Boscia-senegalensis-Büsche in einem Hirsefeld in der Gegend von Damagaram Takaya
Damagaram Takaya liegt in der Sahelzone. Die Nachbargemeinden sind Alakoss im Norden, Moa im Nordosten, Gouré im Osten, Guidiguir und Guidimouni im Südosten, Albarkaram, Gaffati und Mazamni im Südwesten sowie Wamé im Nordwesten. Die Gemeinde Damagaram Takaya besteht aus einem urbanen und einem ländlichen Gemeindegebiet. Das urbane Gemeindegebiet besteht aus der Siedlung Damagaram Takaya,[1] dem Hauptort der Gemeinde.[2] Bei den Siedlungen im ländlichen Gemeindegebiet handelt es sich um 66 Dörfer, 165 Weiler und 10 Lager.[1]
Die 485 Hektar große Forêt classée de Tounfafiram Nord und die 295 Hektar große Forêt classée de Tounfafiram Sud sind geschützte Wälder beim Dorf Tounfafiram. Die Unterschutzstellung erfolgte 1953.[3] An der Grenze zur Gemeinde Guidimouni liegt der See Mare de Lassouri, dessen 34.000 Hektar großes Feuchtgebiet seit 2005 nach der Ramsar-Konvention unter Schutz steht.[4] Im felsigen Hügelland im Westen der Gemeinde hat das Trockental Zermou seinen Ursprung.[5]
Geschichte
Damagaram war ursprünglich eine Siedlung von Kanuri, die aus Bornu kamen und von Tuareg verjagt wurden, in einem von Hausa bewohnten Gebiet. Der Name Damagaram wurde später für das Herrschaftsgebiet des Sultanats Zinder übernommen. Die Kanuri-Siedlung erhielt daraufhin den Namen Damagaram Takaya, was „Damagaram im Buschland“ bedeutet.[6] Der britische Reiseschriftsteller A. Henry Savage Landor besuchte die Gegend 1906 im Rahmen seiner zwölfmonatigen Afrika-Durchquerung und passierte unter anderem das Dorf Kakara.[7]
Die französische Kolonialverwaltung richtete Anfang des 20. Jahrhunderts einen Kanton in Damagaram Takaya ein, dem 1923 der aufgelöste Kanton von Kakara angeschlossen wurde.[8] Eine Verwaltungsreform gliederte Niger 1964 in sieben Departements, die Vorgänger der späteren Regionen, und 32 Arrondissements, die Vorgänger der späteren Departements. Damagaram Takaya wurde dem neu geschaffenen Arrondissement Mirriah zugeschlagen und erhielt den Status eines Verwaltungspostens (poste administratif) im Gebiet des Arrondissements.[9] Die Landgemeinde Damagaram Takaya ging 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Damagaram Takaya hervor. Der Verwaltungsposten wurde 2011 aus Mirriah herausgelöst und zum Departement Damagaram Takaya erhoben.[10]
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte die Landgemeinde 61.580 Einwohner, die in 10.475 Haushalten lebten.[1] Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 32.933 in 6352 Haushalten.[11]
Im Hauptort lebten bei der Volkszählung 2012 3393 Einwohner in 612 Haushalten,[1] bei der Volkszählung 2001 2696 in 523 Haushalten[11] und bei der Volkszählung 1988 2936 in 1537 Haushalten.[12]
In ethnischer Hinsicht ist die Gemeinde ein Siedlungsgebiet von Kanuri, Fulbe und Iklan.[13] Die Fulbe-Untergruppen Katchinanko’en und Wodaabe sind auf Fernweidewirtschaft spezialisiert.[14]
Politik
Der Gemeinderat (conseil municipal) hat 17 gewählte Mitglieder. Mit den Kommunalwahlen 2020 sind die Sitze im Gemeinderat wie folgt verteilt: 8 PNDS-Tarayya, 4 RDR-Tchanji, 3 ARD-Adaltchi Mutunchi, 1 MPR-Jamhuriya und 1 RDP-Jama’a.[15]
Jeweils ein traditioneller Ortsvorsteher (chef traditionnel) steht an der Spitze von 57 Dörfern im ländlichen Gemeindegebiet.[1]
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Gemeinde liegt großteils in einem Gebiet, in dem Agropastoralismus betrieben werden kann. Im Süden beginnt die Zone des Regenfeldbaus.[16] Das staatliche Versorgungszentrum für landwirtschaftliche Betriebsmittel und Materialien (CAIMA) unterhält eine Verkaufsstelle im Hauptort.[17]
Gesundheitszentren des Typs Centre de Santé Intégré (CSI) sind im Hauptort sowie in den Siedlungen Guéza und Raffa vorhanden. Die Gesundheitszentren im Hauptort und in Raffa verfügen jeweils über ein eigenes Labor und eine Entbindungsstation.[18] Der CEG Damagaram Takaya ist eine allgemein bildende Schule der Sekundarstufe des Typs Collège d’Enseignement Général (CEG).[19] Der Collège d’Enseignement Technique de Damagaram Takaya (CET Damagaram Takaya) ist eine technische Fachschule.[20]
Die Niederschlagsmessstation im Hauptort liegt auf 453m Höhe und wurde 1977 in Betrieb genommen.[21]
Literatur
Chapiou Dan Dibi:Impact socioéconomique du maraîchage dans la région de Zinder. Cas de l’ADP de Damagaram Ta Kaya. Faculté d’Agronomie, Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2005.
