Sasbach ist eine Gemeinde im Ortenaukreis in Baden-Württemberg.
Wappen | Deutschlandkarte | |
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48.6383333333338.0916666666667147 | |
Basisdaten | ||
Bundesland: | Baden-Württemberg | |
Regierungsbezirk: | Freiburg | |
Landkreis: | Ortenaukreis | |
Höhe: | 147 m ü. NHN | |
Fläche: | 16,73 km2 | |
Einwohner: | 5277 (31. Dez. 2021)[1] | |
Bevölkerungsdichte: | 315 Einwohner je km2 | |
Postleitzahl: | 77880 | |
Vorwahl: | 07841 | |
Kfz-Kennzeichen: | OG, BH, KEL, LR, WOL | |
Gemeindeschlüssel: | 08 3 17 116 | |
Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Kirchplatz 4 77880 Sasbach | |
Website: | www.sasbach-ortenau.de | |
Bürgermeister: | Gregor Bühler | |
Lage der Gemeinde Sasbach im Ortenaukreis | ||
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Sasbach liegt in der Ortenau, am Rand der Oberrheinischen Tiefebene und am Westrand des Schwarzwalds, zwischen Achern (2 km südwestlich) und Bühl (etwa 8 km nordwestlich). Obersasbach liegt östlich von Sasbach.
Die Gemeinde grenzt im Norden an Ottersweier im Landkreis Rastatt, im Osten an Lauf, im Süden an Sasbachwalden und im Westen an die Stadt Achern.
Zur Gemeinde Sasbach mit der früher selbstständigen Gemeinde Obersasbach gehören 13 Dörfer, Weiler, Zinken und Höfe. Zur ehemaligen Gemeinde Obersasbach gehören das Dorf Obersasbach, die Weiler Blumberg und Hundsbosch, die Zinken Erlenbad mit Kloster und Sanatorium Marienheim, Illenbach, Vogelsberg und Winterbach und die Höfe Kammersbrunn und Klepperhöfe. Zur Gemeinde Sasbach in den Grenzen von 1972 gehören das Dorf Sasbach und die Orte Lindenhof(haus), Siedlung und Unterstmatt. Im Gemeindeteil Sasbach liegen die abgegangenen Ortschaften Rothenhausen und Überslag.[2]
Historische Schreibweisen des Ortsnamens: Sahspach, Sachspach, Saspach, Saßsbach, Sahenspach usw.
Um 750 muss die Siedlung Sasbach an der ehemaligen Römerstraße (Furt durch den Bach Sasbach beim heutigen Gasthaus Ochsen), die das Lager Straßburg mit dem Badeort Baden (-Baden) verband, bestanden haben, denn 776 starb der Straßburger Bischof Heddo, der das Kirchspiel Sasbach am Ort einer der drei großen Markgenossenschaften der Ortenau im Bereich der Diözese Straßburg, gegründet hat.
Sasbach gehörte somit zu den früh besiedelten Orten königlich-fränkischen Ursprungs, war Königsgut und Sitz der Mutterkirche eines großen Sprengels. In das 8. Jahrhundert weist zeitlich ebenfalls das Patrozinium der hl. Brigida, auch auf einen früheren Einfluss des Klosters Honau, das bis ins Jahr 1348 Rechte (Zinsgefälle) in Sasbach behielt.
1070 gelangten die Ullenburg und Ländereien im vorderen Renchtal und in der weiteren Ortenau, darunter Sasbach, durch Schenkung in das Eigentum des Bischofs von Straßburg.
1136 erschienen „ecclesia“ und Zugehörungen in Sasbach im Besitz des Klosters Schuttern. Zu folgern ist, dass das Kloster Schuttern im Mittelalter Patronatsherr der Sasbacher Kirche war.
1138/52 übergaben der Freigeborene Eberhard von Sasbach und seine Gattin Heilwig ihr Gut in Sasbach an das Kloster Reichenbach. Heinz Gabathuler identifizierte diesen mit Eberhard de Saccho, der 1137/39 als Prokurator der Grafen von Gammertingen in Chur war.[3] Damit wäre Sasbach der Ursprung des Ostschweizer Adelsgeschlechts der Freiherren von Sax.
1316 wurde der Straßburger Bischof auch weltlicher Landesherr im Rench-, Acher- und Sasbachtal, der Bischof hatte damit auch die hohe Gerichtsbarkeit inne. In Sasbach war der Bischof somit Grundeigentümer, geistlicher Herr und weltlicher Landesherr.
Von 1392 an wurde die Pfarrei Sasbach von Mönchen des Klosters Schuttern versorgt.
