Lage der Stadt Vetschau/Spreewald im Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Karte
Geografie
Karte von Vetschau/Spreewald und seiner Umgebung
Vetschau liegt am Südrand des Spreewaldes ostsüdöstlich von Lübbenau und nördlich von Calau. Die nördlichen Ortsteile liegen unmittelbar im Biosphärenreservat Spreewald.
Stadtgliederung
Als Ortsteile der Stadt sind ausgewiesen:
Göritz (niedersorbisch Chórice) mit dem Wohnplatz Göritzer Mühle(Chóricański młyn)
Koßwig (Kósojce) mit dem Wohnplatz Dubrau (Dubrawa)
Laasow (Łaz) mit den Gemeindeteilen Tornitz (Tarnojsk) und Wüstenhain (Huštań) und den Wohnplätzen Alte Windmühle (Stary Wětšnik), Briesen(Brjaze) und Knorraue (Knorawa)
Missen (Pšyne) mit dem Gemeindeteil Gahlen (Gołyń) und dem Wohnplatz Jehschen(Jažyn)
Naundorf (Njabožkojce) mit dem Gemeindeteil Fleißdorf (Długi)
Ogrosen (Hogrozna)
Raddusch(Raduš) mit den Wohnplätzen Radduscher Buschmühle (Radušański Młyn), Radduscher Kaupen (Radušańske Kupy) und Radduscher Ziegelei (Radušańska Cyglownja)
Repten (Herpna)
Stradow (Tšadow) mit den Wohnplätzen Stradow Ausbau (Tšadojske Wutwaŕki) und Stradower Mühle (Tšadojski Młyn)
Suschow (Zušow) mit dem Wohnplatz Suschower Ausbau (Zušojske Wutwaŕki)
Zur Kernstadt Vetschau, die keinen Ortsteilstatus hat, gehören zudem die Gemeindeteile Belten(Běłośin), Lobendorf (Łoboźice) und Märkischheide (Husoka, bis 23. Oktober 1937 amtlich deutsch Weißagk[2]) sowie die Wohnplätze Altstadt (Stare Město), Brandtemühle (Brandtowy Młyn) und Neustadt (Nowe Město).
Geschichte
Urkundlich wurde Vetschau zuerst 1302 als Veczicz erwähnt.[3] Der Ortsname änderte sich im Laufe der Zeit von Vetczaw im Jahr 1434 über Fetzow 1450 zu Fetczaw im Jahr 1480. 1527 wurde der Ort unter dem Namen Fetzscho erstmals als Städtlein bezeichnet, das formelle Stadtrecht erhielt Vetschau im Jahr 1543.[4]
Das Wappen für Rath und Gmaind des Marckhts Vetzschew wurde dem Ort am 17. März 1548 durch König Ferdinand I. in Augsburg ausgestellt. Die Urkunde war lange verschollen und wurde erst im Juli 2005 auf einem Dachboden in Vetschau wiederentdeckt.[5]
Bis ins späte 19. Jahrhundert waren die meisten Dörfer in der näheren Umgebung von Vetschau überwiegend sorbischsprachig.[6] Der Sprachwechsel zum Deutschen erfolgte hier – beschleunigt durch die Abschaffung sorbischer Gottesdienste und die Durchsetzung des Deutschen in den Schulen – im Wesentlichen bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.
In den Jahren 1929 bis 1932 fanden hier jeweils Anfang August die Spreewälder Volks- und Trachtenfeste statt. Organisiert wurden sie vom damaligen Bürgermeister Otto Rohde und der niedersorbischen wissenschaftlichen Gesellschaft Maśica Serbska in Cottbus.[7]
Vetschau war von 1964 bis 1996 Standort eines der größten Braunkohlekraftwerke der Region, des Kraftwerks Vetschau. Die Schornsteine des Kraftwerks waren Wahrzeichen der Stadt, sorgten aber auch für eine erhebliche Schwefeldioxidbelastung.
Vetschau gehörte 1817–1952 zum Landkreis Calau (bis 1947 in der preußischen Provinz Brandenburg, 1947–1952 im Land Brandenburg). 1952–1993 war die Stadt Teil des Kreises Calau (bis 1990 im DDR-Bezirk Cottbus, 1990–1993 wieder im Land Brandenburg). Seit der Kreisreform 1993 liegt Vetschau im Landkreis Oberspreewald-Lausitz.
Mit Wirkung vom 1. April 1997 wurde der Name der Stadt in Vetschau/Spreewald geändert.[8]
Eingemeindungen
Märkischheide wurde 1959 eingemeindet.[9] Ende 2001 wurden vier,[10] Ende 2002 zwei[11] und im Oktober 2003 weitere vier ehemalige Gemeinden eingegliedert.[12]
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[13][14][15], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Die Stadtverordnetenversammlung von Vetschau besteht aus 18 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:[16]
Kanzler wurde am 29. November 2009 mit 53,8% der gültigen Stimmen zum neuen Bürgermeister Vetschaus gewählt. Er wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 8. Oktober 2017 mit 51,7% der gültigen Stimmen für weitere acht Jahre[18] in seinem Amt bestätigt.[19]
Wappen
Das Wappen wurde am 3. Mai 1993 genehmigt.
