrter Land & Leute: Magazin zur Geschichte, Kultur und Heimatkunde. Band 42 (2014), S. 14–16, hier S.16.
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