Die Stadt liegt an der Netze (Noteć), etwa vierzig Kilometer südlich der Stadt Piła (Schneidemühl).
Geschichte
Czarnikau nordwestlich der Stadt Posen und südlich der Stadt Schneidemühl auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).
Gegründet wurde Czarnków im 10. oder 11. Jahrhundert. Es war eine Veste der Pommern, die um 1100 einem Herrn Gnevomir gehörte. Um die Burg hatte sich bereits eine kleine Ansiedlung gebildet. Um 1107 oder 1108 wurde die Veste von dem polnischen Herzog Bolesław III. Schiefmund unter Einsatz von Belagerungsmaschinen angegriffen und überwältigt.[3] 1244 bis 1407 war der Ort Sitz eines Burgvogtes. Das Stadtrecht erhielt der Ort im Jahre 1369. Vom 13. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts war Czarnków im Besitz der zum Adelsgeschlecht der Nałęcz gehörenden Adelsfamilie Czarnkowski. Daher hat die Stadt auch heute noch dasselbe Wappen wie das Adelsgeschlecht der Nalecz. 1647 wurde eine katholische Pfarrschule eröffnet.
Im Rahmen der Ersten Teilung Polens 1772 kam die Stadt mit dem Netzedistrikt zu Preußen. Zum Zeitpunkt der Inbesitznahme befanden sich die zumeist mit Stroh- oder Schindeldächern versehenen Häuser der Stadt in einem äußerst schlechten Zustand; nachdem 1776 ein Teil der Stadt abgebrannt war, ließ Friedrich der Große auf Staatskosten solidere Häuser erbauen.[4] Die Ortschaft gehörte bis 1920 zum Deutschen Reich. Czarnikau war Kreisstadt für den Landkreis Czarnikau in der Provinz Posen.
Als Czarnikau 1920 der neugegründeten Zweiten Polnischen Republik zugeschlagen wurde, verblieben die nördlich der Netze gelegenen Häuser, bislang Czarnikau Abbau genannt, bei Deutschland. Sie erhielten den neuen Namen Deutsch Czarnikau und wurden in den neugegründeten Netzekreis in der Grenzmark Posen-Westpreußen eingegliedert.[5] Deutsch Czarnikau wurde 1937 in Scharnikau umbenannt. Die 1878 errichtete Synagoge wurde gleich nach dem Einmarsch deutscher Truppen noch im September 1939 zerstört.
1939 bis 1945 war Czarnków südlich der Netze von den Deutschen besetzt, die die Stadt 1940 ebenfalls in Scharnikau umbenannten und in den Reichsgau Wartheland eingliederten.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am Anfang des Jahres 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde die Stadt der Verwaltung der Volksrepublik Polen übergeben. Am 27. Februar 1945 wurde bereits die Schule wieder eröffnet. Soweit noch Deutsche in der Stadt waren, wurden diese in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.
Einwohnerzahlen
1783: 1.432 (ohne Garnisonsangehörige), darunter 211 Juden, überwiegend evangelische Deutsche[4]
Czarnków hat einen Bahnhof an der südlich nur noch im Güterverkehr betriebenen und nördlich ganz stillgelegten Bahnstrecke Bzowo Goraj–Piła, weitere Halte waren in Osuch und Sarbia.
Rudolf Pieper (* 1935 nahe Czarnków), Bürgermeister in Gadebusch von 1990 bis 1994, wurde am 23. April 2010 in einer feierlichen Sondersitzung der Stadtvertretung von Czarnków zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Czarnków würdigt damit die Verdienste Piepers für die Verständigung und Freundschaft der mecklenburgischen Stadt Gadebusch mit der polnischen Stadt Czarnków.
Partnerschule
Die Käthe-Kollwitz-Schule in Rehna (Deutschland) ist Partnerschule des Öffentlichen Gymnasiums in Czarnków.
In der Stadt geboren
In alphabetischer Reihenfolge
Adolf Busse (1856–1942), deutscher Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer
Adolf Deter (1900–1969), deutscher Politiker (KPD, SED) und Gewerkschaftsfunktionär (FDGB)
Wilfried Erdmann (* 1940), deutscher Einhandsegler
Ada von Gersdorff (1854–1922), deutsche Schriftstellerin
Martin Gerson (1902–1944), Pionier der landwirtschaftlichen Umschulung von Juden für Palästina
Edgar Rosenthal (1855–1927), deutsch-jüdischer Bankier
Reinhold Sadler (1848–1906), US-amerikanischer Politiker, Gouverneur von Nevada
Artur Schweriner (1882–1941), Journalist und Schriftsteller
Oskar Theodor Schweriner (1873–1934), Journalist und Schriftsteller
Piotr Waśko (* 1961), Abgeordneter des Sejm
Gmina
Das Amtsgebäude des Powiat und der Landgemeinde Czarnków
Die Landgemeinde Czarnków, zu der die Stadt Czarnków nicht gehört, umfasst eine Fläche von 347,98 km² und nimmt damit 19% der Fläche des Powiat Czarnkowsko-Trzcianecki ein. Die Gemeinde zählt 11.471 Einwohner (Stand 31.Dezember 2020).
Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 459–460.
Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 112–113, Nr. 7).
Website der Stadt, Władze Samorządowe - Burmistrz Miasta (Mementodes Originals vom 23. Januar 2015 im Internet Archive)Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.czarnkow.pl, abgerufen am 23. Januar 2015
Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 459–460.
Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Zweiter Theil, welcher die Topographie von West-Preussen enthält. Kantersche Hofdruckerei, Marienwerder 1789, S. 112–113, Nr. 7).
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