Merxleben liegt 2,5 Kilometer nordöstlich von Bad Langensalza im Thüringer Becken unweit der Unstrut in einem landwirtschaftlich geprägten Ackerbaugebiet. Es gibt keinen Wald in der intensiv genutzten flachwelligen Landschaft. Das Klima ist mild und niederschlagsarm bei meist grundwassernahen Böden.
Das ehemalige Rittergut Merxleben
Geschichte
„Merxleben vom Badewäldchen aus“; Kabinettfotografie Nr.52 von 1891 von Christian Gottfried Bregazzi
Die urkundliche Ersterwähnung des Ortes fand 780–802 statt.[3]
1815 kam Merxleben und das kursächsische Amt Langensalza als Ergebnis des Wiener Kongresses zu Preußen. Merxleben gehörte nun von 1816 bis 1944 zum Landkreis Langensalza in der Provinz Sachsen. Während des Deutschen Krieges zwischen Preußen und Österreich fand 1866 auf den Feldern um Merxleben die Schlacht bei Langensalza statt.
Im Ersten Weltkrieg waren in der Gemeinde Merxleben 13 Tote zu beklagen. Der Zweite Weltkrieg forderte 38 Todesopfer.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Merxleben nach kurzer Besetzung durch die Amerikaner zur sowjetischen Besatzungszone.
1945/46 wurde im Rahmen der Bodenreform Großgrundbesitz und Besitz von Nationalsozialisten, insgesamt ca. 185 ha, an Neu- und Altbauern verteilt.
1948 erfolgte der Abriss des ehemaligen Rittergutes. Der Ort hatte zu der Zeit 746 Einwohner.
Am 8. Juni 1952 wurde in Merxleben die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft der DDR mit 22 Bauern gegründet, die im Folgejahr von Walter Ulbricht besucht wurde..[4][5] 1958 war das Dorf schon vollgenossenschaftlich.[2] Die Bauern unterlagen damit der Entwicklung der Landwirtschaft in der DDR. Nach der politischen Wende wurde die LPG aufgelöst.
1994 wurde das Dorf nach Bad Langensalza eingemeindet. Ende 2015 waren 421 Bürger im Ort wohnhaft.[2]
Sehenswürdigkeiten
Dorfkirche St. Martini
Ortsteilbürgermeister
Der Ortsteilbürgermeister von Merxleben ist Jan Edelhäußer.[2]
Persönlichkeiten
Johann Rockenthien († 1739), Beamter in der Sekundogenitur Sachsen-Weißenfels, fürstlich-sächsischer Hof- und Landkammerrat, zuletzt Geheimer Rat sowie Oberamtmann zu Langensalza und Erb-, Lehn- und Gerichtsherr in Merxleben
Johann Paul Rockenthien († 1752), Beamter in der Sekundogenitur Sachsen-Weißenfels und im Kurfürstentum Sachsen, fürstlich-sächsischer, ab 1746 kurfürstlich-sächsischer Amtmann im Amt Sachsenburg, Erb-, Lehn- und Gerichtsherr in Merxleben, starb in Merxleben
Justinian von Thoelldeniz (1719–1780), Verwaltungsjurist und Rittergutsbesitzer
Ernst Großmann (1911–1997), Landwirt, erster LPG-Vorsitzender und SED-Funktionär, wohnte nach der Vertreibung aus Böhmen in Merxleben
Manfred Jürgen Matschke (* 1943), Ökonom und Professor für Betriebswirtschaftslehre, zuletzt an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, machte seine Lehre zum Landwirt in Merxleben
Verkehr
Durch den Ort führt die Bundesstraße 84, von der bis 2009 in der Ortslage die Bundesstraße 176 abzweigte. Der Bundesverkehrswegeplan sieht eine Ortsumgehung für Merxleben im Zuge des Projektes OU Bad Langensalza-Ost vor.[6]
Von 1913 bis 1969 bestand ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Bad Langensalza–Haussömmern.
Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5.Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S.179.
Barbara Schier: Alltagsleben im „sozialistischen“ Dorf. Merxleben und seine LPG im Spannungsfeld der SED-Agrarpolitik (1945–1990). Münster u.a. 2001, S. 273.
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