Klotten (amtliche Schreibweise bis 6. Dezember 1935: Clotten[2]) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Cochem an.
Clotten ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Clotten (Begriffsklärung) aufgeführt.
Lage der Ortsgemeinde Klotten im Landkreis Cochem-Zell
Karte
Klotten mit Coraidelstein
Geographie
Der Weinort Klotten liegt an der Mosel und ist von steilen Schieferhängen umgeben. Weinbergslagen sind Burg Coraidelstein, Brauneberg und Rosenberg.
Klotten, Luftaufnahme (2015)
Geschichte
Der älteste Ortsname "Monte Clothariensis" (Schenkungen an den Hl. Willibrord 698) ist durch das "Liber Aureus Epternacensis" des Klosters Echternach, bestätigt. 814 bestätigt Kaiser Ludwig der Fromme dem Kloster Stablo/Stavelot eine Kapelle und den Zehnten in "Clodena" (Regesta Imperii I, 545, die ursprüngliche Schenkungsurkunde Childerichs ist verloren, die Bestätigungsurkunde ist eine Kopie des 15. Jh.). Die Erwähnung in einer Urkunde finden wir in einem Diplom König Arnulfs, der 888 in Frankfurt am Main dem Marienstift zu Aachen ein zehntpflichtiges Gut in "Cloduna" bestätigt (MGH DArn Nr.031). Noch 1191 erscheint Klotten unter den Besitzungen dieses Aachener Marienstifts (Heimatjahrbuch Cochem-Zell 2022, S. 164).
Die Polenkönigin Richeza, Tochter des Pfalzgrafen Ezzo und Enkelin des Kaisers Otto II., hielt sich wahrscheinlich mit ihren drei Kindern von 1040 bis 1049 in Klotten auf. In Klotten hatte sie sich eine Kapelle (Nikolauskirche) und einen Wohnturm erbauen lassen, der mit einer Brücke zur Kapelle verbunden war. Ihren gesamten Besitz hatte sie nach ihrem Tod am 21. März 1063 der Benediktinerabtei Brauweiler bei Köln vermacht. Ihr Sarkophag steht heute im Kölner Dom, links hinter dem Hochaltar, dem Dreikönigsschrein.
Die Landesherrschaft Kurtriers endete mit der Besetzung des Linken Rheinufers 1794/96 durch französische Revolutionstruppen. Bis 1814 gehörte Klotten zur Mairie Pommern im Kanton Cochem. 1815 wurde die Region auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist der Ort Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.
Statistik zur Einwohnerentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Klotten, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3]
Jahr
Einwohner
1815
824
1835
1175
1871
1533
1905
1895
1939
1888
Jahr
Einwohner
1950
1929
1961
1838
1970
1879
1987
1581
2005
1421
2015
1233
2016
1221
Fähre
Klottener Fähre
Im 19. Jahrhundert wurde eine Gierfähre für den Personenverkehr über die Mosel eingerichtet, welche 1906 mit einem größeren Schiff ausgerüstet auch Wagen und Vieh übersetzen konnte. Nach der Flussregulierung 1967 reichte die Strömung für den Betrieb nicht mehr aus, weshalb die Gemeinde eine Fähre mit Dieselmotor anschaffte.[4]
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat in Klotten besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26.Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Holger Becker wurde am 21. Juni 2019 Ortsbürgermeister von Klotten.[6] Bei der Direktwahl am 26.Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 81,90% für fünf Jahre gewählt worden.[7]
Beckers Vorgänger Dieter Lürtzener hatte das Amt von 2014 bis 2019 ausgeübt.[8]
Pfarrkirche St. Maximinus
Sehenswürdigkeiten
Auf einer Bergkuppe über Klotten liegt Burg Coraidelstein. In der Nähe auf den Moselhöhen befindet sich der Wild- und Freizeitpark Klotten. Sehenswert sind die am Moselhöhenweg liegende Seitskapelle und das Naturschutzgebiet Dortebachtal.
