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Pyras ist ein Gemeindeteil des Marktes Thalmässing im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).

Pyras
Höhe: 395–413 m ü. NHN
Einwohner: 222 (2. Jan. 2020)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Eingemeindet nach: Eysölden
Postleitzahl: 91177
Vorwahl: 09174
Wahrzeichen von Pyras
Wahrzeichen von Pyras
Wahrzeichen von Pyras

Geographische Lage


Das Dorf liegt rund sieben Kilometer nördlich vom Hauptort Thalmässing und knapp fünf Kilometer südlich der Stadt Hilpoltstein. Der Minbach, ein Zufluss der Roth, fließt im Norden am Ort vorbei.[2]


Geschichte


13. Jahrhundert: In der ersten urkundlichen Erwähnung aus dem Jahr 1297 wurde Pyras mittelhochdeutsch als Biraiz bezeichnet. Bis zum Jahr 1582 finden sich in Urkunden weitere 16 ähnliche Namensformen.[3] Davon ausgehend werden vier unterschiedliche Thesen vertreten, welche ursprüngliche Bedeutung der Ortsname Biraiz gehabt habe. Biraiz wird dabei als Genitiv eines Namens, z. B. von Perhat („Perhats“) oder von Pirhat („Pirhats“) gesehen oder in zweierlei Weise in jeweils zwei Wortbestandteile getrennt. Bir und aiz wurden als „des Wildes Weide“, „Weideplatz am Birnbaum“ und „Weidefläche des Bero, Bera oder Biri(n)“, Bir und (r)aiz dagegen als Stelle des „Bärenrisses“ gedeutet.[4][5] Später, bis vor etwa 200 Jahren, wurde der Name durchweg Byrras geschrieben.[6]

17. Jahrhundert: Das Dorf wurde im 30-jährigen Krieg um 1631–1648 völlig zerstört.[7] In den 1650er Jahren wurde eine Niederlassung von österreichischen Exulanten im Ort verzeichnet, welche aus Glaubensgründen aus ihrer Heimat vertrieben wurden und sich hier mit verbliebenen Einheimischen neu ansiedelten.[8]

19. Jahrhundert: Pyras gehört jeher zur evangelischen Kirchengemeinde des benachbarten Ortes Eysölden. So wurden beispielsweise von Pyrasern im Jahr 1863 der Kronleuchter sowie die Eysöldener Kirchenbibel gestiftet.[9] Das einer Kirche oder Kapelle ähnelnde Wahrzeichen von Pyras wurde 1864 erbaut und besitzt einen Glockenturm mit Uhr.[10] Es wurde als Gemeinde-, Feuerwehrgeräte- oder (so auch heute) als Wohnhaus genutzt.

Zu Pyras gehörten um die 1860er Jahre sechs Höfe. Der Schrötzenhof, Löffelhof, Vogthof, Lotterhof sowie der Heindl- und Zereshof. Wegen der unmittelbaren Grenznähe zur Oberpfalz gehörte Pyras zwar bereits zu Mittelfranken (bayerisches Gebiet Greding und Bezirksamt Beilngries), die zugehörigen Höfe jedoch zum damals oberpfälzischen Hilpoltstein (Bezirksamt Neumarkt).[11] 1880 wurde diese Grenze begradigt und Richtung Osten verlegt. Das neu entstandene Bezirksamt Hilpoltstein (später Landkreis Hilpoltstein) nahm Pyras damit auf.

20. Jahrhundert: Aus der Zeit des 2. Weltkrieges, dem Jahr 1938, sind bauliche Überbleibsel einer Tunnelröhre sowie zweier Brückenpfeiler der verworfenen Mindorfer Linie des Main-Donau-Kanals bis heute erhalten.[12]

Die ehemals eigenständige Gemeinde wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. Juli 1972 in den Markt Eysölden und am 1. Mai 1978 zusammen mit diesem nach Thalmässing eingegliedert.[13] Mit der Auflösung des Landkreises Hilpoltstein wurde der Ort in den Landkreis Roth aufgenommen.

