Der Bahnhof Andenne wird täglich von ca. 130 Zügen frequentiert. Es existieren unter anderem Verbindungen nach Lille (über Namur und Charleroi), Brüssel (über Namur) und Liers (über Lüttich). Die Stadt Andenne besteht aus den zehn Stadtteilen Andenne, Bonneville, Coutisse, Landenne, Maizeret, Namêche, Sclayn, Seilles, Thon und Vezin.
Geschichte
Bei Samson im Ortsteil Thon (etwa 7km westlich des Ortsteils Andenne) befand sich eine spätrömische Höhenbesfestigung. Östlich davon wurde ein Gräberfeld aus dem späten 4. bis mittleren 6. Jahrhundert freigelegt. Zahlreiche Gräber enthielten Waffen.[1]
Der Ort Andenne entstand um die von Begga, der Tochter Pippins des Älteren 690/691 gegründeten Abtei.
Im Ersten Weltkrieg war Andenne im August 1914 Schauplatz einer Massenhinrichtung von belgischen Einwohnern durch das deutsche Militär. Zusammen mit dem benachbarten Ort Seilles belief sich die Zahl der Opfer hier auf 262.[2]
Siehe auch: Rape of Belgium
Die Maasbrücke Sclayn war die erste Spannbetonbrücke Belgiens und hatte den ersten vorgespannten Durchlaufträger. Der Asteroid des mittleren Hauptgürtels (2788) Andenne ist nach der Stadt benannt.[3]
Politik
Der Gemeinderat (Conseil Communal) von Andenne hat 27 Mitglieder, aus ihm heraus wird das Collège mit dem Bürgermeister und sechs Schöffen (Echevins) gebildet.
Städtepartnerschaften
Andenne hat mit drei Städten eine Partnerschaft geschlossen: 1956 mit Chauny in der Picardie (Frankreich), 1990 mit Bergheim in Nordrhein-Westfalen (Deutschland) und 2005 mit Mottafollone in Kalabrien (Italien). Bereits seit 1975 ist Andenne mit Bergheim und Chauny durch die Gruppe „A.B.C. International“ verbunden, die z.B. Bürgertreffen zum Karneval von Andenne, dem Frühlingsfest von Chauny und dem Karneval in Bergheim und einen Schüleraustausch organisierte. Eine Folgeerscheinung mit Tradition ist das ABC-Sportfest, das im jährlichen Wechsel in einer der drei Partnerstädte stattfindet.
Sehenswürdigkeiten
Die Stiftskirche St. Begga wurde 1764 bis 1778 nach Plänen des Architekten Laurent-Benoît Dewez erbaut. Das Baumaterial stammte aus dem Abbruch von sieben Kirchen, die wegen Baufälligkeit im Verlauf des 18. Jahrhunderts abgebrochen wurden.
Das Keramikmuseum der Stadt zeigt Keramikarbeiten von der gallo-römischen Zeit bis heute.
Die Grotte Scladina im Ortsteil Sclayn.
Rathaus von Andenne
Andenne, Stiftskirche St. Begga
Namêche, Kirche Notre-Dame
Vezin, Wasserturm
Söhne und Töchter der Stadt
Julien Joseph Leplat (1889–1944), römisch-katholischer Geistlicher und Märtyrer
Christian Kellens (1925–2019), Jazzmusiker
Fats Sadi (1927–2009), Jazzmusiker, Sänger und Komponist
Edouard Aidans (1930–2018), Comiczeichner und -autor
Marie-Louise Dreier (* 1936), Dichterin
Siehe auch
Carrières de Rieudotte
Feldbahn von Andenelle
Literatur
Martin Zeiller:Anden. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Circuli Burgundici (=Topographia Germaniae. Band16). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1654, S.221 (Volltext[Wikisource]).
Horst Wolfgang Böhme: Gallische Höhensiedlungen und germanische Söldner im 4./5. Jahrhundert. In: Heiko Steuer, Volker Bierbrauer (Hrsg.): Höhensiedlungen zwischen Antike und Mittelalter von den Ardennen bis zur Adria. Unter Mitarbeit von Michael Hoeper (= Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Ergänzungsbände 58). De Gruyter, Berlin u. a. 2008, ISBN 978-3-11-020235-9.
John N. Horne, Alan Kramer: German Atrocities, 1914: A History of Denial. Yale University Press, 2001, ISBN 0-300-10791-9, S. 30ff.
Lutz D. Schmadel:Dictionary of Minor Planet Names. Hrsg.: Lutz D. Schmadel. 5., überarbeitete und erweiterte Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg 2003, ISBN 3-540-29925-4, S.186, doi:10.1007/978-3-540-29925-7_2789 (englisch, Erstausgabe: 1992): “1981 EL. Discovered 1981 Mar. 1 by H. Debehogne and G. DeSanctis at La Silla.”
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