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Mauritiuskirche
Mauritiuskirche
Lemberg
Lemberg (Frankreich)
Lemberg (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Sarreguemines
Kanton Bitche
Gemeindeverband Pays de Bitche
Koordinaten 49° 0′ N,  23′ O
Höhe 251–427 m
Fläche 10,94 km²
Einwohner 1.432 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 131 Einw./km²
Postleitzahl 57620
INSEE-Code

Lemberg

Lemberg ist eine französische Gemeinde mit 1432 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarreguemines und zum Kanton Bitche.


Geographie


Lemberg liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord im Bitscher Ländchen (frz.: Pays de Bitche), sechseinhalb Kilometer südlich von Bitsch auf einem Hochplateau, von dem zu allen Seiten Bäche abfließen, die sich zum Teil enge Täler in den Sandstein gegraben haben. Nur auf der Hochebene im Westen nach Enchenberg zu ist ein Streifen offenen Landes, während ansonsten die Umgebung dicht bewaldet ist.

Wichtigste von Lemberg ausgehende Gewässer sind im Westen die Schwalb und der im östlich gelegenen Bildmühltal entspringende Moderbach, ein Quellbach der Nördlichen Zinsel. Vielfach sind die Bäche rund um Lemberg zu Teichen aufgestaut.


Geschichte


In Urkunden wird der Ort benannt als Villa Leymberg (1312), Leimberg (1544), Lembourg, Lamberg (1572), Schemberg (1594) und Lemberg (1771).[1] Die Ortschaft gehörte früher zum Herzogtum Lothringen und war 1312 vom Grafen Eberhard von Zweibrücken an die Abtei Stürzelbronn geschenkt worden.[2]

Älteste Siedlungsspuren auf der Gemarkung des Orts stammen aus der Jungsteinzeit. Auch aus der gallo-römischen Epoche sind einige archäologische Zeugnisse erhalten.[1]

Auf dem Schlossberg hatte sich ehemals ein Schloss befunden, das unter dem Namen Altbitsch Sitz der Herrschaft Lemberg gewesen war und nacheinander den Grafen von Zweibrücken, den Herren von Bitsch, den Herzögen von Lothringen und seit 1606 den Grafen von Hanau-Lichtenberg gehört hatte; urkundlich werden Schloss und Herrschaft schon seit 1269 erwähnt.[1] Die Herrschaft Lichtenberg kam anschließend an das Haus Hessen-Darmstadt. Im 18. Jahrhundert bildete die Herrschaft noch ein eigenes Amt, dem 28 Dörfer und fünfzehn Höfe angehörten, darunter unter anderem auch Pirmasens.[3]

Lemberg wuchs aus den beiden Siedlungskernen Unteres Dorf und Hohe First auf dem Schlossberg zusammen. Zu Lemberg gehörte ehemals auch die Annexe Münzthal, heute ein Industrieort mit namhafter Kristallfabrikation.

Lemberg war von 1792 bis 1802 kurzzeitig Hauptort eines Kantons und ist seither dem Kanton Bitche zugeordnet.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an Deutschland zurück, und das Dorf wurde dem Kreis Saargemünd im neu gebildeten Department Mosel, Bezirk Lothringen, im Reichsland Elsaß-Lothringen zugeordnet. Am Ort gab es zwei Mühlen, eine Glasschleiferei und eine Eisenbahnstation.[2] Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Das Departement Mosel blieb in seinen geographischen Ausmaßen erhalten, wurde jedoch in Département Moselle umbenannt.

Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt. Gegen Kriegsende war Lemberg besonders von Dezember 1944 bis zum 15. April 1945 Schauplatz schwerer Kämpfe und Bombardierungen, die den Ort weitgehend zerstörten und viele Opfer forderten.


Bevölkerungsentwicklung


Jahr19621968197519821990199920072019
Einwohner16081657160815441596146415331432

Partnergemeinde


Seit 1961 unterhält die lothringische Gemeinde Lemberg eine Partnerschaft mit der pfälzischen Gemeinde Lemberg.


Kultur und Sehenswürdigkeiten



Freizeit und Tourismus


Lemberg im Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen ist ein idealer Wanderstützpunkt. Der Vogesenklub unterhält zahlreiche Wegemarkierungen und auch seit 1968 eine Berghütte unterhalb der Cascades des Odines, die großen Zuspruch findet. Außerdem sind in Lemberg Unterkünfte und Restaurants vorhanden.


Wirtschaft und Verkehr


Aus der Glasmacherei entwickelte sich im Süden des Bitscher Ländchens Ende des 19. Jahrhunderts ein breites Spektrum von Betrieben der Kristallglasherstellung und -bearbeitung, deren Produkte auch auf den Märkten in weitem Umkreis durch Reisende und Marktbeschicker vertrieben wurden. Zentrum war Münzthal (frz.: Saint-Louis-lès-Bitche), wo auch heute noch eine renommierte Kristallfabrikation besteht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts partizipierte auch Lemberg an dieser Entwicklung und hatte eine bedeutende Glasindustrie. Davon sind heute noch einige Betriebe geblieben, die Kristallglas handwerklich bearbeiten.

Der auf einer Höhe von etwa 400 m gelegene Bahnhof von Lemberg an der Bahnstrecke Haguenau–Falck-Hargarten ist der höchstgelegene Bahnhof im Département Moselle. Lemberg liegt an der Kreuzung der Départementsstraßen D 37 und D 36.


Persönlichkeiten



Literatur




Commons: Lemberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 256–257 (books.google.de).
  2. Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 416–417 (books.google.de).
  3. C. Stockert, Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten, Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 72 (books.google.de).

На других языках


- [de] Lemberg (Moselle)

[en] Lemberg, Moselle

Lemberg (French pronunciation: ​[lɛmbɛʁɡ]; Lorraine Franconian: Lembärsch) is a commune in the Moselle department of the Grand Est administrative region in north-eastern France.



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