Blasonierung: „Gespalten; vorn in Rot ein aufgerichteter, nach links gewendeter silberner Windhund mit goldenem Halsband, hinten blau-silbern geschacht.“[20]
Flagge
Die Flagge besteht – bei Aufhängung an einem Querholz – aus zwei Längsstreifen in den Farben Weiß – Rot, auf die das Stadtwappen auf der Nahtstelle aufgelegt ist.
Städtepartnerschaft
Bedburg (Nordrhein-Westfalen) ist Partnerstadt von Vetschau.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Kirchenschiffe der Doppelkirche
Das Storchenzentrum Vetschau bietet Ausstellungen zum Weißstorch und Informationen zum Biosphärenreservat Spreewald.
Bauwerke
Vetschau verfügt über eine zum Teil noch gut erhaltene historische Bausubstanz. Diverse Gebäude sind in der Denkmalliste eingetragen.
Schloss Vetschau, um 1540 entstanden, heute Sitz der Stadtverwaltung
Wendisch-Deutsche Doppelkirche aus dem 17. Jahrhundert
Fachwerkhaus in der Schlossstraße 8, ältestes Wohnhaus der Stadt, um 1710 entstanden, bemalter Längsbalken mit historischem Segensspruch
Ratskeller am Markt 5, um 1890 entstanden
Katholische Heilige-Familie-Kirche vom Ende des 19. Jahrhunderts, Ernst-Thälmann-Straße
Gedenkstein zur Erinnerung an die 1928 erfolgte Eingemeindung des Dorfes Schönebegk nach Vetschau, 2008 in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße aufgestellt
Slawenburg Raddusch, originalgetreuer Nachbau einer Slawenburg im Ortsteil Raddusch
Ratskeller am Markt
Schloss Vetschau
Ältestes Haus Vetschaus
Schönebegk-Gedenkstein
Nachbau der Slawenburg Raddusch
Die Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Vetschau/Spreewald aufgeführt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Ansässige Unternehmen
Die Schälmühle am nördlichen Ortseingang, zusammen mit der Spreewaldmühle in Burg Eigentum der Familie Kümmel, ist ein modernes Wahrzeichen der Stadt. Außerdem Standort des Stahlbauunternehmens TransTec F&E Vetschau GmbH, ein Zulieferer von Drehgestellen für Schienenfahrzeuge. Hervorgegangen am Produktionsstandort aus der Fahrzeug- und Gerätebau GmbH (FAGEB) und der späteren VEB Waggonausrüstungen Vetschau. Im südlich gelegenen Ortsteil Tornitz befindet sich die Bolart Schweineproduktionsanlagen GmbH.
Die zum italienischen Konzern Iris Ceramica Group gehörende Porcelaingres GmbH mit ihrem Werk in Vetschau ist einer der wichtigsten Hersteller von Hochqualitäts-Feinsteinzeugplatten in Deutschland.[21]
Schälmühle
Bolart GmbH in Tornitz
Verkehr
Vetschau liegt an der Landesstraße L 54 zwischen Calau und Burg (Spreewald). Die A 15 mit der Anschlussstelle Vetschau durchquert das Stadtgebiet.
Der Haltepunkt Raddusch und der Bahnhof Vetschau an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz werden von der Regional-Express-Linie RE 2 Wismar–Berlin–Cottbus bedient.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Ferdinand Griebenow (1848–1910), Unternehmer, am 15. Juli 1898 zum Ehrenbürger ernannt
Selma Griebenow geborene Blütchen (1851–1942), Stifterin, am 15. Juli 1898 zur Ehrenbürgerin ernannt
Richard Hellmann (1876–1971), Unternehmer, am 3. Mai 1929 zum Ehrenbürger ernannt
Peter Ettelt (1966–2009), Musiker, am 10. Dezember 2009 zum Ehrenbürger ernannt[22]
Söhne und Töchter der Stadt
Simon Musaeus (1521–1576), Theologe
Johannes Bock (1569–1621), Dichter
Alexander von Rabenau (1845–1923), Heimatforscher
Max Pannwitz (1854–1921), Schriftsteller und Übersetzer
Richard Hellmann (1876–1971), deutsch-amerikanischer Unternehmer
Wilhelm Schieber (1887–1974), Maler, geboren im Ortsteil Weißagk (Wusoka), ab 1937 Märkischheide
Hans Stiebner (1898–1958), Schauspieler und Theaterregisseur
Gerhard Müller (1920–2020), Jurist, Landrat des Landkreises Reutlingen
Erich Schutt (* 1931), Fotograf und Bildjournalist
Heinz-Malte Barten (1944–2022), Pathologe
Wilfried Terno (* 1946), 2001–2011 Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof
Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939, S. 249.
Stefanie Leibetseder:Vetschau. In: Gerhard Fouquet, Olaf Mörke, Matthias Müller und Werner Paravicini (Hrsg.): Residenzstädte im Alten Reich (1300–1800). Ein Handbuch. Abteilung I: Analytisches Verzeichnis der Residenzstädte und herrschaftlichen Zentralorte. Teil 1: Niedersächsischer und obersächsischer Reichskreis, Schleswig, Preußen, Livland, hrsg. von Harm von Seggern. Ostfildern 2018, S.591–592.
Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember)
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