La Mare de Lassouri.In:Ramsar Sites Information Service.13.April 2018,abgerufen am 13.März 2019(englisch).
Ibrahim Mamadou, Maman Waziri Mato, Mahaman Nouri Maman Moussa, Moussa Elh Issoufou Assane:Dynamique actuelle et impacts socio-économiques du barrage de Kassama dans la région de Zinder au Niger. In: Revue Ivoirienne des Sciences et Technologie. Nr.27, 2016, ISSN1813-3290, S.108 (researchgate.net[abgerufen am 23.September 2018]).
Edmond Séré de Rivières:Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S.134.
A. Henry Savage Landor:Across Widest Africa. An Account of the Country and People of Eastern, Central and Western Africa As Seen During a Twelve Months' Journey From Djibuti To Cape Verde. Volume II. Hurst and Blackett, London 1907, S.312 (archive.org[abgerufen am 13.März 2021]).
Edmond Séré de Rivières:Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S.250.
Edmond Séré de Rivières:Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S.275.
Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr.13, 11.August 2011, S.2 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 9.April 2022]).
Recensement Général de la Population 1988: Répertoire National des Villages du Niger. Bureau Central de Recensement, Ministère du Plan, République du Niger, Niamey März 1991, S.340 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 4.Mai 2019]).
Yveline Poncet:Cartes ethno-démographiques du Niger au 1/1 000 000. Notice des cartes (=Etudes nigériennes. Nr.32). Centre Nigérien de Recherches en Sciences Humaines, Niamey 1973, Annex: République du Niger: Carte ethno-démographique au 1:1 000 000 (odsef.fss.ulaval.ca[PDF; abgerufen am 31.Januar 2021]).
Résultats élections – Communales.(Nicht mehr online verfügbar.)Commission Électorale Nationale Indépendante,archiviertvomOriginalam7.Januar 2021;abgerufen am 2.Januar 2021(französisch).Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ceniniger.org
CAIMA. In: Béret Vert. Bulletin de Liaison et d’Information des Forces Armées Nigériennes. Nr.17, Mai 2013, S.28.
Niger DSS.In:Systeme Nationale d’Information Sanitaire (SNIS).Ministère de la Santé Publique, République du Niger,abgerufen am 10.November 2020(französisch).
Niger – Recensement Scolaire 2008–2009, Enquête statistique. Dictionnaire des données.(Nicht mehr online verfügbar.)Institut National de la Statistique, République du Niger,28.November 2013,ehemalsimOriginal;abgerufen am 10.November 2020(französisch).@1@2Vorlage:Toter Link/anado.ins.ne(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)
CET Zinder.Ministère des Enseignements Professionnels et Techniques, République du Niger,abgerufen am 18.November 2020(französisch).
Evaluation Hydrologique de l’Afrique Sub-Saharienne. Pays de l’Afrique de l'Ouest. Rapport de Pays: Niger. Mott MacDonald International / BCEOM / SOGREAH / ORSTOM, Cambridge / Montpellier / Grenoble August 1992, Annexe E: Liste des postes pluviométriques, S.6 (horizon.documentation.ird.fr[PDF; abgerufen am 16.März 2022]).
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