Durch die Schlacht bei Sasbach am 27. Juli 1675 gelangte Sasbach in die Geschichtsbücher. Im Holländischen Krieg (1672–1679) trafen in und um Sasbach Truppen Ludwigs XIV. unter Marschall Turenne und kaiserliche Truppen unter dem Feldherrn Raimondo Montecuccoli zusammen. Dabei wurde der Ort niedergebrannt. Nur drei Häuser sollen stehengeblieben sein. Marschall Turenne wurde dabei noch vor Beginn der eigentlichen Schlacht durch eine Geschützkugel tödlich getroffen. An diese Begebenheit erinnert heute ein Gedenkstein von 1675 („Hier ist Turenius vertötet worden“), ein Obelisk und ein kleines Museum (Turenne-Museum).
1781 erhielt Sasbach Marktrecht durch den Landesherrn, den Fürstbischof von Straßburg; ein Jahr später wurde ein zweiter Markttag gewährt und auf den Katharinentag (25. November) gelegt. Dieser „Katharinenmarkt“ wird heute noch abgehalten.
Die Gemeinde, die Teil des Hochstifts Straßburg war, fiel in der napoleonischen Zeit an das Großherzogtum Baden. Dort gehörte der Ort lange zum Landkreis Bühl. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, fiel Sasbach an den Ortenaukreis.
1875 gründete Pfarrer Prälat Franz Xaver Lender die „Lendersche Lehranstalt“, die heute noch als Heimschule Lender mit mehreren gymnasialen Zweigen besteht.
Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Obersasbach eingemeindet.[4]
In Obersasbach befindet sich das Mutterhaus der Franziskanerinnen von Erlenbad.
Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Achern an.
Die Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019 brachte folgendes Ergebnis:[5]
CDU | 52,70 % | 9 Sitze |
Freie Bürgerliste für Sasbach und Obersasbach | 47,30 % | 9 Sitze |
Von 1985 bis 2001 war Ewald Panther (* 1946) an der Rathausspitze.[6] Am 27. September 2009 fanden parallel mit den Bundestagswahlen auch die Bürgermeisterwahlen statt. Wolfgang Reinholz wurde mit 55,4 % für eine zweite Amtszeit wiedergewählt.[7]
Im Oktober 2017 konnte sich der Betriebswirt Gregor Bühler gleich im ersten Wahlgang mit 59,5 % der Stimmen gegen den Amtsinhaber durchsetzen.[8]
Sasbach unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
Die Tour de France hatte 2005 in Sasbach eine Sprintwertung.
Im Fußball wird die Gemeinde zum einen vom SV Sasbach vertreten, der momentan (2014/15) in der Bezirksliga Baden-Baden spielt und zum anderen vom SV Obersasbach, der in der Kreisliga B aktiv ist.
Der Schachsport wird von Schachfreunde Sasbach e.V. repräsentiert. Im Jahr 2018 konnte der Verein die Badische Mannschaftsblitzmeisterschaft und den Badischen Einzeltitel gewinnen.
Weiterhin unterhält der Inlinehockey Club Blue Arrows Sasbach e. V. einen Inlinehockeyplatz. Neben dem Spielbetrieb werden dort auch Inline-Kurse für Kinder angeboten.
Die Gemeinde ist durch Buslinien mit Achern, Bühl (Baden) und Lauf (Baden) verbunden und gehört dem Tarifverbund Ortenau (TGO) an.
Anschluss an das Eisenbahnnetz besteht am Bahnhof Achern an der Rheintalbahn und Achertalbahn; ICE-Züge können in Offenburg oder Baden-Baden erreicht werden.
Ein Anschluss an die Autobahn 5 (Basel – Frankfurt am Main) besteht an der Anschlussstelle Achern (53).
Die nächsten Flughäfen sind der Flughafen Straßburg (50 km) und der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (25 km).
In Sasbach gibt es die Sophie-von-Harder-Schule, eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule sowie eine Grundschule in Obersasbach.
Ebenfalls im Ort befindet sich eine Montessori-Schule, die Heimschule Lender, ein katholisches Gymnasium des Erzbistum Freiburg und ein Berufliches Gymnasium mit wirtschaftlichen und sozialpädagogischen Zweig.
Daneben gibt es drei Kindergärten: der Kindergarten Waldfeld und das Kinderhaus Obersasbach stehen in kommunaler Trägerschaft, das Kinderhaus St. Elisabeth ist eine katholische Einrichtung.
Sasbach gehört zum Bezirk des Amtsgerichts Achern.
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