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Uelvesbüll (dänisch: Ylvesbøl) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Wappen Deutschlandkarte

Basisdaten
Bundesland:Schleswig-Holstein
Kreis: Nordfriesland
Amt: Nordsee-Treene
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 10,23 km2
Einwohner: 298 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25889
Vorwahl: 04864
Kfz-Kennzeichen: NF
Gemeindeschlüssel: 01 0 54 141
Adresse der Amtsverwaltung: Schulweg 19
25866 Mildstedt
Website: www.uelvesbuell.de
Bürgermeister: Holger Suckow (WVUe)
Lage der Gemeinde Uelvesbüll im Kreis Nordfriesland
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Geografie



Geografische Lage


Das Gemeindegebiet von Uelvesbüll erstreckt sich im Nordosten vom Naturraum Eiderstedter Marsch etwa zehn Kilometer südwestlich von Husum auf der Halbinsel Eiderstedt binnendeichs der Wattflächen des Lundenberger Sands am Tief der Hever. Das Gemeindegebiet umfasst unter anderem die Köge Uelvesbüller Koog[2] und (anteilig) Adolfskoog.[3]


Gemeindegliederung


Neben dem Kirchdorf gleichen Namens befinden sich ebenfalls die Streusiedlungen Am Sand und Uelvesbüllerkoog, die Einzelsiedlung Smeerkrog sowie die Häusergruppen Barneckermoor, Bueerweg, Munleyweg-Schiedhörn und Porrendeich im Gemeindegebiet.[4]


Nachbargemeinden


Angrenzende Gemeindegebiete von Uelvesbüll sind:[5]

Simonsberg
Norderfriedrichskoog Witzwort
Oldenswort

Landschaftsbeschreibung


Elliensdeepwehle im Adolfskoog
Elliensdeepwehle im Adolfskoog
Sandwehle im nördlichen Bereich der ursprünglichen Halbinsel Eiderstedt
Sandwehle im nördlichen Bereich der ursprünglichen Halbinsel Eiderstedt

Vier Wehlen prägen die unmittelbare Landschaft am Porrendeich. Hierbei handelt es sich um Gewässer, die bei Deichbrüchen im 16. Jahrhundert durch tiefe Auskolkungen entstanden sind. Diese Vertiefungen wurden nach dem neuen Deichbau nicht wieder aufgefüllt.
In Ost-West-Richtung tragen die Wehlen folgende Namen:[6]

  • Elliensdeepwehle
  • Sandwehle
  • Schluppwehle
  • Große Wehle.

Im Nordwesten vom Adolfskoog befindet sich das Naturschutzgebiet Wester-Spätinge. Es existiert seit 1978 in einer Größe von 27 ha und wird vom NABU betreut. Schon im 16. Jahrhundert wurde hier Material für den Deichbau abgespatet.


Geschichte


Das Dorf Uelvesbüll war ein Kirchspiel mit den Ortschaften Barnekermoor, Bös-söwen, Porrendeich, Westerdeich, Norderfriedrichskoog und Schiedhörn (Stand: 1710).[7]


Zweite Marcellusflut


Vor der Zweiten Marcellusflut des Jahres 1362 gehörte der bei dieser Sturmflut untergegangene alte Ort Uelvesbüll zur strandischen Edomsharde. Viele damalige Häuser und Wirtschaftsflächen hatten ihren Standort weiter nördlich und westlich im heutigen Watt. Der Ortsteil Barneckermoor war ursprünglich ein eigenständiges Kirchspiel und hatte eine eigene Kirche. Zu dieser Zeit gehörte Barneckermoor bereits zur Everschop Harde. Später wurde Barneckermoor mit dem Kirchspiel Uelvesbüll zusammengelegt.

