Rondônia grenzt an die brasilianischen Bundesstaaten Amazonas, Acre und Mato Grosso sowie an Bolivien. Es gehört zur brasilianischen Großregion Norte.
Rondônia hatte im Jahr 2010 eine Fläche von rund 238.513 km², geringfügig mehr als Rumänien und deutlich mehr als Großbritannien. Mit 1,54 Mio. Einwohnern (2010) lag die Bevölkerungsdichte bei 6,4 pro km². Die Bevölkerungszahl wurde zum 1. Juli 2020 auf 1.796.460 Einwohner geschätzt,[1] die Fläche wurde 2018 mit rund 237.765km² um etwa 748km² geringer als bei der letzten Erhebung 2010 angegeben.
Geschichte
Rondônia entstand aufgrund eines von der brasilianischen Regierung seit den 1970er Jahren geförderten Erschließungsprojekts.[3] 1981 wurde das Gebiet zum Bundesstaat erhoben. Vorher war das von den Guaporé-Indianern bewohnte Gebiet kaum bekannt.
Am 13. September 1943 wurde durch das Gesetz Nr. 5.812 das Território Federal do Guaporé, deutsch Bundesterritorium Guaporé, gegründet. Es wurde am 17. Februar 1956 zu Ehren von Cândido Rondon durch das Gesetz Nr. 21.731 zum Território Federal de Rondônia, deutsch Bundesterritorium Rondônia. Am 4. Januar 1982 wurde Rondônia zu einem eigenen Bundesstaat und bestimmt seine Politik selbst.
Der neue Teilstaat ist nach dem brasilianischen Forscher, Landvermesser und Erbauer von Telegraphenleitungen Cândido Rondon benannt, der 1913 und 1914 mit Theodore Roosevelt, dem früheren US-Präsidenten, die Roosevelt-Rondon Scientific Expedition in den nördlichen Mato Grosso leitete.
Politik
Siehe auch: Liste der Gouverneure von Rondônia
Gouverneur ist seit den Wahlen in Brasilien 2018 für die Amtszeit von 2019 bis 2023 Marcos Rocha des rechtsgerichteten Partido Social Liberal (PSL).
Die Legislative liegt bei der Legislativversammlung von Rondônia (Assembleia Legislativa do Estado de Rondônia) mit 24 gewählten Abgeordneten.[4]
Wirtschaft
Die wirtschaftliche Existenzgrundlage Rondônias ist vor allem die Nutzung des tropischen Regenwaldes. Zur Holzgewinnung und für die Anlage von Plantagen wurde und wird massenhaft Tropenwald umgewandelt, auch durch Raubbau wird viel Regenwald vernichtet. Bisher sind rund 25 Prozent der Wälder des Bundesstaates abgeholzt worden. Neben der Holzindustrie ist der Bergbau mit dem Abbau vor allem von Zinnerz, aber auch Gold, Eisenerz, Mangan und Edelsteinen ein wichtiger Wirtschaftszweig des Landes. Bis 2000 ist die Bevölkerung durch den Zuzug aus dem armen brasilianischen Nordosten schnell gewachsen. Mittlerweile hat sich das Wachstum deutlich abgeschwächt und liegt im brasilianischen Durchschnitt.
Indigener Emissionsrechtehandel
In den letzten Jahrzehnten begann sich Widerstand bei der indigenen Bevölkerung gegen den Raubbau an der Natur zu regen. So wehren sich Angehörige vom Stamm der Suruí (Paiter) mit Hilfe von Internet, Google Earth und GPS gegen Holzdiebe[5] und begannen ab 2007 mit Planungen, in den internationalen Emissionsrechtehandel einzusteigen.[6] Nach den notwendigen Zertifizierungen erfolgte im September 2013 der erste brasilianische einheimische Emissionszertifikatsverkauf im Umfang von 120.000 Tonnen an den Kosmetikkonzern Natura.[7][8]
Die zehn bevölkerungsreichsten der 52 Städte in Rondônia sind laut Volkszählung 2010 und der Schätzung der Einwohnerzahlen zum 1. Juli 2020 des IBGE:[9]
Ouro Preto do Oeste-10.748055555556-62.215833333333
37.928
35.737▼
10/↑9
Pimenta Bueno-11.6725-61.193611111111
33.822
36.881▲
Literatur
Josélia Fontenele Batista [u. a.]:Atlas socioeconômico e ambiental de Rondônia. Por uma consciência socioespacial cidadã. Porto Velho 2021, ISBN 978-6-50014735-3 (brasilianisches Portugiesisch, academia.edu).
Manuela Souza Siqueira Cordeiro:Pioneiros, fundadores e aventureiros – a ocupação de terras em Rondônia. In: Revista de Antropologia. Band61, Nr.1. USP, São Paulo 2018, S.125–146 (brasilianisches Portugiesisch, academia.edu).
História.In:al.ro.leg.br.Assembleia Legislativa do Estado de Rondônia,abgerufen am 29.Mai 2020(brasilianisches Portugiesisch).
Juliane von Mittelstaedt: Brasilien: Der globale Indianer. In: Der Spiegel 21/2010, 22. Mai 2010, S. 86–89: „Das Volk der Surui kämpft gegen die Abholzung seines Regenwaldes: nicht mit Pfeil und Bogen, sondern mit Internet, GPS und Google Earth. Demnächst will es in den weltweiten Emissionshandel einsteigen“.
Índios suruí concluem 1ª venda de créditos de carbono indígenas do país. globo.com G1 – Natureza, 12.September 2013 (brasilianisches Portugiesisch, globo.com[abgerufen am 10.April 2018]).
Relatório de implementação do Projeto de Carbono Florestal Suruí. Cacoal September 2014 (brasilianisches Portugiesisch, amazonaws.com[PDF; abgerufen am 10.April 2018]).
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