Kroge-Ehrendorf ist ein Ortsteil der Stadt Lohne. Geografisch bildet Kroge den Mittelpunkt des Ortes, während Ehrendorf Kroge (flächenmäßig) umschließt.
Kroge-Ehrendorf Stadt Lohne 52.6166666666678.266666666666744 | |
---|---|
Höhe: | 44 m ü. NN |
Einwohner: | 2123 (30. Jun. 2006) |
Postleitzahl: | 49393 |
Vorwahl: | 04442 |
Kroge liegt etwa 6 km südlich der Stadt Lohne und etwa 7 km westlich der Stadt Diepholz.
Traditionell ist Kroge-Ehrendorf stark landwirtschaftlich geprägt, die Charakteristik wandelt sich aber immer mehr in Richtung Vorstadtsiedlung. Vor allem Arbeitnehmer, die in Lohner und Diepholzer Betrieben beschäftigt sind, nutzen die verkehrsgünstige, aber ruhige Lage Kroge-Ehrendorfs.
Kroge-Ehrendorf besitzt recht weitläufige Waldflächen, die bis in das Zentrum Lohnes und in die benachbarten Orte Diepholz und Steinfeld reichen.
Ebenfalls charakteristisch ist die Moorlandschaft Kroges, die bis heute noch von Torfwerken bearbeitet wird.
Das Wort „Kroge“ entstammt dem Wort „Krug“, denn der Ort Kroge entwickelte sich aus einer Gastwirtschaft am Pickerweg, der durch Kroge verläuft. Die Gastwirtschaft befand sich im Hof Wassenberg. Im Erbhause war auch eine Herberge für die Fuhrleute, die diesen alten Handelsweg benutzten. Der Hof Wassenberg in Kroge-Ehrendorf hat eine lange Geschichte und wird erstmals 1515 mit Dirich Wassenborn urkundlich erwähnt.[1] Das Wort „Ehrendorf“ hingegen entstammt dem Wort „Ähre“ und beschreibt damit den für die Landwirtschaft guten Boden. 1999 wurde Kroge Sieger des Landkreises Vechta im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.
Das St. Anna-Stift Kroge hat mit der Umsetzung der Silviahemmet-Pflegephilosophie in seinem vollstationären Wohnbereich den Quality Award 2015 des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste gewonnen.[2]
Auf Initiative der letzten Erbin des Hofes, der Witwe Anna Krogmann-Wassenberg, wurde auf dem Grundstück 1925 eine Kapelle und ein Kloster errichtet – heute das St. Anna Stift und die Herz-Jesu Kirche in Kroge. Sie bilden einen Schwerpunkt des Lebens in Kroge. Das zugehörige Kloster wird von den Franziskanerinnen betrieben.
Die Nonnen des Ortes nehmen aktiv auch am weltlichen Geschehen, etwa dem Dorf- und Sportfest, teil. Alljährlich präsentieren sie eine ca. 50 m² große Weihnachtskrippe.[3] Der starke Einfluss der Kirche ist auch an den zahlreichen Wegkreuzen und Marien-Grotten erkennbar.[4] In direkter Nähe der Kirche befindet sich im Wald ein Kreuzweg, ein in der Passionszeit mit Holzskulpturen gesäumter Weg.
Stand: Juli 2006
Während der vorösterlichen Fastenzeit sind die Nischen in den gemauerten Stationen des Kreuzwegs im Kiefernforst beim St. Anna-Stift mit farbigen Hochreliefs bestückt.
Durch einen kurzen Waldweg ist der Kreuzweg mit dem 2015 angelegten Liederweg verbunden. Der U-förmige Weg beginnt und endet am Pickerweg südlich der Klosteranlage. An dem Weg wurden Tafeln mit Illustrationen aufgestellt, auf denen mit Text und Noten versehene Lieder präsentiert werden. Außer den Tafeln bietet der Liederweg auch Sitzgelegenheiten sowie diverse Skulpturen.
Im März 2016 wurde auf einem Acker in der Nähe der Bundesstraße 214 ein 2,50 Meter breiter und hoher, 3,60 Meter langer[5] und 30 Tonnen schwerer Granitgneis-Findling geborgen. Der Riesenstein gehört zu den größten Findlingen im nordwestlichen Niedersachsen und wurde deshalb vom niedersächsisches Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als schutzwürdiges Naturdenkmal eingestuft. Der Findling wird an der Grundschule in Kroge präsentiert.[6] Am 30. Mai 2016 erhielt der Stein offiziell den Namen „Alter Schwede“.
Jeden dritten Samstag und Sonntag im Juli findet das Kroger Sport- und Dorffest statt, an dem auch bekannte Erstligamannschaften, z. B. FC Schalke 04, FC St. Pauli, Werder Bremen und internationale Teams, z. B. Gençlerbirliği Ankara, gegen Blau-Weiß Lohne spielen. Ein weiterer Höhepunkt ist dabei die „Dorfolympiade“ (Samstags), in der sich die Kroger Bevölkerung in mehr oder weniger sportlichen Disziplinen misst.
Seit 2003 ist der Weihnachtsmarkt aus „Köttermoor“ in Kroge-Ehrendorf beheimatet. Es handelt sich hierbei um eine Anlage mit einigen kleinen Buden besteht, die von der Dorfbevölkerung auf dem Gelände der Kirche erstellt werden. Der Weihnachtsmarkt findet ausschließlich am 1. Advent statt. Sämtliche Einnahmen werden einem guten Zweck zugeführt.
Am jeweils 1. Sonntag im August findet seit 1994 auf dem "Königstuhl", einem historischen Gerichtsplatz, das sog. Hölting statt. Dabei handelt es sich um die Wiederbelebung eines alten Holzgerichtes, welches jahrhundertelang, bis zum Jahre 1734, an diesem Platz durchgeführt worden ist. Veranstalter ist der Heimatverein Kroge-Ehrendorf e.V.
Der Ort liegt verkehrsgünstig zwischen dem Stadtkern von Lohne, der Stadt Diepholz und der Gemeinde Steinfeld. Die Autobahn A 1 ist erreichbar über die Anschlussstellen Lohne/Dinklage und Holdorf. Die nächste Bahnstation liegt im ca. 3 km entfernten Mühlen (Nordwestbahn) an der Strecke Osnabrück-Bremen.