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Hainburg an der Donau (slowakisch Hájhrad) ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich mit 6892 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022).[1]

Stadtgemeinde
Hainburg an der Donau
WappenÖsterreichkarte
Hainburg an der Donau (Österreich)
Hainburg an der Donau (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL
Fläche: 24,98 km²
Koordinaten: 48° 9′ N, 16° 57′ O
Höhe: 161 m ü. A.
Einwohner: 6.892 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 276 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2410
Vorwahl: 02165
Gemeindekennziffer: 3 07 10
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Hauptplatz 23
2410 Hainburg an der Donau
Website: www.hainburg.at
Politik
Bürgermeister: Helmut Schmid (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2020)
(29 Mitglieder)
18
9
2
18 9 2 
Insgesamt 29 Sitze
  • ÖVP: 18
  • SPÖ: 9
  • FPÖ: 2
Lage von Hainburg an der Donau im Bezirk Bruck an der Leitha
Lage der Gemeinde Hainburg an der Donau im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)BergHöfleinLanzendorfLeopoldsdorfRohrau
Lage der Gemeinde Hainburg an der Donau im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Südwestansicht von Hainburg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Geografie


Die Stadt Hainburg liegt an der Donau zwischen Wien und Bratislava im Industrieviertel in Niederösterreich. Im Nordosten der Stadt bildet die Donau die Grenze zur slowakischen Hauptstadt Bratislava (Stadtteil Devín, welcher an die Jägerhaussiedlung grenzt). Einen Grenzübergang nach Bratislava gibt es von Hainburg nicht. Des Weiteren ist Hainburg die östlichste Stadt Österreichs, die östlichste Gemeinde Österreichs ist jedoch Deutsch Jahrndorf im Burgenland, welche ebenfalls an Bratislava grenzt. Hainburg liegt auch zwischen der geografischen Grenze der Karpaten (zu denen noch der Braunsberg zählt) im Osten und der Donau im Norden.

Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 24,98 Quadratkilometer. Davon sind 26 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 45 Prozent sind bewaldet und 11 Prozent entfallen auf die Donau.[2]


Gliederung


Hainburg verfügt über keine weiteren Ortschaften. Ortsteile sind die Jägerhaussiedlung, der Karolinenhof, die Kramerkapelle und die Ruine Röthelstein.


Nachbargemeinden


Engelhartstetten (Bezirk Gänserndorf)
Petronell-Carnuntum Slowakei
Bad Deutsch-Altenburg Hundsheim Wolfsthal

Geschichte


Infotafel über die historische Stadt Hainburg
Infotafel über die historische Stadt Hainburg
Blick auf Hainburg an der Donau um 1900
Blick auf Hainburg an der Donau um 1900
Hainburg um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Hainburg um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Die erste Besiedlung geht möglicherweise auf die Kelten auf dem Braunsberg zurück. Allerdings gibt es Hinweise auf eine frühere Besiedlung durch die Urnenfelderkultur oder zur Hallstattzeit aufgrund der strategisch hervorragenden Lage. Das heutige Stadtgebiet lag im Einzugsgebiet von Carnuntum, der Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien, in der zeitweilig auch Mark Aurel residierte.

Die erste schriftliche Nennung erfolgte im Nibelungenlied im Zusammenhang mit Rüdiger von Bechelaren.

Kaiser Heinrich III. verfügte um 1050, auf dem Schlossberg die Heimenburg zu bauen. Erbaut wurde sie schließlich von Bischof Gebhard III. von Regensburg, Herzog Konrad I. von Bayern und Markgraf Adalbert dem Siegreichen.

Mit seinen 2,5 km langen Stadtmauern, drei erhaltenen Toren und 15 Türmen aus dem 13. Jahrhundert besitzt Hainburg eine der ältesten und am besten erhaltenen Stadtbefestigungen Europas.

1108 kam die Burg in den Besitz der Babenberger. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Burg durch das Lösegeld für Richard Löwenherz erweitert. Um 1220–1225 wurde die Befestigungsanlage noch verstärkt. Unter anderem wurde das Wienertor und damit das größte mittelalterliche Stadttor Europas gebaut. Der untere Teil wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut, der obere Teil 1267/68 durch Ottokar II. von Böhmen.

Am 11. Februar 1252 heiratete die Schwester des letzten Babenberger Herzogs Friedrich II., Margarethe von Babenberg, in der Burgkapelle auf dem Schlossberg den Markgrafen von Mähren und späteren König von Böhmen Ottokar II.

