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Eisenkappel-Vellach (slowenisch Železna Kapla-Bela) – meist einfach Eisenkappel genannt – ist eine Marktgemeinde im Bezirk Völkermarkt (slow. Velikovec), Kärnten (slow. Koroška) mit 2193 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022). Im Gemeindegebiet liegt der südlichste Punkt Österreichs. Der Hauptort Bad Eisenkappel ist das Verwaltungszentrum der Marktgemeinde und trägt als einziger Ort Österreichs das Doppelprädikat Kur- und Luftkurort.

Marktgemeinde
Eisenkappel-Vellach
Železna Kapla-Bela
WappenÖsterreichkarte
Eisenkappel-Vellach (Österreich)
Eisenkappel-Vellach (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Völkermarkt
Kfz-Kennzeichen: VK
Hauptort: Bad Eisenkappel
Fläche: 199,13 km²
Koordinaten: 46° 29′ N, 14° 36′ O
Höhe: 556 m ü. A.
Einwohner: 2.193 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 11 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9135
Vorwahl: 04238
Gemeindekennziffer: 2 08 04
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Bad Eisenkappel 260
9135 Bad Eisenkappel
Website: www.bad-eisenkappel.info
Politik
Bürgermeisterin: Elisabeth Lobnik (SPÖ)[1]
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(19 Mitglieder)

9 SPÖ, 7 EL, 3 ÖVP

9
7
3
9 7 3 
Insgesamt 19 Sitze
  • SPÖ: 9
  • EL: 7
  • ÖVP: 3
Lage von Eisenkappel-Vellach
Železna Kapla-Bela im Bezirk Völkermarkt
Lage der Gemeinde Eisenkappel-Vellach im Bezirk Völkermarkt (anklickbare Karte)NeuhausRuden
Lage der Gemeinde Eisenkappel-Vellach im Bezirk Völkermarkt (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Hauptplatz von Bad Eisenkappel – glavni trg Železne Kaple
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Geographie


Das Gemeindegebiet erstreckt sich im oberen Vellachtal von den Vorbergen bis zum Hauptkamm der östlichen Karawanken, nahe der Grenze zu Slowenien. Eisenkappel-Vellach hat zwei Grenzübergänge zu Slowenien, den Seebergsattel (Jezerski vrh) und den Paulitschsattel (Pavličevo sedlo).


Klima


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bad Eisenkappel
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 1,6 5,1 10,0 14,4 19,9 23,0 25,4 24,6 19,7 14,2 7,1 1,8 Ø 13,9
Min. Temperatur (°C) −5,9 −4,8 −1,2 2,5 7,2 10,3 12,0 11,8 8,2 4,5 −0,2 −4,3 Ø 3,4
Temperatur (°C) −2,9 −1,0 3,2 7,5 12,8 16,0 17,9 17,0 12,6 8,1 2,5 −1,9 Ø 7,7
Niederschlag (mm) 43 46 74 95 90 138 137 133 126 121 110 87 Σ 1200
Luftfeuchtigkeit (%) 73,1 59,9 56,0 55,5 55,1 56,6 54,8 57,8 62,4 66,6 73,7 79,4 Ø 62,6
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Gemeindegliederung


Eisenkappel-Vellach gliedert sich in elf Katastralgemeinden:

Bad Vellach (Bela), Blasnitzen (Spodnja Plaznica), Ebriach (Obirsko), Eisenkappel (Železna Kapla), Koprein Petzen (Pod Peco), Koprein Sonnseite (Koprivna), Leppen (Lepena), Lobnig (Lobnik), Rechberg (Rebrca), Remschenig (Remšenik) und Trögern (Korte).

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 14 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2022[2]):


Nachbargemeinden


Gallizien Sittersdorf Globasnitz, Feistritz ob Bleiburg
Zell (KL) Črna na Koroškem (SLO)
Tržič (SLO) Jezersko (SLO) Solčava (SLO)

Klima


Eisenkappel-Vellach liegt im Überschneidungsbereich mehrerer Klimaregionen. Zu dem westeuropäischen Seeklima und dem osteuropäischen Landklima gesellt sich der Einfluss des mediterranen Klimas. Durch die geomorphologische Lage wird täglich die Talluft am Abend durch das Absinken der kühlen Bergluft erneuert. Es gibt ganzjährig keinen Talnebel und durchschnittlich 176 Sonnentage.