Infolge der Vergrößerung der Hever musste der neue Ort Uelvesbüll in das südliche Gebiet verlegt werden.[8] Nach der Flut, die auch die erste Kirche zerstörte, zählte Uelvesbüll dann zur Harde Everschop.[9]

St. Nikolai-Kirche
St. Nikolai-Kirche

St. Nikolai-Kirche


Die nach der Flut erbaute zweite Kirche musste 1854 wegen ihrer Baufälligkeit abgerissen werden. Die vom Friedhof umgebene protestantische St. Nikolai-Kirche konnte innerhalb eines halben Jahres im Stil eines klassizistisch-neugotischen Backsteinbau errichtet und am 6. Oktober 1854 eingeweiht werden. Weil der dänische König Friedrich VII. einen Baukostenzuschuss gewährt hatte, trug die Kirche von 1854 bis 1964 den Namen Friedrichkirche. Im Kirchengebäude befindet sich ein holzgeschnitztes Epitaph von 1591, das als das Volkmarsche Epitaph in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Am 3. Oktober 1867 wählte die Kirchengemeinde den jungen Theologen Christian Jensen (1839–1900) zu ihrem Pastor. 1873 ging Jensen nach Breklum und gründete 1876 die Schleswig-Holsteinische Evangelisch-Lutherische Missionsgesellschaft.[10]

In der Kirche steht die einzige erhaltene und spielbare pneumatische Orgel Eiderstedts – erbaut 1910 von der Apenrader Orgelbaufirma Marcussen & Søn.[11]

Uelvesbüller Wrack
Uelvesbüller Wrack

Uelvesbüller Wrack


Bei Sielbauarbeiten im Uelvesbüller Koog kam es im Juli 1994 zum Fund des Wracks eines plattbodigen und glattbordigen Frachtseglers. Die dendrochronologische Untersuchung des verbauten Eichenholzes ergaben für die Zeit der Kiellegung die Jahre um 1600. Etwa zwanzig Jahre später war es vor dem Adolfskoog zu einer Havarie gekommen: Der Frachtsegler versank in einer Gezeitenrinne. Nach der Bergung und einer zweijährigen Stabilisierungsphase in einer Zuckerlösung ist das Wrack seit April 1998 im Schiffahrtsmuseum Nordfriesland ausgestellt.[12]


Politik



Gemeindevertretung


Nach dem Ergebnis bei der Gemeindewahl vom 6. Mai 2018, ergab sich für die Wahlperiode bis 2023 im Gemeinderat eine gleichmäßige Sitzverteilung. Sowohl CDU, als auch die beiden Wählergemeinschaften KWUe und WVUe erhielt jeweils drei Sitze. Die Wahlbeteiligung diesmal betrug 77,7 Prozent.[13]

Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai 2013 erhielt die SPD 24,7 Prozent und zwei Sitze. Die CDU kam mit 22,5 Prozent ebenfalls auf zwei Sitze. Die WVUe erreichte mit 19,5 Prozent ebenfalls zwei Sitze. Drei Sitze gingen an die neue Kommunale Wählergemeinschaft Uelvesbüll (KWUe), die 33,4 Prozent erreichte. Die Wahlbeteiligung betrug 77,2 Prozent.[14]

Von den neun Sitzen in der Gemeindevertretung hatten die CDU, die SPD und die Wählergemeinschaft WVUe seit der Kommunalwahl 2008 jeweils drei Sitze.


Bürgermeister


Für die Wahlperiode 2018–2023 wurde Holger Suckow (WVUe) zum Bürgermeister gewählt.[15] Er löst damit Christel Zumach (SPD) ab, die in den beiden vorher gegangenen Wahlperioden Bürgermeisterin war.