1278 verlor Ottokar die Schlacht von Dürnkrut. Die Burg kam in den Besitz der Habsburger. Diese verpfändeten die Burg an verschiedene Besitzer. Die Stadt wurde vernachlässigt und verlor dadurch an Bedeutung. Die Burg ging 1629 in den Besitz der Stadt über.

Im Zuge der ersten Wiener Türkenbelagerung überschritt das osmanische Heer im September 1529 bei Hainburg die Grenze. Bei der Eroberung wurden Stadt und Burg verwüstet.

Am 11. Juli 1683 wurde im „zweiten osmanischen Feldzug“ (Großer Türkenkrieg) die Stadt eingenommen und gänzlich zerstört, die Burganlage und Befestigungsanlagen erlitten starke Schäden. Die Bevölkerung versuchte durch das Fischertor in die Donauauen zu fliehen, die Torflügel konnten jedoch nicht rechtzeitig geöffnet werden. In der engen Gasse vor dem Fischertor kam es zu einer Massenpanik und einem Gemetzel (die Gasse heißt heute „Blutgasse“ in Erinnerung an das Massaker). Der Überlieferung nach befanden sich neben der damaligen Stadtbevölkerung von ca. 4000 Menschen noch eine etwa ebenso große Zahl an Schutzsuchenden aus der Umgebung in der Stadt. Von diesen über 8000 Menschen wurden bis auf 100 Personen alle getötet.[3] Einer der wenigen Überlebenden war der Wagnergeselle Thomas Haydn, Großvater von Joseph und Michael Haydn.

1709 setzte Graf Löwenberg die Burgkapelle instand. 1784 siedelte Joseph II. durch das Tabakpatent in der Stadt eine Tabakmanufaktur an und begründet damit die Tabakverarbeitung in Hainburg, wo bis 2011 Zigaretten und Rauchtabak erzeugt wurden. Damit wurde die Stadt nahezu neu besiedelt.

Im 19. Jahrhundert wurde Hainburg auch zur Garnisonsstadt, in der Offiziersanwärter ausgebildet werden. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt 1918 zur östlichsten Stadt Österreichs.

Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt nahezu verschont von Angriffen. 1945 führte der Todesmarsch der ungarischen Juden, die als Zwangsarbeiter zum Bau des Südostwalls eingezogen worden waren, durch Hainburg.

Nach dem Krieg bildete die Tabakfabrik praktisch eine der wenigen Einnahmequellen für die neue Republik (1945 wurde mehr als die Hälfte der Steuereinnahmen durch die Tabaksteuer bestritten). Obwohl von der Sowjetarmee besetzt, wurde Hainburg auch erste Anlaufstelle für die deutschsprachige Bevölkerung in der Slowakei und Ungarn.

In den 1960er Jahren wurde eine Aussichtsstraße auf den Braunsberg gebaut, der ab diesem Zeitpunkt zur Aussichtswarte „Eiserner Vorhang“ wurde. Ab 1975 wurde die alte Burganlage sukzessiv wieder aufgebaut.

1984 wollte die damalige DOKW (heute Teil des Verbund-Konzerns) ein Kraftwerk in der Hainburger Au auf der nördlichen Seite der Donau errichten. Die Proteste waren so massiv, dass nach der Besetzung der Hainburger Au und einer Auseinandersetzung mit den Einsatzkräften der Gendarmerie die Bundesregierung das Projekt schließlich zurückzog. Heute ist das Gebiet Teil des Nationalparks Donau-Auen.

Seit 2009 ist die Stadt auch an den öffentlichen Personennahverkehr der Stadt Bratislava (Dopravný podnik Bratislava) angeschlossen. Die Linie 901 verkehrt auf der Relation Bratislava – Wolfsthal – Hainburg.

2017 wurde die Stadt Hainburg von der Kultur.Region.Niederösterreich zur kulturfreundlichsten Gemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha ausgezeichnet.[4]

Am 1. September 2018 kam es mit einem Jet-Pionierboot des Bundesheeres zu einem Bootsunfall auf der Donau. Im Zuge eines Girl Camps fuhren 8 junge Teilnehmerinnen mit, ein Boot kenterte an einer Welle, 2 Frauen, 18 und 22 Jahre alt waren durch ihre Schwimmwesten 39 bzw. 45 Minuten unter dem Boot gefangen und wurden schwer verletzt. Das Strafverfahren gegen den Bootsführer wurde mit Diversion im Mai 2019 abgeschlossen.[5]


