Siemiatycze [ɕɛmʲaˈtɨt͡ʂɛ] (litauischSemiatičė; belarussischSjamjatytschy) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Podlachien, Polen. Sie ist Hauptort des Powiat Siemiatycki und bildet eine Stadtgemeinde.
Die Stadt liegt im mittleren Osten Polens etwa 30 Kilometer westlich der Staatsgrenze zu Belarus. Der Bahnhof Siemiatycze befindet sich einige Kilometer südöstlich der Stadt an der Bahnstrecke Siedlce–Waukawysk.
Geschichte
Schlacht bei Siemiatycze (1863)Bunker der Molotow-Linie im Wald bei Siemiatycze
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte Anfang des 15.Jahrhunderts. 1542 verlieh König ZygmuntII. August Siemiatycze das Stadtrecht, verbunden mit dem Recht, Märkte und Jahrmärkte abzuhalten. Ihre Blütezeit hatte die Stadt im 18.Jahrhundert. Die Sozialreformerin Anna Jabłonowska ließ 1772 ein neues Rathaus errichten. Bei der Dritten Teilung Polens 1795 wurde Siemiatycze Teil Preußens, 1807 Russlands.
Beim Januaraufstand fand bei Siemiatycze am 6./7.Februar 1863 die größte Schlacht zwischen den aufständischen Polen und der russischen Armee statt. Dabei wurde die Stadt zu großen Teilen zerstört. Zu den zerstörten Gebäuden gehörte auch der Palast, welcher nicht wieder aufgebaut wurde.
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Siemiatycze am 8./9.September 1939 von der Luftwaffe bombardiert. Am 11. September marschierten Teile des XIX.Armeekorps der Heeresgruppe Nord in die Stadt ein. Am 17.September zog sich die Wehrmacht wieder zurück und übergab das Gebiet gemäß dem Hitler-Stalin-Pakt der Roten Armee, welche die neue Grenze mit der Molotow-Linie befestigte.[2] Beim Überfall auf die Sowjetunion besetzten die Deutschen 1941 die Gegend erneut. Die Wehrmacht richtete ein Ghetto für die Juden ein, welche später größtenteils im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurden.[3]
Ende des 19.Jahrhunderts waren etwa 75 Prozent der Bevölkerung israelitischen Glaubens. 1939 lebten in Siemiatycze etwa 7000 Juden.[3] Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Stadt nur noch etwa 4000 Einwohner.[4]
Städtepartnerschaften
Castrolibero (Italien)
Zehdenick (Deutschland)
Pastawy (Weißrussland)
Bauwerke
Barocke Kirche aus dem 17./18. Jahrhundert
Orthodoxe Kirche aus dem 19. Jahrhundert
Ehemalige Synagoge aus dem 19. Jahrhundert
Zwei Friedhofskapellen aus dem 19. Jahrhundert
Soldatenfriedhof für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs
Bildung
In Siemiatycze gibt es zwei Grundschulen, drei Mittelschulen (polnisch gimnazjum[5]) und ein allgemeines Gymnasium (polnisch liceum ogólnokształcące).
Marek Antoni Nowicki (* 1953), Vorsitzender der Helsinki-Stiftung für Menschenrechte.
Landgemeinde
Die Landgemeinde Siemiatycze, zu der die Stadt Siemiatycze selbst nicht gehört, hat eine Fläche von 227,14km², auf der (Stand: 31.Dezember 2020) 6026Menschen leben.
siemiatycze.com – Jerzy Nowicki, Siemiatycze – Żydzi, Syjonizm (Mementodes Originals vom 25. Januar 2009 im Internet Archive)Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/siemiatycze.com, abgerufen am 8. Sept. 2008.
Другой контент может иметь иную лицензию. Перед использованием материалов сайта WikiSort.org внимательно изучите правила лицензирования конкретных элементов наполнения сайта.
2019-2026 WikiSort.org - проект по пересортировке и дополнению контента Википедии