Benkhausen liegt im Upland im Naturpark Diemelsee an der Rhene. Östlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3076, die Aartalstraße. Benkhausen liegt zwischen Dortmund und Kassel südlich von Paderborn, ungefähr in der Mitte eines Dreiecks mit den Eckpunkten Korbach, Brilon und Marsberg. Die dem Ort zugerechnete Gemarkungsgröße beträgt 500 Hektar.[1][3]
Naturräumliche Gliederung
Naturräumlich ist der Ort der Region „332 Ostsauerländer Gebirgsrand“ und darin dem Vorupländer Hügelland (332.61) zugeordnet.[4]
Sprachgeographie
Die Entwicklung des lokalen Sprachgebrauchs ist durch die Grenzlage zwischen Hessen und Westfalen begründet. Die Benrather Linie ist eine historische Sprachgrenze zwischen nordhessischen Dialekten und westfälische Dialekten. Weiterhin ist die Region vom Sauerländer Platt beeinflusst. Die Dat-das-Linie hat in dieser Region einen ähnlichen Verlauf. Kleinräumige sprachgeographische Grenzen zur Aussprache von Vokalen wurden um Benkhausen bis in das 20. Jahrhundert nachgewiesen.[5]
Geschichte
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Benkhausen erfolgte unter dem Namen Beigenchusun im Jahr 1072.[1]
Die bekannten historischen Erwähnungen finden sich in folgender Übersicht:[1]
Beigenchusun (1072) [Kop. um 1124/25 Bauermann, Grafschafter Stiftungsurkunden, S. 12, Regesten der Erzbischöfe von Köln 1, S. 298–299, Nr. 1014]
Beinchusen, de (1237) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 56–57, Nr. 31]
Beynchusen, in (1335) [Urkunden der Propstei Marsberg, S. 104, Nr. 149]
Benkhosen, in (1350) [Paul Wigand, Einzelne Beiträge, in: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens 6 (1834), S. 385–405, IV: Das älteste Corveyer Lehnsregister, hier S. 395, § 53]
Beyngenchusen, to (1383) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 8528]
Beynchusen (1397) [Urkunden Kloster Bredelar, S. 225, Nr. 458]
Benckhusen (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3]
Benckhausen (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Gebietsreform
Zum 31.Dezember 1971 entstand im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Gemeinden Adorf, Benkhausen, Deisfeld, Flechtdorf, Giebringhausen, Heringhausen, Ottlar, Rhenegge, Schweinsbühl, Stormbruch, Sudeck, Vasbeck und Wirmighausen die neue Gemeinde Diemelsee.[6] Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Adorf.
Für die ehemals selbständigen Gemeinden von Diemelsee wurden gemäß Hauptsatzung Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher errichtet. Die Grenzen der Ortsbezirke folgen grundsätzlich den Gemarkungsgrenzen.[7]
Territorialgeschichte und Verwaltung im Überblick
Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Benkhausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][8]
1546 und später: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg
ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
ab 1806: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
ab 1815: Deutscher Bund, Fürstentum Waldeck, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Kornbach)
ab 1816: Deutscher Bund, Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt des Eisenbergs (Sitz in Kornbach)
ab 1850: Deutscher Bund, Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis des Eisenbergs (Sitz in Korbach)[Anm. 1]
ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis des Eisenbergs
ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs
ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs
ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis des Eisenbergs
ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen (seit 1946), Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
ab 1972: als Ortsteil zu Diemelsee
ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Einwohnerentwicklung
Einwohnerstruktur
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Benkhausen 159 Einwohner. Darunter waren 3 (1,9%) Ausländer.
Nach dem Lebensalter waren 33 Einwohner unter 18 Jahren, 57 waren zwischen 18 und 49, 27 zwischen 50 und 64 und 42 Einwohner waren älter.[9]
Die Einwohner lebten in 63 Haushalten. Davon waren 12 Singlehaushalte, 21 Paare ohne Kinder und 27 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 33 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[9]
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt,1968. Weitere Quellen: LAGIS[1]; Gemeinde Diemelsee;[10] Zensus 2011[9]
Um 1541 wurde in Benkhausen eine Kapelle errichtet, der 1687 eine Kirche im Barockbaustil folgte. Die örtliche Fachwerkkirche von 1687 musste 1967 einem Neubau weichen. 1968 wurde eine neue evangelische Kirche eingeweiht. Über dem Altar befindet sich ein 2-teiliges Betonglasfenster der Bauzeit. Sechs weitere Fenster wurden 1993 von dem Glasmaler Erhardt Jakobus Klonk geschaffen. Die Kirchengemeinde gehört zum evangelischen Kirchenkreis Twiste-Eisenberg[1][11]
Naturdenkmale
Benkhausen hat eine „Klippe“, die als „ND 06 012 - Benkhausen - Felspartie "Die Heggel"“ registriert ist.[12] Weitere Naturdenkmale von Benkhausen wie eine alte Linde und andere geschützte Gebiete finden sich in der Liste der Naturdenkmäler in Diemelsee (Gemeinde).
Auszeichnungen und Wettbewerbe
Die Gruppe „Höpperjugend“ aus Benkhausen wurde für ihr Engagement mit der „Verleihung des Hessischen Partizipationspreises 2017“ vom hessischen Familienminister Stefan Grüttner geehrt. Gleichzeitig wurde ein Betrag zur Förderung des örtlichen Vereinslebens, zur Infrasturkurentwicklung und zum Wohle der Städtepartnerschaft der Gemeinde Diemelsee mit Den Ham übergeben.[13]
Infrastruktur
In Benkhausen gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus, die Freiwillige Feuerwehr Benkhausen, eine Grillhütte und einen Spielplatz mit Kneipp-Tretbecken.
Durch Benkhausen führt der europäische Fernwanderweg Nordsee – Bodensee – Mittelmeer.
Sehenswert ist der Aussichtspunkt „Klippe“. Zu erreichen über eine der 3 Ortseinfahrten.
Verein für niederdeutsche Sprachforschung, Jahrbuch 1903, Diedr. Soltau’s Verlag, 1903, S. 132, S. 135 Online-Digitalisat, abgerufen am 28. Mai 2019.
Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen in Hessen vom 14.Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr.01, S.5, Punkt 8; Abs. 10. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags[PDF; 4,9MB]).
Hauptsatzung.(PDF;149kB)§6.In:Webauftritt.Gemeinde Diemelsee,abgerufen im Mai 2021.
Michael Rademacher:Land Hessen.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:treemagic.org.Abgerufen am 1.Januar 1900
Zahlen und Fakten (Memento vom 23. Mai 2001 im Internet Archive) und (Memento vom 25. Oktober 2015 im Internet Archive) In: Webauftritt der Gemeinde Diemelsee.
Evangelischer Kirchenkreis Twiste-Eisenberg: Benkhausen (Memento vom 28. Mai 2019 im Internet Archive)
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