Geschichte


Eisenkappel verdankt seinen Namen einer 1050 erstmals genannten Kapelle. Der langgestreckte Straßenmarkt an der Nordseite der Seebergstraße geht vermutlich auf Herzog Bernhard von Spanheim zurück und entstand nach 1209; 1267/68 wurde er als Markt genannt. Markt und Ort profitierten zunächst vom Eisen- und Salztransport. Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert sorgten wasserbetriebene Eisenhämmer, ab dem 18. Jahrhundert auch der Eisenbergbau für lokalen Wohlstand.

Die Gemeinde Vellach (slow. Bela) wurde im Jahr 1850 gebildet und umschloss die gesamte kleine Marktgemeinde Kappel (auch: Coppl; zuerst: Capella), deren Gemeindename 1890 in Eisenkappel geändert wurde. Vellach und Eisenkappel wurden 1939 zur Bürgermeisterei Eisenkappel-Vellach (slow. Železna Kapla-Bela) vereinigt.

Nach dem Niedergang der Eisenindustrie im Verlauf des 19. Jahrhunderts gewann zunächst vor allem die Holz- und Sägeindustrie an Bedeutung, ab der Wende zum 20. Jahrhundert auch der Sommerfrischen- und Badetourismus zunächst in Bad Vellach (seit den Nachkriegsjahren stillgelegt), heute auch im Kurbad Eisenkappel.

Bahnhof Eisenkappel
Bahnhof Eisenkappel

Von 1902 bis 1971 war der Ort durch die Vellachtalbahn an das Bahnnetz angeschlossen. Die Strecke wurde 1971 stillgelegt und anschließend abgetragen. Einige wenige Spuren sind erhalten, so z. B. das ehemalige Bahnhofsgebäude Bad Eisenkappel, das heute einen Schreinereibetrieb beherbergt.

Vier Angehörige der heutigen Gemeinde Eisenkappel, Marija Olip und ihr Bruder Miha Zupanc aus Ebriach, Jurij Pasterk aus Lobnig und Franc Weinzierl aus Rechberg, wurden am 9. April 1943 von Roland Freisler, dem Präsidenten des Volksgerichtshofs in Berlin (VGH) zum Tode verurteilt und am 29. April 1943 im Wiener Landesgefängnis hingerichtet. Ein Kriegsverbrechen war das Massaker einer Polizeieinheit am 25. April 1945 auf dem Peršmanhof, bei dem elf Familienangehörige der Familien Sadovnik und Kogoj erschossen wurden.


Bevölkerung


Laut Volkszählung 2001[3] hat die Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach 2.710 Einwohner, davon sind 95,2 % österreichische und 1,8 % bosnische Staatsbürger. 57,0 % gehören der deutschsprachigen und 37,6 % der slowenischsprachigen Volksgruppe an.

Zur römisch-katholischen Kirche bekennen sich 91,1 % der Gemeindebevölkerung, zur evangelischen Kirche und zum Islam jeweils 1,9 %. Ohne religiöses Bekenntnis sind 4,1 %.


Bevölkerungsentwicklung


Der Rückgang der Einwohnerzahl in den letzten Jahrzehnten ist stark, da sowohl die Geburtenbilanz als auch die Wanderungsbilanz negativ sind.[4]


Kultur und Sehenswürdigkeiten


Schloss Hagenegg in Bad Eisenkappel
Schloss Hagenegg in Bad Eisenkappel
Ort mit Kommende Rechberg (slow. Rebrca)
Ort mit Kommende Rechberg (slow. Rebrca)
Wallfahrtskirche Maria Dorn (slow. romarska cerkev Marija v trnju)
Wallfahrtskirche Maria Dorn (slow. romarska cerkev Marija v trnju)
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Eisenkappel-Vellach

Wirtschaft und Infrastruktur


Entlang der Seebergstraße spielte das Gewerbe insbesondere für den Hauptort eine wichtige Rolle, die Umgebung ist ansonsten immer noch stark von der Landwirtschaft, insbesondere von der Holzgewinnung und -verarbeitung geprägt. Neben den Naturschutzgebieten Vellacher Kotschna (slow. Belska Kočna) und Trögerner Klamm (slow. Korške peči) besitzt die Marktgemeinde mit dem Kurbad und den Obir-Tropfsteinhöhlen beliebte Anziehungspunkte für den Fremdenverkehr.

Die Heilquellen in Eisenkappel sind Kohlensäurequellen, die zu Besserungen bei Herz-Kreislauf-Beschwerden führen sollen. Die Carinthia-Lithium-Quelle soll gegen Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck helfen. Diese Quellen sind neben jenen in Bad Schönau (Niederösterreich) die einzigen Quellen dieser Zusammensetzung.


