Midt-Telemark ist eine Kommune in der Landschaft Telemark in der norwegischen Provinz (Fylke) Vestfold og Telemark. Sie entstand im Rahmen der Kommunalreform in Norwegen am 1. Januar 2020 aus der Zusammenlegung von Bø und Sauherad.
Wappen | Karte | |
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Basisdaten | ||
Kommunennummer: | 3817 | |
Provinz (fylke): | Vestfold og Telemark | |
Verwaltungssitz: | Bø | |
Koordinaten: | 59° 27′ N, 9° 6′ O59.459.1 | |
Fläche: | 518,51 km² | |
Einwohner: | 10.539 (1. Jan. 2022)[1] | |
Bevölkerungsdichte: | 20 Einwohner je km² | |
Sprachform: | Nynorsk | |
Webpräsenz: | ||
Politik | ||
Bürgermeister: | Siri Blichfeldt Dyrland (Sp) (2019) | |
Lage in der Provinz Vestfold og Telemark | ||
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Die Kommune grenzt an Notodden im Norden, Kongsberg im Osten, Skien und Nome im Süden sowie Seljord im Westen. In der Kommune liegen zwei Talengen des Skiensvassdragets, einem Flusssystem, das in die Nordsee mündet. Im Osten der Kommune, also der ehemaligen Kommune Sauherad befindet sich ein bewaldetes hügeliges Areal mit einer Höhe zwischen 500 und 800 moh. Der westliche Teil, also die ehemalige Kommune Bø, weist größere Höhenunterschiede auf. Die höchste Erhebung ist der Jøronnatten mit 1274,8 moh. an der Grenze zu Seljord und Notodden.[2]
Die Einwohneranzahl wuchs von 2010 bis 2019 um 10,7 Prozent an. Dabei stieg die Bevölkerungszahl jedoch nur in der damaligen Kommune Bø an, während die in Sauherad stagnierte. Nynorsk ist die offizielle Sprachform der Kommune.[3]
In der Gemeinde liegen mehrere sogenannte Tettsteder, also mehrere Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gewertet werden. Diese sind Bø mit 3523, Folkestad mit 391, Nordbøåsane mit 282, Nordagutu mit 329 und Gvarv mit 1082 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2021).[4]
Jahr | 1986 | 1990 | 1995 | 2000 | 2005 | 2010 | 2015 | 2020 |
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Einwohnerzahl[5] | 8845 | 9089 | 9182 | 9375 | 9572 | 9865 | 10.323 | 10.444 |
Die Kommune entstand am 1. Januar 2020 durch die Zusammenlegung der beiden Gemeinden Bø und Sauherad. Bei dieser Fusion wurden die Ortschaften Angard und Hjuksebø aus der ehemaligen Kommune Sauherad an Notodden überführt.
Die Sørlandsbanen führt durch das Gemeindegebiet und hält in Bø und Nordagutu. Auch über Bratsbergbanen ist die Kommune an das Bahnnetz angebunden. Im Straßenverkehr ist der Riksvei 36 von größerer Bedeutung. Er stellt die Verbindung zur Europastraße 18 und dem Haukelivegen her.
Für die Wirtschaft von Midt-Telemark spielt die Land- und Forstwirtschaft eine große Rolle. Etwa zwei Drittel des landwirtschaftlich genutzten Gebiets wird für Maisanbau verwendet. Auch Teile der industriellen Produktion sind eng mit der Land- und Forstwirtschaft verbunden. Die Ortschaft Bø hat seit den 1970er-Jahren eine zunehmende Bedeutung im Bereich Handel sowie im öffentlichen Sektor. Dort liegt zudem ein Campus der 2016 aus der Hochschule Telemark, der Hochschule Vestfold und der Hochschule Buskerud entstandenen Universität Südost-Norwegen (USN).[6][7]
Mit dem Freizeitpark Bø Sommarland liegt in der Kommune der größte Wasserpark Skandinaviens.[8] Tourismus findet sowohl in der Winter- wie auch in der Sommersaison statt.
Am 20. August 2017 haben die Gemeinderäte in Bø und Sauherad in einer gemeinsamen Sitzung beschlossen, die fusionierte Gemeinde Midt-Telemark zu nennen. Dieser Name wird abgeleitet aus der Region Midt-Telemark, die es unter diesem Namen schon lange gibt. Allerdings ist die Kommune nicht so groß wie die Region, sondern es fehlt Nome. Der Name wurde jedoch in der Hoffnung gewählt, dass Nome doch noch zur Kommune dazu kommt. Zudem war Midt-Telemark auch der Arbeitstitel während der Verhandlungen zur neuen Kommune, an denen Nome auch teilgenommen hatte.[9] Das Wappen der Kommune zeigte drei goldene Hardangerfiedeln auf blauem Hintergrund. Es soll die Tradition der Region zum Geigenspiel und Geigenbau symbolisieren.[10]