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Huningue (deutsch Hüningen, seltener Großhüningen[1], im örtlichen Dialekt Hinige, baseldeutsch Hünige) ist eine französische Gemeinde mit 7261 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) im Département Haut-Rhin im Elsass in der Region Grand Est. Sie gehört zum Arrondissement Mulhouse und zum Kanton Saint-Louis.

Huningue
Huningue (Frankreich)
Huningue (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Mulhouse
Kanton Saint-Louis
Gemeindeverband Saint-Louis Agglomération
Koordinaten 47° 35′ N,  35′ O
Höhe 242–259 m
Fläche 2,86 km²
Einwohner 7.261 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 2.539 Einw./km²
Postleitzahl 68330
INSEE-Code
Website www.ville-huningue.fr

Rathaus (Hôtel de ville)

Geografie


Huningue an der linken Seite des Rheins grenzt unmittelbar an Basel in der Schweiz und Weil am Rhein in Deutschland. In Huningue zweigt der Canal de Huningue vom Rhein ab. Rechts des Rheines liegt Kleinhüningen, bis 1907 eine eigene Gemeinde und seither ein Außenquartier von Basel. Die französischen Nachbargemeinden sind Saint-Louis und Village-Neuf.


Geschichte


Hüningen wurde erstmals 828 in einer Schenkung an das Kloster St. Gallen erwähnt. Im späten Mittelalter war das Dorf Hüningen habsburgisch und der Dinghof Hüningen war Eigentum des Basler Hochstifts bzw. Fürstbistums und wurde von der Dompropstei verwaltet. 1516 ging das Dorf als Lehen an den Basler Bürger Eucharius Holzach und nach dessen Tod 1521 als Lehen an die Stadt Basel. 1529 führte Basel die Reformation durch und verfügte von nun an auch über die Einkünfte des Dinghofs. 1623, nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Kriegs, nahm Österreich das Lehen zurück und führte den katholischen Kult wieder ein. Österreich wollte den strategisch wichtigen Ort wieder in seinem Besitz haben. Spätere Bemühungen Basels, wieder in den Besitz von Hüningen zu gelangen, waren erfolglos. 1648 kam das habsburgische Hüningen an Frankreich[2].

Das Bauerndorf Hüningen war am Rhein gegenüber von Kleinhüningen. Der Kirchensatz bzw. das Patronatsrecht über die Kirche St. Agatha stand dem Basler Kloster St. Alban zu, nach der Reformation 1529 dem Basler Rat. Im Jahr 1679 wurde mit dem von Ludwig XIV. an Vauban in Auftrag gegebenen Bau der Festung Hüningen[3] begonnen. 1680 wurde das alte Dorf gänzlich abgetragen und die Bewohner wurden in Neudorf / Village-Neuf und in Saint-Louis angesiedelt. Das neue Hüningen ist ein Kilometer nördlich des alten Dorfes[4]. Ebenfalls mit dem Festungsbau hängt der Lachsfangstreit von 1736/37 zusammen. Dabei ging es vordergründig um Fangrechte, die zwischen den Hüninger und Kleinhüninger Fischern strittig waren, tatsächlich aber um Landbedarf für den Bau eines Brückenkopfes auf dem rechten Rheinufer. Dem Festungskommandanten Jean Charles Abbatucci ist ein Denkmal gewidmet. Er verteidigte die Festung 1796 gegen österreichische Angriffe, verlor dabei aber sein Leben.

Nach dem Wiener Kongress leitete Erzherzog Johann von Österreich die Belagerung und Bestürmung der Vauban-Festung von Hüningen, die sich nach elf Tagen Beschuss am 26. August 1815 zur großen Freude der Basler Bürger ergab.[5] Die Festung wurde danach auf Bitte[6] der Basler Bürger im Winter 1815/16 geschleift.[7]

1883 fanden Bauarbeiter am Rheinbord wenig unterhalb der Schweizer Grenze einen Fundkomplex von Goldmünzen und Ringschmuck aus Gold, in der Literatur fälschlich „Goldfund von Saint-Louis“ genannt. Durch die Rheinüberschwemmung im Winter 1882/83 war der großartige Fund freigelegt worden. Es handelt sich offenbar um eine sakrale Opferung aus der Zeit kurz vor 100 v. Chr. in der unmittelbaren Nachbarschaft zur keltischen Siedlung Basel-Gasfabrik, heute Novartis-Campus.[8]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr19621968197519821990199920092016
Einwohner4963576965766.6796252609765847213

