Münchehagen (früher teilweise auch Mönchehagen) ist ein Stadtteil der deutschen Stadt Rehburg-Loccum in Niedersachsen. Der Ort liegt an der Bundesstraße 441 zwischen Loccum und Bad Rehburg westlich des Steinhuder Meeres.
Münchehagen war 1628–1654 von Hexenverfolgung betroffen: Neun Frauen gerieten in Hexenprozesse, sieben wurden verbrannt.[2]
Münchehagen schloss sich am 1. März 1974 als bis dahin eigenständige Gemeinde mit Rehburg, Bad Rehburg, Loccum und Winzlar zur Stadt Rehburg-Loccum zusammen.[3] In Rehburg befindet sich der Verwaltungssitz.
Religion
Ev.-luth. Kirche
In der Ortsmitte befindet sich eine evangelisch-lutherische Kirche, zum Kirchenkreis Stolzenau-Loccum gehörend, siehe „Kultur und Sehenswürdigkeiten“.
Die katholische Liebfrauenkirche wurde 1967 errichtet. 2009 erfolgte ihre Profanierung. Die nächstgelegene katholische Kirche befindet sich heute 5 km entfernt in Rehburg.
Politik
Ortsrat
Der Ortsrat, der Münchehagen vertritt, setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.
Ortsratswahl 2021
Wahlbeteiligung: 58,19%
%
50
40
30
20
10
0
49,82%
27,92%
10,91%
8,54%
2,81%
SPD
CDU
FDP
Grüne
Linke
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[4]
Ortsrat 2021
3
1
1
311
Insgesamt 5 Sitze
SPD: 3
FDP: 1
CDU: 1
Ortsbürgermeister
Ortsbürgermeister ist Ralf Schulte (SPD).
Politische Prominenz
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers aus dem Bundestagswahlkreis Nienburg II – Schaumburg lebt in Münchehagen.
Sauriermodell an der B441 in Münchehagen
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Der Grundstein der heute im Ort stehenden Kirche wurde 1713 auf dem baufällig gewordenen Ersatzbau einer 1615 von Söldnern zerstörten Vorgängerkapelle gelegt.[5]
In den 1980er Jahren wurden in einem Steinbruch bei Münchehagen Saurierspuren gefunden. Um dieses "Naturdenkmal Saurierfährten" herum entstand das Dinosaurier-Freilichtmuseum, in welchem seitdem die Ausgrabungsergebnisse Besuchern präsentiert werden.[6]
Wirtschaft und Infrastruktur
Der Haltepunkt Münchehagen lag an der Bahnstrecke Stadthagen–Stolzenau.
Mehrere Kilometer südlich der Ortschaft liegt die 1983 stillgelegte Sonderabfalldeponie Münchehagen, die in den 1980er Jahren überregional bekannt geworden ist. Sie entstand Ende der 1960er Jahre durch Verfüllung von ehemaligen Tongruben. In der Deponie wurden ca. 350.000 m³ Sondermüll eingelagert, darunter giftige Stoffe wie das sogenannte Seveso Dioxin.
Peter Beer: Hexenprozesse im Kloster und Klostergebiet Loccum, Studien zur Kirchengeschichte Niedersachsens, Band 41, Göttingen 2007, S. 158–164.
Statistisches Bundesamt (Hrsg.):Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S.199.
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