Bevölkerungsentwicklung


Da sich die Grundstückspreise in Bratislava in den 2000er Jahren sehr stark erhöht haben, ziehen viele Slowaken in das nicht weit entfernte Hainburg, dessen Einwohnerentwicklung vorher eher negativ war.[6]


Kultur und Sehenswürdigkeiten


Katholische Stadtpfarrkirche am Hauptplatz
Katholische Stadtpfarrkirche am Hauptplatz
Evangelische Martin-Luther-Kirche
Evangelische Martin-Luther-Kirche
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hainburg an der Donau
Burgruine Hainburg auf dem Schlossberg
Burgruine Hainburg auf dem Schlossberg
Bahnhof Hainburg Kulturfabrik (ehem. Frachtenbahnhof)
Bahnhof Hainburg Kulturfabrik (ehem. Frachtenbahnhof)

Regelmäßige Veranstaltungen



Wirtschaft und Infrastruktur


Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 242, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 29. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2.512. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45 %. 2003 gab es im Ort im Jahresdurchschnitt 70 Arbeitslose.


Wanderwege


Hainburg ist Ausgangspunkt des Zentralalpenwegs 02, eines österreichischen Weitwanderwegs, der von hier nach Feldkirch in Vorarlberg führt. Weiters führt der Ostösterreichische Grenzlandweg 07 vom Nebelstein im Waldviertel nach Bad Radkersburg durch die Gemeinde.


Öffentliche Einrichtungen


In der Gemeinde gibt es drei Kindergärten,[7] eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.[8]


Politik



Gemeinderat


Der Gemeinderat hat 29 Mitglieder.


Bürgermeister



Wappen


Blasonierung: „In Blau auf einem grünen Schildfuß in natürlicher Farbgebung ein goldener schreitender rücksehender Löwe mit erhobener rechter Pranke, hinter diesem links aus dem Schildfuß wachsend ein silberner, schwarz gefugter, gezinnter Butterfassturm mit geschlossenem steingefassten Portal im Unterbau und schwarzem Fenster über zwei ebensolchen Rundöffnungen im Aufsatz.“

Städtepartnerschaften


Hainburg pflegt Partnerschaften mit folgenden Städten:[13]


Persönlichkeiten



Söhne und Töchter der Stadtgemeinde



Mit der Stadtgemeinde verbundene Persönlichkeiten




Commons: Hainburg an der Donau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Hainburg an der Donau – Reiseführer
Wikisource: Hainberg in der Topographia Austriacarum (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise


  1. Statistik Austria – Bevölkerung zu Jahresbeginn nach administrativen Gebietseinheiten (Bundesländer, NUTS-Regionen, Bezirke, Gemeinden) 2002 bis 2022 (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  2. Ein Blick auf die Gemeinde Hainburg a.d. Donau, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 22. November 2021.
  3. Handout für Führer durch Hainburg. Fremdernverkehrsverein Hainburg, 31. Juli 2006, abgerufen am 11. Januar 2018.
  4. Regionales Kulturangebot wird ausgebaut. ORF.at, 21. November 2017, abgerufen am 28. Dezember 2017.
  5. Bootsunfall: Prozess endet mit Diversion orf.at, 13. Mai 2019, abgerufen am 13. Mai 2019.
  6. Teures Bratislava, billiges Hainburg. ORF Niederösterreich, 4. August 2007, abgerufen am 14. März 2020.
  7. Kindergärten in NÖ. NÖ Landesregierung, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  8. Schulensuche auf Schulen online, abgerufen am 6. September 2020
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Hainburg an der Donau. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 2. Juli 2019.
  10. Land Niederösterreich - Gemeinderatswahl 2020. Abgerufen am 14. Oktober 2020.
  11. Hainburgs Bürgermeister Karl Kindl ist verstorben, Der Glöckel, 29. Dezember 2013
  12. Hainburg a.d. Donau. Abgerufen am 14. Oktober 2020 (österreichisches Deutsch).
  13. Städte-Partnerschaften. Abgerufen am 22. November 2021 (österreichisches Deutsch).
  14. Fernsehsendung Kulturzeit, 3sat, 8. Oktober 2019, Beitrag über das Literaturland Norwegen von Stefan Gagstetter und Lotar Schüler, Mainz

На других языках


- [de] Hainburg an der Donau

[en] Hainburg an der Donau

Hainburg an der Donau is a town in the Bruck an der Leitha district, Lower Austria, Austria.

[ru] Хайнбург-ан-дер-Донау

Хайнбург-ан-дер-Донау (нем. Hainburg an der Donau) — город в Австрии, в федеральной земле Нижняя Австрия.



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