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Münster (walliserdeutsch [ˈminʃtər])[1] ist eine seit 2017 zur Munizipalgemeinde Goms gehörende Ortschaft im Bezirk Goms sowie eine Pfarrgemeinde des Dekanats Ernen im deutschsprachigen Teil des Schweizer Kantons Wallis.

VS ist das Kürzel für den Kanton Wallis in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Münster (Begriffsklärung)ff zu vermeiden.
Münster
Wappen von Münster
Wappen von Münster
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Wallis Wallis (VS)
Bezirk: Gomsw
Munizipalgemeinde: Gomsi2
Postleitzahl: 3985
frühere BFS-Nr.: 6063
Koordinaten:663343 / 148734
Höhe: 1390 m ü. M.
Fläche: 38,6 km²
Einwohner: 441 (31. Dezember 2016)
Einwohnerdichte: 11 Einw. pro km²
Gemeindepräsident: Gerhard Kiechler
Website: www.gemeinde-goms.ch
Karte
Münster VS (Schweiz)
Münster VS (Schweiz)
www
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Oktober 2004
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Oktober 2004

Geographie


Das Dorf liegt auf einer Höhe von 1356 m ü. M. im obern Goms, am rechten Ufer der Rhone, hier Rotten genannt. Mitten durch das Dorf fliesst der Minstigerbach.


Geschichte


Der Ort Münster wurde 1221 als Musterium erstmals urkundlich erwähnt. Der Name findet sich später in der Form Monasterium, was «Einsiedelei, Kloster, (Pfarr-)Kirche» bedeutet.[1] Im konkreten Gommer Fall heisst der Ort so, weil dessen Kirche lange Zeit die einzige Pfarrkirche im Obergoms war.[2] Der ursprüngliche Name des Ortes war allerdings das romanischstämmige Gomes, das heute noch als Talname Goms erhalten ist.[1]

1309 trat Münster, wie der Name seitdem überliefert ist, als selbständige Gemeinde auf und beteiligte sich am Warentransport über die Alpenpässe Furka, Grimsel, Gries und Nufenen. Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert gab es Auseinandersetzungen mit dem Dorf Ernen um die Vorherrschaft im Zenden Goms, einer kleinen unabhängigen Republik. Im Jahre 1799 endete die Selbständigkeit und das wirtschaftliche Wachstum des Ortes infolge des Einmarsches des französischen Heeres. Zusammen mit dem ganzen Wallis stiess Münster 1803 mit der napoleonischen Mediationsakte zur Schweiz.

Am 1. Januar 2005 fusionierten die Munizipalgemeinden Geschinen und Münster, womit die Munizipalgemeinde Münster-Geschinen entstand, die ihrerseits 2017 in der Munizipalgemeinde Goms aufging. Münster gilt als Hauptort des oberen Goms.


Bevölkerung


Bevölkerungsentwicklung
Jahr180218501900195020002016
Einwohner381411417470455441

Sehenswürdigkeiten


Alte Häuser an der Furkastrasse in Münster VS
Alte Häuser an der Furkastrasse in Münster VS
Holzhäuser in Münster / Ansicht 2 (2008)
Holzhäuser in Münster / Ansicht 2 (2008)

Münster hat ein Ortsbild von nationaler Bedeutung.[3] Den Typus der zahlreichen alten Holzhäuser nennt man nach dem Hochtal Goms «Gommerhäuser». Es handelt sich um Häuser aus Lärchenholz, sogenannte Strickbauten, die als Einzweckbauten errichtet wurden, d. h. zum Wohnen, als Speicher oder zur Viehhaltung gab es jeweils ein Haus. Dendrochronologische Untersuchungen haben gezeigt, dass die beiden ältesten Wohnhäuser von 1369 (das bisher älteste bekannte Holzhaus des Wallis) und 1390 stammen.[4] Die Speicher wurden auf Pfähle gesetzt, die zum Schutz vor Nagetieren mit querliegenden Steinplatten versehen waren, den Mäuseplatten.

Im Ort Münster befinden sich die

sowie die Kapellen

Im Ort findet sich eine bäuerliche Schaubackstube.


Sport und Tourismus


Seit den 1960er Jahren gibt es in Münster Segelflugbegeisterte, die im Ort den ehemaligen Flugplatz Münster VS betreiben und sich am 31. März 2001 zur Flugplatzgenossenschaft Münster zusammengeschlossen haben[7]; im Sommerhalbjahr werden Segelflugveranstaltungen organisiert.

Mit einem 9-Loch-Golfplatz in der Umgebung, den Golf Source du Rhône, mit Wander- und Radwegen, mit River Rafting und mit einer Erholungs- und Freizeitanlage am Rotten wirbt der Ort um Touristen. Im Obergoms gibt es 100 km Langlauf-Loipen mit Extraspuren für Skating und Klassisch. Im Winter ist überdies ein kleiner Skilift geöffnet, der das Skigebiet mit demjenigen von Geschinen verbindet.


Persönlichkeiten




Literatur




Commons: Münster VS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG), hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuchâtel unter der Leitung von Andres Kristol, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, S. 629.
  2. Stefan Sonderegger: Das neue Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen: Nützlich und Anlass zu lebhaften Diskussionen. In: Neue Zürcher Zeitung, 21. März 2005.
  3. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung. Auf: bak.admin.ch. Abgerufen am 25. Februar 2018.
  4. Kulturlandschaft Münster-Geschinen (Hrsg.): Münster-Geschinen: Gebäude und Geschichte. Münster-Geschinen 2019, ISBN 978-3-033-07185-8, S. 81–91.
  5. Benno Mutter, Klara Schilliger, Valerian Maly: Der Hochaltar in der Pfarrkirche von Münster im Goms (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 846, Serie 85). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2009, ISBN 978-3-85782-846-1.
  6. Sarah Gigandet-Imsand: Perspektiven einer theologisch verantworteten Ästhetik : am Beispiel des Hochaltars in der Pfarrkirche von Münster im Wallis (= Studia Oecumenica Friburgensia Nr. 82). Münster : Aschendorff Verlag 2018, ISBN 978-3-402-12205-1.
  7. Flugplatzgenossenschaft FGM Trägerschaft. (Nicht mehr online verfügbar.) flugplatzmuenster.ch, archiviert vom Original am 5. Oktober 2013; abgerufen am 11. Dezember 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/flugplatzmuenster.ch
  8. Hildebrand von Riedmatten ist Enkel des Adrian (I.) von Riedmatten (1478–1548), Bischof von Sitten (1529–1548)



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