Energie


Eisenkappel-Vellach gehört zu den 24 Gemeinden in Österreich (Stand 2019), die mit der höchsten Auszeichnung des e5-Gemeinden Energieprojekts ausgezeichnet wurden. Das e5-Gemeinde-Projekt soll die Umsetzung einer modernen Energie- und Klimapolitik auf Gemeindeebene fördern.[7]


Verkehr


Die Seeberg Straße B 82 durchquert das Vellachtal und Gemeindegebiet in nord-südlicher Richtung und verbindet die Ortschaften der Gemeinde mit Sittersdorf im Norden und dem Seebergsattel und Slowenien im Süden. Von ihr zweigt nach der Brücke über die Vellach in Miklauzhof die Rosental Straße B 85 in Richtung Gallizien und in Eisenkappel eine Landstraße in Richtung Zell/Sele ab.

Durch die Gemeinde führt der Südalpenweg (Österreichischer Weitwanderweg 03) und der Eisenwurzenweg (Österreichischer Weitwanderweg 08) endet hier.


Bildung, Gesundheit und Soziales



Politik


Gemeindeamt Eisenkappel-Vellach
Gemeindeamt Eisenkappel-Vellach

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.


Bürgermeister



Wappen


Anlässlich einer Bestätigung des Stapelrechts für Meersalz sowie des Gerichtssprengels verlieh Kaiser Friedrich III. dem Markt am 28. Jänner 1493 auch als Wappen „… ain schwarzen schillt, in des mit nach der Twirch ain weissen wasserstram...“[13] Das Marktsiegel aus demselben Jahr zeigt bereits die zwei Fische im Wellenbalken, welcher die Vellach (von slowenisch bela = Weißenbach) symbolisiert. Diese sind eindeutig als Bachforellen identifizierbar und sollen den Wildbachcharakter der Vellach zum Ausdruck bringen.

Die Wappenführung wurde der Marktgemeinde am 17. Juli 1970 bestätigt und gleichzeitig eine Fahne verliehen, die die Farben Schwarz-Weiß mit eingearbeitetem Wappen zeigt. Die Blasonierung des Wappens lautet: „In einem schwarzen Schild schrägrechts ein silberner Fluss [= Wellenbalken] mit zwei natürlich gefärbten [aufwärts schwimmenden] Bachforellen.“[13]


Persönlichkeiten



Literatur




Commons: Eisenkappel-Vellach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Wahlen Übersicht – Bad Eisenkappel. Abgerufen am 22. April 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  3. Statistische Angaben laut Gemeindedaten, Stand Volkszählung 2001 der Statistik Austria
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Eisenkappel-Vellach, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. November 2020.
  5. Galerie Vorspann
  6. Kirchleintragen in Bad Eisenkappel, siehe auch K. Grafschafter: So ist’s Brauch in Kärnten. Heyn, Klagenfurt 1999, S. 22 f.
  7. e5-Gemeinden in Österreich Stand März 2019
  8. Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach, Bildung/Einrichtungen. Abgerufen am 23. Juni 2019.
  9. Marktgemeinde Eisenkappel-Vellach, Gesundheit/Soziales, Ärzte. Abgerufen am 23. Juni 2019.
  10. Caritas Kärnten, Gregorhof. (pdf) Abgerufen am 23. Juni 2019.
  11. SPÖ-Chef LHStv. Peter Kaiser besuchte Ruhestandsfeier von Dieter Haller. In: MeinBezirk.at. 16. Dezember 2011, abgerufen am 25. Oktober 2022.
  12. Kleine Zeitung: Eisenkappel-Vellach: Erstmals Bürgermeister für slowenische Einheitsliste, 15. März 2009 (Memento vom 13. November 2010 im Internet Archive), abgerufen am 18. März 2009.
  13. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 80.



На других языках


- [de] Eisenkappel-Vellach

[en] Eisenkappel-Vellach

Eisenkappel-Vellach (Slovene: Železna Kapla-Bela) is a market town in the Völkermarkt District in the Austrian state of Carinthia. The spa town is the southernmost municipality of Austria, close to the border with Slovenia.

[ru] Айзенкаппель-Феллах

Айзенкаппель-Феллах (нем. Eisenkappel-Vellach) — ярмарочная община (нем. Marktgemeinde) в Австрии, в федеральной земле Каринтия. Входит в состав округа Фёлькермаркт.



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