Zum 700-jährigen Jubiläum 1997 wurde eine Dorfchronik erstellt, im Sommer desselben Jahres fand eine große 700-Jahr-Feier statt.


Wirtschaft und Infrastruktur



Wirtschaft



Technische Infrastruktur



Soziale Infrastruktur


Pyras im März 2019 – Blickrichtung Süden

Vereine



Veranstaltungen


Aktuell: Diverse Veranstaltungen werden auf dem Gelände der Pyraser Landbrauerei abgehalten, hierzu zählen das jährliche Brauereifest, das Kinderfest, die seit 2009 jährlich stattfindende Pyraser Classic Rock Night, sowie weitere Konzerte und Rocknächte. Zwischen dem 7. und 13. Oktober wird Kirchweih gemeinsam mit dem Nachbarort Eysölden gefeiert. Vom örtlichen Fußball- und Geselligkeitsverein „Stammtisch Pyras“ und der Freiwilligen Feuerwehr Pyras werden u. a. das jährliche Brunnenfest, das Sonnwendfeuer sowie eine Adventsfeier mit Aufstellung eines Orts-Christbaumes organisiert.

Historisch: Von 1978 bis Ende der 90er Jahre befand sich nahe dem Ort, in Richtung Hilpoltstein, die Rennstrecke des "Pyraser Stock-Car-Teams". Diese wurde, neben den Rennfahrern, von zahlreichen örtlichen Helfern und Zuschauern besucht. Aus Naturschutzgründen wurde die Strecke im Jahr 1998 stillgelegt. Die Rennstrecke befindet sich heute zwischen Aurau und Weinmannshof. Der Verein besteht weiterhin unter demselben Namen und feierte im Juli 2018 sein 40-jähriges Bestehen.


Literatur




Commons: Pyras – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Pyras. Markt Thalmässing, abgerufen am 4. April 2018.
  2. Pyras im BayernAtlas
  3. Weitere Namensformen nach Werner Pfitzinger: Die Ortsnamen des ehemaligen Altlandkreises Hilpoltstein. Werner Pfitzinger 2019, S. 254–258.: 1329 Pirais, 1338 Pyraz, 1360 Pareys, 1374 Pireys, 1377 Pirays, 1385 Pireis, 1399 Peres, 1401 Bereys, 1403 Paeres, 1410 Byreß, 1424 Pyres und Pyreß, 1433 Pyreiß und Pyraß, 1500 Pieres(s), 1557–1582 Pires.
  4. Werner Pfitzinger: Die Ortsnamen des ehemaligen Altlandkreises Hilpoltstein. Werner Pfitzinger 2019, S. 254–258.
  5. Barth-Bernreuther: Land um Stauf. 1972, S. 51
  6. 700 Jahre Pyras - Chronik des Dorfes Pyras. S. 9
  7. Barth-Bernreuther "Land um Stauf" 1972, S. 51
  8. 700 Jahre Pyras - Chronik des Dorfes Pyras, S. 10
  9. 700 Jahre Pyras - Chronik des Dorfes Pyras, S. 13
  10. Geschichte des Marktes Eysölden und seiner Umgegend, S. 79
  11. Geschichte des Marktes Eysölden und seiner Umgegend, S. 79
  12. 700 Jahre Pyras - Chronik des Dorfes Pyras, S. 32
  13. Marktgemeinde-Archiv Thalmässing
  14. Landratsamt Roth - Abfallwirtschaft
  15. Marktgemeinde-Archiv Thalmässing, Nr. 861
  16. Markt Thalmässing, BAS/056/2013
  17. Marktgemeinde-Archiv Thalmässing, Nr. 863
  18. 700 Jahre Pyras - Chronik des Dorfes Pyras, S. 33
  19. Internetseite des Pyraser Stock-Car-Teams, pyrasersct.de



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