Lage der Gemeinde Gerolsbach im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm
Karte
Geographie
Lage
Der Ort Gerolsbach liegt ungefähr im geographischen Mittelpunkt des Städtedreiecks Ingolstadt, Augsburg und München. Das Pfarrdorf liegt am gleichnamigen Gerolsbach, der auch Kleine Ilm genannt wird, einem kleinen linken Nebenfluss der Ilm. Die nächsten Städte Pfaffenhofen an der Ilm und Schrobenhausen sind jeweils zwölf Kilometer entfernt.
Gemeindegliederung
Siehe auch: Systematische Gliederung der Gemeindeteile von Gerolsbach
Es gibt 77 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]
Gerolsbach soll vom Namen des Priesters Kerolt abgeleitet sein, der von 783 bis 811 der Urpfarrei vorstand. Schriftlich wurde Gerolsbach erstmals im 10. Jahrhundert in Urkunden des Klosters Münchsmünster erwähnt. Die ortsadligen Herren von Gerolsbach sind seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert nachweisbar und fungierten wohl als Ministerialen des Hochstifts Freising. Schon um 1000 wurde Gerolsbach als Freisinger Besitz genannt. Als Propstei des Domkapitels erlangte Gerolsbach den rechtlichen Status einer Hofmark, deren Rechte in der Säkularisation um 1803 abgelöst wurden.
Sage
Ein Raubritter namens Gerold trieb sein recht unkeusches und brutales Unwesen auf der Burg Geroldseck. Er überfiel vorbeiziehende Handelsleute auf ihren Wegen zwischen Augsburg und Regensburg. Schließlich wurde er in Österreich geschnappt, hingerichtet und seine Burg geschleift. Ihre Trümmer wurden schon 1740 für den Ausbau der Gerolsbacher St.-Andreas-Kirche benutzt. Tatsächlich gibt es in Gerolsbach eine Ritter-Gerold-Straße.
Kreiszugehörigkeit
Die 1818 mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt begründete Gemeinde gehörte bis zum 30. Juni 1972 zum Landkreis Schrobenhausen und wurde dann im Zuge der Gebietsreform in Bayern dem Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm zugeschlagen.
Eingemeindungen
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1978 die Gemeinden Alberzell, Klenau, Singenbach und Strobenried eingegliedert.[4][5] 1979 wurde der Gemeindeteil Kaltenberg an die Gemeinde Jetzendorf abgegeben.[4]
Einwohnerentwicklung
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2468 auf 3573 Einwohner bzw. um 44,8%.
Politik
Bürgermeister
Erster Bürgermeister ist Martin Seitz (CSU).[6] Bei der Bürgermeisterwahl am 2.März 2008 löste Martin Seitz den langjährigen Amtsinhaber Ries ab, welcher nicht mehr kandidierte. Martin Seitz erreichte im ersten Wahlgang 58,3% der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 81,2%. In der Bürgermeisterwahl 2014 wurde der Amtsinhaber Martin Seitz mit 76,42% Stimmenanteil wiedergewählt, die Wahlbeteiligung lag bei 74,28%. Martin Seitz wurde bei der Bürgermeisterwahl 2020 wiedergewählt.[7]
Blasonierung: „In Rot ein silberner Wolfsrumpf, darunter schräg gekreuzt zwei goldene Halme mit Weizenähren.“[9]
Wappenbegründung: Der Wolfsrumpf ist das Schildbild der ortsadligen Herren von Gerolsbach, die seit dem ausgehenden 11. Jahrhundert nachweisbar sind und wohl als Ministerialen des Hochstifts Freising fungierten. Schon um 1000 wird Gerolsbach als Freisinger Besitz genannt. Als Propstei des Domkapitels erlangte Gerolsbach den rechtlichen Status einer Hofmark. Die gekreuzten Ähren versinnbildlichen die landwirtschaftliche Struktur des Gemeindegebiets, in dem besonders der Weizenanbau gepflegt wird.
Dieses Wappen wird seit 1966 geführt.
Baudenkmäler
→ Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Gerolsbach
Katholische Pfarrkirche Sankt Andreas
Kath. Pfarrkirche Sankt Andreas
Kath. Pfarrkirche Sankt Andreas: Innenraum
Bodendenkmäler
→ Hauptartikel: Liste der Bodendenkmäler in Gerolsbach
Bildungseinrichtungen
In Gerolsbach gibt es zwei Kindergärten, eine Kinderkrippe und eine Grundschule:
Kindergarten Regenbogen
Kindergarten Villa Kunterbunt
Im Kindergarten Villa Kunterbunt ist eine Kinderkrippengruppe integriert
Grundschule Gerolsbach
Freizeit- und Sportanlagen
Im Gemeindegebiet sind Sport- und Tennisplätze, ein Golfplatz und ein Pferdesportzentrum vorhanden.
Persönlichkeiten
Der Botaniker, Mediziner und Naturwissenschaftler und spätere Rektor der Universität Lüttich Anton Friedrich Spring (1814–1872) wurde in Gerolsbach geboren.
Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.):Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (=Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S.52, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat– Fußnoten 3 und 7).
Statistisches Bundesamt (Hrsg.):Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S.586.
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