Im Jahr 804 wurde der Ort erstmals erwähnt. Die geschlossene Hofmark Haag war lange Zeit im Besitz der Freiherren Schenk von Stauffenberg. Franz Graf von Lodron heiratete 1632 Maria von Flitzing, verwitwete von Stauffenberg. Sie besaß einige Hofmarken nördlich von Freising, die Edelsitze Triftern, Obertürken und Haus- und Grundbesitz in Landshut, die so in den Besitz der Lodrons kamen. Das Schloss wurde im dritten Viertel des 17. Jahrhunderts neu errichtet. Die Hofmark wurde um 1819 in ein Patrimonialgericht umgewandelt. Als durch die Cholera 1836 mehrere Familienmitglieder starben, erlosch die bayerische Linie der Lodron. 1848 wurde das Patrimonialgericht aufgelöst. Haag a.d.Amper wurde eine selbständige politische Gemeinde. 1854 wurde das Schloss fast vollständig abgebrochen, der Rest 1997.
Eingemeindungen
Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Inkofen eingegliedert.[4] Am 1. Januar 1976 folgte die Eingemeindung von Plörnbach.[5]
Einwohnerentwicklung
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2173 auf 2960 um 787 Einwohner bzw. um 36,2%.
Der Gemeinderat besteht aus dem Ersten Bürgermeister und den Gemeinderatsmitgliedern.
Die Kommunalwahlen 2002 bis 2020 führten zu den folgenden Sitzverteilungen der Gemeinderatsmitglieder.[6][7]
Anton Geier von den Unabhängigen Bürgern, der seit 2002 Erster Bürgermeister ist, wurde im März 2020 mit 66,3% der Stimmen für seine vierte Amtszeit wiedergewählt.[9] Sein Gegenkandidat Benedikt Flexeder von der Christlich-Sozialen Union erhielt 33,7% der Stimmen.[9]
Wappen
Wappen von Haag an der Amper
Blasonierung: „In Rot ein gesenkter silberner Wellenschrägbalken, darüber ein steigender, herschauender silberner Löwe.“[10]
Wappenbegründung: Der silberne Löwe in Rot entstammt dem Wappen der Grafen von Lodron. Der silberne Wellenbalken symbolisiert die Amper.
Schloss Inkofen im 18. Jahrhundert (Stich von Michael Wening)Schloss Haag im 18. Jahrhundert (Stich von Michael Wening)
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Haag an der Amperund Liste der Bodendenkmäler in Haag an der Amper
Pfarrkirche St. Laurentius: eine Barockkirche mit Werken des Münchner Hofmalers Christian Winck;[11]
Schloss der Grafen La Rosée in Inkofen
Schlossallee, der größte Biergarten außerhalb Münchens
Reste des Schlossensembles von Schloss Haag
Sport
Verein für Rasenspiele Haag a.d.Amper e. V. gegründet 1947 mit seinen Abteilungen Baseball, Beach-Volleyball, Dart, Fußball, Stockschützen, Tennis und Tischtennis.
Skiclub Haag a.d. Amper e.V. gegründet 1997. Der Skiclub veranstaltet Skikurse vor allem für Kinder und Skifahrten. Ferner hat er die Abteilungen Volleyball und Handball für Kinder, sowie regelmäßige Nordic Walking Treffs und Skigymnastik.
Im Gemeindebereich sind mit den Graf-Lodron-Schützen e.V. Haag/Amper, den Schloßschützen e.V. Inkofen und der SG Marchenbach drei Schützenvereine angesiedelt, welche die Disziplinen Luftgewehr und Luftpistole anbieten. Die Traditionsvereine veranstalten seit 2009 einmal im Jahr ein Gemeindepokalschießen.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Durch Haag führt die Hallertauer Lokalbahn. Früher führte sie von Langenbach kommend nach Wolnzach und Mainburg; heute ist sie nur noch bis zum Kraftwerk Zolling wenige Kilometer westlich des Ortes für Werksverkehr in Betrieb. Ein ÖPNV-Anschluss besteht mit den MVV-Buslinien 603, 680 und RufTaxi 6800.
Ansässige Unternehmen
Wasserkraftwerk Haag (E.ON)
Bildung
Marina Thudichum Grundschule Haag mit den Klassen 1 bis 4
Persönlichkeiten
Karoline Hetzenecker (1822–1888), Opernsängerin
Marina Thudichum (1906–1990), Kinderbuchautorin
Mascha Müller (* 1984), Schauspielerin, Regisseurin und Malerin
Wilhelm Volkert (Hrsg.):Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S.464 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
Statistisches Bundesamt (Hrsg.):Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S.574.
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