Seit 2002 befindet sich in der spätgotischen Pfarrkirche St. Maximinus eine Reliquie der Polenkönigin Richeza.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Klotten
Veranstaltungen
Erstmals 1970 unter der Leitung der ONS als „Eifel-Bergpreis Kaisersesch“, später als NAVC-Veranstaltung wurde ein Bergrennen auf der K 25 nach Wirfus ausgetragen.[9]
Seit 2021 trägt der Verein Dorfgemeinschaft Dohrer Bolzplatz e.V. das Mofa-Rennen "Stoppelfeld-CUP" aus. Dieses Rennen findet auch an der K 25 zwischen Klotten und Wirfus statt.[10]
Bildung
In Klotten gab es eine Grundschule, die im Schuljahr 2016/2017 noch insgesamt 7 Schüler besucht haben. Zum 31.Juli 2017 wurde die Schule wegen der geringen Schülerzahl geschlossen.[11]
Persönlichkeiten
Richeza, (um 995–1063), Königin von Polen, wohnte von 1040 bis 1049 im Ort
Huso (Ministeriale) (* Ende des 10. Jahrhunderts; † Mitte des 11. Jahrhunderts), Ministeriale und Erbauer der Kapelle des Hl. Nikolaus in Klotten
Emecho I. von Clotten (* um 1190 in Klotten; † 30. Oktober 1263 in Brauweiler), Benediktiner-Mönch und Abt der Abtei Brauweiler
Heinrich von Clotten (1302–1367), Amtmann, Edelknecht und Burggraf zu Cochem und Klotten
Johann von Clotten (Ritter) (* vor 1325–1401), Ritter, erzbischöflicher Amtmann und Burggraf in Cochem
Johann von Clotten (Domherr) (* um 1351–1383), Kanoniker und Domherr in Trier
Anna Maria Kees (1622– nach 1685), Äbtissin im Kloster Rosenthal (Eifel)
Ananias Clotten (* um 1630–1699), Kapuziner, Novizenmeister und Schriftsteller
Jakob Kees (1635- um 1690), Domkapitular in Wetzlar
Heinrich Jodokus Wolff (1648–1714), Benediktiner und Prior der Abtei Brauweiler
Johann Nikolaus Maas (* um 1664; † um 1721), kurfürstlicher Vogt und Hochgerichtsschöffe in Klotten
Johann Josef Schunck (1849–1893), in Klotten geborener Schieferhandelsunternehmer und Weingroßhändler
Philipp Loosen (1880–1962), Trier: Direktor des Arbeitsamtes und Bürgermeister
Alois Thomas (1896–1993), Priester, Theologe und Bistumskonservator im Bistum Trier
Else Harney (1919–1984), lebte und arbeitete als Keramikerin und Kunsthandwerkerin auf Burg Coraidelstein
Wendelin Stahl (1922–2000), lebte und arbeitete als Keramiker und Kunsthandwerker auf Burg Coraidelstein
Alfons Friderichs (1938–2021), Bankkaufmann, Diakon und Heimatforscher (Bundesverdienstkreuz u. Rheintaler des Landesverbandes Rheinland)
Klaus-Peter Balthasar (* 1954), Jurist und Kommunalpolitiker (CDU), von 1990 bis 2000 Landrat des Landkreises Cochem-Zell
Klotten um 1900
Burg Coraidelstein
Blick vom Coraidelstein
Seitskapelle
Tafel mit den Wappen von Klotten und der Partnergemeinde Berlaimont
Literatur
Giersberg: Anno II., der Heilige, Erzbischof von Köln, und sein Streit mit der Abtei Brauweiler wegen Klotten an der Mosel. In: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere die alte Erzdiöcese Köln. 11. und 12. Heft, Köln 1862, S. 177–185.
Alfons Friderichs: Auf den Spuren der Polenköniging Richeza in Klotten. In: Begegnung mit Polen, Düsseldorf 1968, 9/12.
Alfons Friderichs, Karl Josef Gilles: Klotten und Burg Coraidelstein. In: Rheinische Kunststätten, Heft 8, 1969, veränderte Auflage, Heft 120, 1980.
Alfons Friderichs: Klotten und seine Geschichte. In: Schriftreihe der Ortchroniken des Trierer Landes, Bd. 29, Briedel 1997.
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