Bad Tatzmannsdorf (ungarischTarcsafürdő, kroatischTarča, RomaniTartscha)[1] ist eine Gemeinde mit 1628 Einwohnern (Stand 1.Jänner 2022) im Bezirk Oberwart im Burgenland in Österreich. Sie ist der größte Kurort des Burgenlandes.
1971 wurden die Gemeinden Jormannsdorf und Sulzriegel mit Bad Tatzmannsdorf zusammengelegt.
Geschichte
Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Bis 1750 war der Ort im Besitz verschiedener Kleinadelsfamilien und wurde in jenem Jahr von den Grafen Batthyány erworben, die ihn ihrer Herrschaft Bernstein anschlossen.
Unter den Batthyánys wurde der 1620 erstmals erwähnte Badebetrieb großzügig ausgebaut. Ab 1889 wurden zudem die Moorvorkommen für Moorbäder genutzt, so dass Tatzmannsdorf als „ungarisches Franzensbad“ galt.
Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Tarcsafürdő verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St.Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes). 1926 wurde dem Kurort der Titel „Bad“ verliehen.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Röm.-kath. PfarrkircheKur und ThermenhotelWeihnachtshaus im Ortsteil Sulzriegel
Sieheauch:Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bad Tatzmannsdorf
Schloss Jormannsdorf
Katholische Pfarrkirche Bad Tatzmannsdorf hl. Johannes dem Täufer: Die Kirche wurde in den Jahren 1967/68 neben der Stelle einer älteren Kirche aus dem Jahr 1896 errichtet.
Katholische Filialkirche Jormannsdorf hl. Anna
Evangelische Friedenskirche Bad Tatzmannsdorf: Die Friedenskirche der evangelischen Pfarrgemeinde A.B. wurde im Jahre 1968 nach den Plänen der Architekten Charlotte und Karl Pfeiler erbaut.
Das Freilichtmuseum Bad Tatzmannsdorf mit südburgenländischen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert wurde 1972 eröffnet.
Das Kurmuseum gibt einen Überblick über die Entwicklung des Kurwesens in Bad Tatzmannsdorf, dem größten Kurort des Burgenlandes, von 1620 bis in die Gegenwart. Es wurde 1990 eröffnet.
Ein Brotmuseum befindet sich in der Kurkonditorei Gradwohl.
Die Bahnstrecke Oberwart – Bad Tatzmannsdorf – Oberschützen wurde seit dem Sommer 2005 durch den gemeinnützigen Verein FROWOS – Freunde der Bahnlinie Oberwart-Oberschützen revitalisiert. 2012 wurde dem Verein die Betriebsbewilligung entzogen[3]
Das Weihnachtshaus der Familie Gollnhuber im Ortsteil Sulzriegel wird in der Weihnachtszeit von zahlreichen Menschen besucht. Der dabei erzielte Erlös wird karitativen Organisationen zur Verfügung gestellt.[4]
Wirtschaft und Infrastruktur
Therme „AVITA Resort“Reha der PVA
Therme „AVITA Resort“
Die Therme wurde am 26. Oktober 1995 eröffnet, wobei die Bezeichnung noch „Burgenlandtherme“ war. Erweiterungen erfolgten unter anderem durch die Eröffnung des „AVITA Hotels“ im Jahr 2003. Seit 2011 firmiert die Therme mit dem Markennamen „AVITA Resort“.[5]
Rehabilitationszentrum der Pensionsversicherungsanstalt
Das Reha wurde 1962 gebaut, ab 2012 erfolgte eine Adaptierung des Bestandes und ein Teilneubau (Errichtung eines 3-geschoßigen Hauptkörpers mit Eingangshalle, Cafeteria, Verwaltungsräume, Speisesaal und Küche, Nass- und Trockentherapie sowie einen Wirtschaftstrakt und eine neue Energiezentrale[6]). Nach Abschluss der Arbeiten wurde im Jahr 2015 eine der modernsten Reha-Kliniken Österreichs in Betrieb genommen, die auf kardiologische Rehabilitation spezialisiert ist. Die Klinik verfügt über eine Nettogeschossfläche von rund 22.000 Quadratmetern mit 150 Einzelzimmern.[7]
Straße: Die wichtigste Straßenverbindung ist die Burgenland Straße B50, die im Süden nach Oberwart führt und eine Anbindung zur Süd Autobahn A2 herstellt. Nach Norden verbindet sie Bad Tatzmannsdorf mit Oberpullendorf und dem nördlichen Burgenland.
Politik
Gemeinderat
Gemeinderatswahl 2022
%
50
40
30
20
10
0
42,74 (+4,99)
44,35 (+10,65)
12,90 (n.k.)
n.k. (−17,39)
n.k. (−11,17)
SPÖ
ÖVP
PFFPÖ
FPÖ
JETZT
2017
2022
Der Gemeinderat umfasst aufgrund der Anzahl der Wahlberechtigten insgesamt 19 Mitglieder.
Neben Bürgermeister Gert Polster (SPÖ) und der Vizebürgermeisterin Barbara Baldasti (ÖVP) gehören weiters die geschäftsführenden Gemeinderäte Heinz Gyaky (ÖVP), Jakob Riser (SPÖ) und Dietrich Wertz (FPÖ) dem Gemeindevorstand an.[13]
Gemeindekassierin ist Amtsleiterin Silke Kurz.[14] Zum Umweltgemeinderat wurde Dietrich Wertz (FPÖ) gewählt.[15]
Bürgermeister
Bürgermeister ist seit der Wahl 2017 Gert Polster (SPÖ). Nachdem Ernst Karner (ÖVP), der der Gemeinde seit 2002 vorstand, bekannt gab, bei der Wahl nicht mehr anzutreten, stellten bei der Bürgermeisterdirektwahl am 1.Oktober 2017 alle vier im Gemeinderat vertretenen Parteien einen Kandidaten, von denen keiner im ersten Wahlgang eine qualifizierte Mehrheit erreichen konnte. Dabei erhielt Gert Polster (SPÖ) 41,30%, Barbara Baldasti (ÖVP) 29,26%, während Dietrich Wertz (FPÖ) mit 16,76% und Petra Simon (Liste JETZT) mit 12,69% ausschieden.[16] Bei der Stichwahl am 29.Oktober 2017 setzte sich Polster mit 54,41% gegen Baldasti mit 45,59% durch.[9] In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats wurde Baldasti schließlich zur Vizebürgermeisterin gewählt.[13]
Die Leitung des Gemeindeamts hat Silke Kurz über.[17]
Wappen
Das Gemeindewappen wurde am 6. Oktober 1992 von der burgenländischen Landesregierung verliehen.
Blasonierung: „In blauem Schild silbern unter einem allseits anstoßenden profilierten Brunnenbogen ein geflügelter doppelschwänziger Tritonknabe, ein wasserspeiendes Horn blasend.“
Das Wappen nimmt in seiner Symbolik auf alle drei Ortsteile von Bad Tatzmannsdorf Bezug.[18]
Hans Rehling (* 1945), Gemeinderat, Verleihung 2010
Literatur
Michael Ferd. Bothar: Ein kurzer Beitrag zur Entstehungsgeschichte von Bad-Tatzmannsdorf. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 11, Eisenstadt 1949, S. 170–174 (zobodat.at[PDF]).
Silvia Jungel: Bad Tatzmannsdorf. Die Entwicklung vom traditionellen Kurort zum Wellnesstourismus. Diplomarbeit, Universität Wien, 2002.
Christine Käfer: Bad Tatzmannsdorf. Ein Kurort gestern und heute. Diplomarbeit, Universität Wien, 1998.
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