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Kicklingen ist ein Stadtteil von Dillingen an der Donau im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Der Ort liegt sieben Kilometer östlich von Dillingen und erstreckt sich zwischen dem Fluss Glött im Norden und der Staatsstraße 2033, der Verbindung Dillingen–Wertingen, im Süden.

Kicklingen
Große Kreisstadt Dillingen an der Donau
Höhe: 417 m ü. NN
Fläche: 14,72 km²
Einwohner: 850 (Jun. 2016)
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 89407
Pfarrkirche Unsere Liebe Frau im Moos
Pfarrkirche Unsere Liebe Frau im Moos
Pfarrkirche Unsere Liebe Frau im Moos

Geographie


Kicklingen liegt südlich der Donau im Donauried, auf einer Höhe von 417 Metern.


Geschichte


Die ältesten Bodenfunde gehen auf die Jungsteinzeit zurück. Auf die Besiedlung während der Spätbronze- und der Hallstattzeit weisen große Hügelgräber hin. In der Keltenzeit wurde der Raseneisenstein verhüttet. Reihengräberfunde im Ort lassen auf eine alemannische Gründung des 7. Jahrhunderts schließen.

Der heutige Stadtteil Kicklingen ist aus den zwei Ortsteilen Kicklingen und Kirstatt gebildet. Im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts ist der Name „Chichlingen“ erstmals schriftlich belegt. Der Ortsteil Kicklingen besaß eine dem heiligen Ulrich geweihte Pfarrkirche, die wohl nach dem Dreißigjährigen Krieg zugunsten der heutigen Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau im Moos im Ortsteil Kirstatt aufgegeben wurde. Ein Kreuz in der Bühlstraße erinnert noch an den Standort der alten Pfarrkirche.

In der Mitte des 13. Jahrhunderts war Kicklingen im Besitz des Herzogtums Kärnten und kam 1280 an das Herzogtum Bayern. Die Herzöge von Kärnten und später die Herzöge von Bayern vergaben den Kicklinger Besitz als Lehen, deren Inhaber zunächst die Herren von Altheim (1256), später die Herren von Thürheim (bis nach 1447), die Herren von Grafeneck (um 1456), die Familie Raiser (vor 1491) und ab 1517 die Familie Langenmantel waren. 1561 gelangte Kicklingen an Pfalz-Neuburg, das die Landeshoheit ausübte. Die Niedere Gerichtsbarkeit wurde einem Vogt übertragen.

Die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in sechs Quellen erwähnten Herren von Chichilingen kamen nicht aus Kicklingen bei Dillingen. Es handelt sich um welfische Ministeriale aus dem abgegangenen Kicklingen bei Uttenhofen, einem Ortsteil von Ziemetshausen und früheren Besitzschwerpunkt der Welfen. Der ehemalige Standort nordöstlich des Dorfes ist im Liquidationsplan der Gemarkung Uttenhofen aus ca. 1830 (Vermessungsamt Günzburg) als „Kücklinger“ bezeichnet und war bis ins 20. Jahrhundert als „Kicklinger Flur“ bekannt.[1]

In dem um die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche Unsere Liebe Frau im Moos gelegenen Ortsteil Kirstatt gab es im Hochmittelalter einen Adelssitz eines niederen Adelsgeschlechts. Die Herren von Kirstatt sind von 1146 bis 1269/71 nachweisbar. Da 1441 zwei Gasthäuser neben der Kirche belegt sind, geht man davon aus, dass Kirstatt bereits im 15. Jahrhundert Ziel einer Wallfahrt war. 1425 ging Kirstatt in den Besitz des Kartäuserklosters Christgarten über und nach der Auflösung des Klosters in der Mitte des 17. Jahrhunderts gelangte es an die Grafen von Oettingen-Oettingen. Diese verkauften Kicklingen, mit dem Kirstatt mittlerweile verschmolzen war, 1701 an die Kartäuser von Buxheim. 1718 erwarb das Dillinger Bartholomäer-Institut die Besitzungen, die das Institut bis zu seiner Aufhebung 1803 im Zuge der Säkularisation innehatte.

Um 1560 bestand Kicklingen aus fünf Höfen, vier Feldlehen, 38 Sölden und sieben Hausgenossenhäuschen. Kirstatt bestand aus einem Hof und drei Sölden. Es gab neun Grundherren, von denen das Kloster St. Ulrich und Afra in Augsburg der bedeutendste war. 1813 bestand Kicklingen aus 83 und 1961 aus 140 Wohnhäusern.

1959 und 1981 wurden in Kicklingen Flurbereinigungen durchgeführt. Die ehemals selbständige Gemeinde wurde durch die Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Dillingen an der Donau.[2]


Ehemaliges Wappen


Die Wappenbeschreibung lautet: Gespalten von Rot und Silber; vorne links gewendeter silberner Greifenlöwe, hinten drei oben gezinnte blaue Balken.[3]


Einwohnerentwicklung


Jahr Einwohner Anmerkungen
1761327
1840535
1910[4]717
1939644
1950844darunter 225 Heimatvertriebene
1961[2]649darunter 42 Heimatvertriebene
1970[2]683
1980703
1990727
2000841

Sehenswürdigkeiten


Ehemalige Vogtei
Ehemalige Vogtei

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Kicklingen


Bildung


Belege für den Schulunterricht in Kicklingen reichen bis auf die Zeit um 1560 zurück. Heute befindet sich in Kicklingen eine Außenstelle der Grundschule Dillingen.


Weitere Ortsteile



Bodendenkmäler


Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Dillingen an der Donau


Wüstungen



Landschaftsschutzgebiete



Literatur




Commons: Kicklingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise


  1. Rudolf Goes: Die Hausmacht der Welfen in Süddeutschland. Dissertation, Tübingen 1960, S. 51.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770.
  3. Anton Michael Seitz: Die Gemeindewappen. In: Landkreis und Stadt Dillingen ehedem und heute. Landratsamt Dillingen an der Donau (Hrsg.), Dillingen an der Donau 1967, S. 407–408.
  4. Gemeindeverzeichnis



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