Wappen


Blasonierung: „Unter gebogenem, goldenen Schildhaupt von Grün und Blau durch zwei schmale silberne Wellenbalken geteilt, oben ein silberner Ochsenkopf, rechts und links begleitet von je einer goldenen Ähre, unten ein silbernes Krabbenfangnetz (Porrenglieb).“[16]


Sehenswürdigkeiten


Grabstein Margarete Hans
Grabstein Margarete Hans

In der Liste der Kulturdenkmale in Uelvesbüll stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale. Hierzu zählt auch der Grabstein Margareta Hans († 25. Dezember 1614) vor dem Haubarg Leutnantshof am Porrendeich.


Verkehr


Das Gemeindegebiet wird im Motorisierten Individualverkehr von der schleswig-holsteinischen Landesstraße 31 am östlichen Rand der Gemeindeflur durchzogen. Von dieser zweigt nach Westen die Landesstraße 310 ("Kirchspielweg") ab, welche die Dorf­lage direkt südlich angrenzend in Richtung Norderfriedrichskoog umläuft. Die Landesstraße 31 zweigt wenige Kilometer weiter östlich von der Bundesstraße 5 in der Gemeinde Südermarsch ab (Vosskuhle).

Nächstgelegene Bahnstation im Schienenpersonennahverkehr ist der Haltepunkt Witzwort (Bedarfshalt) in der gleichnamigen Gemeinde an der Bahnstrecke Husum–Bad St. Peter-Ording im Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein. Verbindungen im Fernverkehr erfolgen ab/bis zum Bahnhof Husum an der Marschbahn. Hier verkehren einzelne Züge der Intercity-Linien 26, 27 und 30.


Literatur




Commons: Uelvesbüll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2021 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ortsbezeichnung nach Kunz, Harry: Die Köge Nordfrieslands. 2. Auflage. Nordfriisk Instituut, 1999, ISBN 3-88007-251-5, S. 58 (Nr. 92).
  3. Ortsbezeichnung zitiert nach Angabe in der Topographischen Karte im Geoportal "DigitalerAtlasNord"
  4. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (pdf) Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-HolsteinBibliothek Standort Kiel, S. 45, abgerufen am 12. Januar 2021.
  5. Relation: Uelvesbüll (1402821) bei OpenStreetMap. Abgerufen am 12. Januar 2021.
  6. Eiderstedter Kultursaison e. V. (Hrsg.): Kulturreiseführer Eiderstedt. Kultursaison 2012. Tönning 2012, S. 144.
  7. Helmut Hess: Chronik von Uelvesbüll. Gemeinde Uelvesbüll, Uelvesbüll 1985, S. 116.
  8. Helmut Hess: Chronik von Uelvesbüll. Gemeinde Uelvesbüll, Uelvesbüll 1985, S. 18.
  9. Helmut Hess: Chronik von Uelvesbüll. Gemeinde Uelvesbüll 1985, Karte um 1250, S. 14.
  10. Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt, Ortwin Pelc (Hrsg.): Das neue Schleswig-Holstein Lexikon. Wachholtz, Neumünster 2006, Lemma „Jensen, Christian“.
  11. Hans-Walter Wulf: Kirchen in Eiderstedt. Lühr & Dircks, St. Peter-Ording 1981, S. 71–74.
  12. Hans Joachim Kühn: Der friesische Frachtsegler im Husumer Schiffahrtsmuseum. (PDF; 221 kB)
  13. Ergebnis Uelvesbüll KW 2018. Abgerufen am 6. Juli 2019.
  14. Ergebnis Uelvesbüll Kommunalwahl 2013
  15. 01. GV Uelvesbüll am 19.06.2018. (pdf) Abgerufen am 6. Juli 2019.
  16. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein

На других языках


- [de] Uelvesbüll

[en] Uelvesbüll

Uelvesbüll (German pronunciation: [ˈʏlvəsˌbʏl] (listen); Danish: Ylvesbøl) is a municipality in the district of Nordfriesland, in Schleswig-Holstein, Germany.

[ru] Ильвесбюлль

Ильвесбюлль (нем. Uelvesbüll) — коммуна в Германии, в земле Шлезвиг-Гольштейн.



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