Verkehr


Unter der deutschen Verwaltung wurde 1878 die Bahnlinie von der Leopoldshöhe (Weil am Rhein) nach Saint-Louis gebaut mit einer Brücke über den Rhein und einem Bahnhof in Hüningen. Die Linie, welche auch unter dem Namen Palmrainbahn geführt wurde, sollte einem allfälligen Aufmarsch deutscher Truppen im Elsass dienen[9]. Die Basler Straßenbahn wurde 1910 nach Hüningen verlängert mit der Endstation am Bahnhof. Die Strecke wurde kriegsbedingt 1914–1915 und 1939–1947 stillgelegt. Der grenzüberschreitende Tramverkehr wurde danach nie mehr aufgenommen. Von 1947 bis 1957 betrieb die Stadt St. Louis eine Tramlinie mit eigenem Personal, deren Betrieb am 31. Dezember 1957 eingestellt wurde[10]. 1961 wurde die Verbindung durch einen Autobus ersetzt[11].


Kultur und Sehenswürdigkeiten



Städtepartnerschaften



Persönlichkeiten



Literatur




Commons: Huningue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Ein Gang durch die Kaiserliche Fischzucht-Anstalt bei Hüningen (Zeitschriftenartikel 1878) – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise


  1. Zeno: Lexikoneintrag zu »Hüningen«. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig ... Abgerufen am 30. April 2022.
  2. Lucien Kiechel, Geschichte der Stadt und der ehemaligen Festung Hüningen. In: Das Markgräflerland. Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur. 1987 Heft 1 Seite 5–71 (online).
  3. Historische Karten als Digitalisate 1 und 2 der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  4. Historisch−Biographisches Lexikon der Schweiz. 4. Bd. 1927. S. 309.
  5. Jürg-Peter Lienhard: Geschichte von Hüningen
  6. Geschichte bei Geocities (Memento vom 12. Februar 2005 im Internet Archive)
  7. Bericht in der Badischen Zeitung
  8. Andres Furger: Der Goldfund von Saint-Louis bei Basel - Keltische Hortfunde mit Münzen und Ringschmuck im Kontext, 2015 pdf auf www.academia.edu. In der Literatur hat sich aufgrund der früheren Geheimhaltung des Fundes die Bezeichnung "Goldfund von Saint Louis" durchgesetzt, obwohl der Fund am Rheinufer erfolgte und die Gemarkung von Saint Louis nicht bis zum Rheinufer reicht.
  9. Gottlieb Burckhardt, Basler Heimatkunde 2. Bd., Basel 1927, S. 46
  10. Geschichte der Linie 5. In: g-st.ch. Abgerufen am 26. Juli 2022.
  11. www.tram-basel.ch - Aktuell. Abgerufen am 23. Februar 2022.
  12. Eintrag Nr. IA00024495 in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  13. Alexandra von Ascheraden: Bei den Bootsbau-Pionieren im Elsass. In: bz - Zeitung für Basel. 30. September 2020, abgerufen am 7. Oktober 2021.

На других языках


- [de] Huningue

[en] Huningue

Huningue (French pronunciation: ​[ynɛ̃ɡ]; German: Hüningen; Alsatian: Hinige) is a commune in the Haut-Rhin department of Alsace in north-eastern France. Huningue is a northern suburb of the Swiss city of Basel.[lower-alpha 1] It also borders Germany (Weil am Rhein, a suburb of Basel located in Germany). In 2008 it had a population of 6503 people. The main square of the town is the Place Abbatucci, named after the Corsican-born French general Jean Charles Abbatucci who unsuccessfully defended it in 1796 against the Austrians and died here. Huningue is noted for its pisciculture and is a major producer of fish eggs.

[ru] Юненг

Юне́нг (фр. Huningue) — коммуна на северо-востоке Франции в регионе Гранд-Эст[1] (бывший Эльзас — Шампань — Арденны — Лотарингия), департамент Верхний Рейн, округ Мюлуз, кантон Сен-Луи[2]. До марта 2015 года коммуна являлась административным центром одноимённого упразднённого кантона (округ Мюлуз).



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