Wölz in der Josephinischen Landesaufnahme von Siebenbürgen von 1769 bis 1773Wölzer Kirchturm und Kirche (Ruine)
Lage
Der Ort liegt in einem südlichen Seitental der Târnava Mică (Kleine Kokel) im Zwischenkokelgebiet, ungefähr 4,5 km nördlich von Bazna (Baaßen) und 10 km Luftlinie nordwestlich von Mediaș entfernt.
Geschichte
Wölz wurde um das Jahr 1300 von deutschen Siedlern (Siebenbürger Sachsen) ursprünglich auf Adelsboden gegründet, errang dann aber zusammen mit Baaßen und den benachbarten Ortschaften des Mediascher Stuhls das Hermannstädter Recht und wurde somit freie Gemeinde des Königsbodens. Der Ortsname wird auf das ungarische Wort für Tal, völgy zurückgeführt. Ein früherer deutscher Name des Dorfes war Thalheim.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1359, als die Versammlung des Mediascher Stuhls sich mit einem Hattertstreit zwischen Wölz und Baaßen befasste.[1] Das strittige Waldstück wurde schließlich Baaßen zugesprochen, war aber über Jahrhunderte ein Zankapfel zwischen den beiden Ortschaften.[2]
Um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert wurde die spätgotische Saalkirche erbaut.
Um 1460 wurde die Kirche in eine Wehrkirche umgebaut, indem der Chor um zwei Wehrgeschosse aufgestockt und um die Kirche eine Ringmauer gebaut wurde.
1880 wurde die Kirche bei einem Erdbeben beschädigt. Die ursprünglichen Gewölbe von Chor und Schiff wurden ersetzt.
2003 stürzte der Chor mit den darüberliegenden Wehrgeschossen ein.
Bevölkerung
Wölz gehörte zu den kleineren, sehr ländlichen Ortschaften des Mediascher Stuhls. Während Anfang des 20. Jahrhunderts noch um die 40% Siebenbürger Sachsen in Wölz lebten, ging ihre Zahl danach stetig und ab 1990 durch Auswanderung massiv zurück. Heute wird der Ort von Rumänen, Roma und ein paar wenigen Ungarn bewohnt.[3]
Jahr
Einwohner
davon Deutsche
1910
1175
470
1941
1332
468
1966
987
227
1977
931
162
1992
608
18
2002
627
0
Sehenswürdigkeiten
Kirchenburg mit der Ruine der evangelischen Kirche
Walter Myß (Hrsg.): Die Siebenbürger Sachsen. Lexikon. Geschichte, Kultur, Zivilisation, Wissenschaften, Wirtschaft, Lebensraum Siebenbürgen (Transsilvanien). Lizenzausgabe. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2018-4.
Einzelnachweise
Franz Zimmermann, Carl Werner: Urkundenbuch zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen. Band 2: 1342–1390. Michaelis (in Kommission), Hermannstadt 1897.
Reinhold Schullerus: Baaßen. Geschichte einer sächsischen Gemeinde in Siebenbürgen (= Schriftenreihe der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung. Bd. 52). Siebenbürgisch-Sächsische Stiftung, München 2002, ISBN 3-932043-30-8.
Árpád E. Varga: Szeben megye településeinek etnikai (anyanyelvi/nemzetiségi) adatai 1850–2002.(Onlinedokument) (PDF-Datei; 582kB).
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